Chronik 2000

 

Dienstag, 18. Januar 2000, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, Königsstraße 64

Pegnesen lesen Heiteres

Die Heiterkeit hält sich wegen des Todes des Präses in Grenzen, die Teilnehmerzahl auch. Neben eher besinnlich-heiteren Texten, die Frau Zagel und Herr Ebner verlesen, liest Dr. Kügel drei von ihm aufgezeichnete Anekdoten vor, die Herr Dr. von Herford öfter erzählt hat.

 

Mittwoch, 26. Januar 2000

Herr Förster Schiessl und Dr. Kügel unternehmen einen Besichtigungsgang durch den Irrhain und besprechen, was gelichtet wird und welche Gefährdungen abzustellen seien.

1. Stockausschläge auf jeweils einen verringern

2. jungen Ahorn zugunsten seltenerer Schößlinge auslichten

3. Kronen der Bäumchen, die sich bereits hochgerungen haben, freihalten von Nachbarkronen; im Umkreis freischneiden

4. vor allem Eschen brauchen oben Platz (am Weg im Nordosten)

5. am Zaun Ahorn und Eschen im Abstand von eineinhalb Metern hinter dem Zaun entnehmen

Wegen des gefährlich hängenden Bruchastes über dem Totholzplatz wende man sich an die Waldarbeitsschule Buchenbühl

 

Freitag, 28. Januar 2000

13.00 Uhr: Einlieferung der nicht mehr benötigten Akten des Blumenordens aus Dr. von Herfords Kanzlei zum Archiv im Germanischen Nationalmuseum durch Dr. Kügel.

 

19.00 Uhr: Sprachausschußsitzung unter der Leitung von Frau Dr. Korten im "Goldenen Geier".

Anwesend: Herr Dipl.-Ing. Grasser, Herr Dr. ing. Jäpel (Zürich), Frau Dr. Korten, Herr Dr. Kügel, Herr StD i. R. Raab, Frau Schaedel

1. Um als Sprachpfleger aus der "Nörglerecke" herauszutreten, wäre gezielte Kritik des herrschenden Sprachgebrauchs in zweierlei Hinsicht zu betreiben:

a) Grammatik der Alltagssprache

b) Stilistik

c) Dr. Jäpel berichtet über etwa 15 Jahre zurückliegende Versuche einer Gruppe von Informatikern, die Fachwörter zu verdeutschen, und stellt das Scheitern fest. Grund sei, daß die Entwicklung der betreffenden Geräte und Programme ("hardware" und "software") nicht in Deutschland stattfinde. Unberührt davon bleibt allerdings das Bestreben, den Verlust vorhandener und brauchbarer deutscher Wörter aufzuhalten, der durch gedankenloses Stehenlassen der englischen Modewörter droht.

2. Was die neue Rechtschreibung betrifft, so gilt bekanntermaßen eine Übergangsfrist bis 2005. Prof. Munske halt dies für ein willkürlich gesetztes Datum; man habe die Entwicklung in der Sprachwirklichkeit erst noch zu beobachten. Als Ansprechpartner für den Ausschuß schlägt Prof. Munske vor: Frau Dr. habil. Habermann und Dr. Körber am Institut Für deutsche Sprache in Mannheim.

Dr. Jäpel berichtet, daß Prof. Dr. Gerd Antos (Halle) Beziehungen zur Gesellschaft für deutsche Sprache unterhalte. Dieser ist ihm von einem gemeinsamen Projekt bekannt, das die Kommunikation zwischen Laien und Experten zum Thema gehabt hat

Der Vorsitzenden sind die Aktivitäten des "Vereins für deutsche Sprache e.V." aufgefallen. Anzeigen in deutschlandweit publizierten Illustrierten kosten nach Schätzung Herrn Grassers an die 50.000 DM, und diese erscheinen nicht nur einmal. Wer unterstützt diesen erst kürzlich entstandenen und sehr aggressiv auftretenden Verein mit derartigen Summen? Selbst 8.000 Mitglieder bringen das durch ihre Beitrage allein nicht zusammen. Man nimmt sich vor, die Internetseite des Vereins anzusehen: "www.vwds.de".

Eine öffentliche Sitzung des Sprachausschusses müßte ausgesprochen sorgfältig vorbereitet werden; außerdem müsse man fürchten, daß unter den Besuchern wieder die Nörgler mit der ungünstigen Öffentlichkeitswirkung in den Vordergrund träten. Wie erlaubt man trotz sprachpflegerischer Tätigkeit eine kontrollierte Dynamik der Sprachentwicklung?

Die Vorsitzende berichtet von einem Artikel in den "Erlanger Nachrichten", in dem sich Prof. Dr. Kugler zu dem Thema "Ist das Deutsche eine aussterbende Sprache?" geäußert hat. Er habe vor einem Verlust der europäischen Sprachenvielfalt gewarnt, der zu Vermehrung der Intoleranz und zu Defiziten des demokratischen Umgangs miteinander führen müsse.

Abschließend berichtet die Vorsitzende noch von dem Artikel "Alles auf dem Prüfstand " in der FAZ vom 6. 11. 1999, in dem Prof. Dr. Klaus Nastorp die Klischeehaftigkeit der Alltagssprache und die Floskelhaftigkeit der mündlichen Kommunikation aufs Korn genommen hatte. Sein Vorschlag war, die Ausbildung der Journalisten zu verbessern, und der Ausschuß fragt sich, wie man auf diese Ausbildung von seiten des Blumenordens Einfluss nehmen könnte.

 

Donnerstag, 3. Februar 2000, Irrhain

Begehung durch Herrn Ltd. BauD Kümmerl, Herrn Weidenhammer (GBA) und Dr. Kügel

Da das Gelände zum größten Teil nicht auf dem Stadtgebiet Nürnbergs liegt, sollte sich die Hilfe von seiten der Stadt auf folgenden zwei Schienen abspielen:

1. Vermittlung von Sachspenden

Als Förderer könnten auftreten

a, Firmen, die mit der Stadtverwaltung auf irgendwelchen Gebieten bereits zusammenarbeiten, wie die Gärtnereien Radloff oder Delius

b, Stadträte, die einschlägig befaßte Betriebe haben oder deren Wahlkreise im Nürnberger Norden liegen, etwa Frau Rauch, Frau Höfler oder Herr Pickel

2. Vermittlung von Personalressourcen

Neben der Eigenarbeit von Mitgliedern des P.Bl.O. und der traditionellen Hilfseinsätze des Pfadfinderbundes "Weltenbummler" wäre um Arbeitseinsätze folgender Organisationen zu bitten:

a, Berufsschule (evtl. Frau Barbara Schmitt und ihre zur Nachqualifikation zu beschäftigenden Schüler)

b, Waldarbeitsschule Buchenbühl

c, Zivilschutz (Technisches Hilfswerk)

d, Feuerwehr

Die in Augenschein genommenen Problemstellen sind:

1. Haupttor an der Nordseite ist verzogen, Flügel schließen nicht mehr richtig. Abhilfe: Zementfundament, Ausrichtung des bisherigen Holzmaterials, das gut erhalten ist.

2. Zaunhecke entlang des Fahrweges an der Nordseite ist lückenhaft. Abhilfe: Anpflanzung von etwa 10 kleinen Hainbuchen

3. Die Befestigung der Wege ist unvollständig. Abhilfe: Noch drei Jahre lang je 14 Tonnen (eine LKW-Ladung) Kies mit Körnung zwischen 2 und 3 cm anliefern, vorzugsweise im März. Verarbeitung übernimmt der Blumenorden selbst.

4. Befestigung der Stufen an der Zuschauertribüne des Naturtheaters ist vermorscht. Abhilfe: Ausgraben der Holzstämme und eines Teils der Pflöcke, Einsetzen neuer.

5. Die Baumkolonnade am "Langen Gang" (Stadtgebiet Nürnberg!) hat zwei Lücken, in denen vor Jahren gepflanzte Bäumchen nicht angegangen sind. Abhilfe: Ausgraben der Wurzelballen, Pflanzen von schattenverträglichen Setzlingen.

Es wäre zu wünschen, daß Herr Umweltreferent Webersinn die Federführung übernähme. Frau Bürgermeisterin Jungkunz wird gebeten, bei den betreffenden Stellen ein gutes Wort einzulegen, möglicherweise eine kurze Besprechung am Runden Tisch abzuhalten.

 

Dienstag, 8. Februar 2000, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, Königsstraße 64

Hauptversammlung

Nach Begrüßung und Feststellung, daß ordnungsgemäß eingeladen worden ist, gedenkt der Vizepräses der Verstorbenen des abgelaufenen Jahres. Frau Fink verliest den Jahresbericht für 1999. Herr Direktor Platzer gibt Aufschluß über die finanziellen Verhältnisse des Ordens. Seine Buchhaltung ist zuvor von Herrn Wirkner überprüft worden: Er erklärt, daß alles ordnungsgemäß verzeichnet ist. Dr. Kügel stellt den Antrag auf Entlastung des Vorstandes. Diese wird bei Enthaltung der anwesenden Vorstandsmitglieder von allen übrigen Anwesenden gewährt. Dann müssen Neuwahlen stattfinden. Zu wählen sind: 1. Ordensvorstand (Präses), 2. Ordensvorstand (Vizepräses), Ordensrat für das Archiv, Ordensrat für die Bücherei, Ordensrat für den Irrhain, Ordens-Schriftführer, Ordensschatzmeister. Als Wahlleiter fungiert Herr Dumont du Voitel. Gewählt werden: Zum Präses: Dr. Werner Kügel; zum Vizepräses: Herr Manfred Grieb; zur Archivrätin: Frau Dr. Renate Jürgensen; zum Ordensrat für die Bibliothek: Frau Dr. Christine Korten; zum Irrhainpfleger: Herr Helge Weingärtner M.A.; zur Schriftführerin: Frau Ilse Fink; zum Schatzmeister: Herr Direktor Karl Platzer.

 

Montag, 21. Februar 2000, 11.00 Uhr

Ein Termin Dr. Kügels im Notariat Armbruster/Donauer eröffnet eine ganze Reihe von Beurkundungen wegen des Wechsels im Vorstand. Außerdem beginnt damit eine Reihe von Antrittsbesuchen des neuen Präses, der in den nächsten Wochen und Monaten bei Herrn Generaldirektor Großmann vom GNM, Frau Stadträtin Prof. Dr. Lehner, Frau Bürgermeisterin Jungkunz, Herrn Oberbürgermeister Scholz und Herrn Generaldirektor Schmidt von der IHK vorspricht.

 

Dienstag, 21. März 2000, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, Königsstraße 64:

Vortrag von Frau Stadtheimatpflegerin Barbara Ohm aus Fürth zum Thema: "Fürther Mitglieder des P.Bl.O.". Besonders aufschlußreich sind die Darstellungen der nahen Beziehung des Fürther Pfarrers Lochner zu Birken und der bedeutenden Rolle des Wohltäters Nathan, der wegen seiner Gedichte in den 1920er Jahren ein Mitglied des Ordens wurde.

 

Mittwoch, 29. März 2000, Irrhain:

Um 8.00 Uhr beginnen etwa zehn Lehrgangsteilnehmer der Waldarbeitsschule von Buchenbühl, gefährlich im Gezweig hängende und sonstige morsche Äste herunterzuschneiden. Gegen elf Uhr, nach mehreren Baumersteigungen mit Seil und Kettensäge, kann die Arbeit mit dem Zerkleinern und Abtransportieren der kleineren Stücke beendet werden.

 

Samstag, 1. April 2000, 10.00 Uhr, Irrhain

Unsere langjährigen Helfer, die Pfadfinder des Bundes "Weltenbummler", finden den Irrhain zu einem Drittel überschwemmt vor. Dennoch beseitigen sie Bruchholz, räumen Wege von Laubresten frei, reparieren die Tribüne de Naturtheaters, so gut es mit kurzen Balkenstücken gehen will, setzen den Flechtzaun beim Langen Gang um einige Gefache fort und sammeln Abfall. Vom Blumenorden ist außer Dr. Kügel vertreten: Frau Köstler, die den Pfadfindern wieder Laugenbrezen mitgebracht hat und mit Butter bestreicht.

 

Mittwoch, 5. April 2000, 9.00 Uhr:

Herr Zagel und Dr. Kügel finden sich zu einer Besprechung über die Formulierung des neuen Leihgebervertrags im Germanischen Nationalmuseum ein.

 

Montag, 10. April 2000, 19.00 Uhr, Hinterzimmer des Künstlerhauses

Herr Prof. Dr. Ickler, Erlangen, stellt seine Neufassung des von ihm in Konkurrenz zum Duden und aufgrund der alten Rechtschreibung erstellten Wörterbuches vor und stellt ausführlich die politischen Hintergründe aus seiner Sicht dar.

 

Mittwoch, 12. April 2000, 9.45 Uhr, Irrhain

Anlieferung von 13 Tonnen Kies mit einem Lastwagen der Firma Deuerlein für die diesmaligen Wegearbeiten. Die Kosten für dieses Material mußte der Blumenorden dieses Jahr selbst aufbringen.

 

Freitag, 14. April 2000, 19.00 Uhr, Goldener Geier:

Sitzung des Sprachpflegeausschusses.

Die Sitzung beginnt mit einem Kurzreferat der Vorsitzenden über das Buch "Wahrheit und Methode" von Hans-Georg Gadamer. Aus ihrer Leseerfahrung zieht sie die Aussagen:

Auseinandersetzung mit der Sprache und sprachliche Auseinandersetzung mit Texten erfordern eine Sprachkultur, die gepflegt werden muß.

Die Begrifflichkeit, die dazu von einem einzelnen Betrachter entwickelt wird, hängt mit der alltäglichen Sprache zusammen; auf die Alltagssprache wird bei der Klärung von fachsprachlichen Ausdrücken zurückgegriffen.

Dichtungen, die zum Grundbestand einer literarischen Kultur gerechnet werden, sprechen immer wieder neue Leser an, weil sie immer wieder auf neue Art gelesen werden können.

Zu dem in der zweiten Sitzung gemachten Vorschlag einer öffentlichen Vortragsreihe ergeben sich daraus einige mögliche Themen.

Sprache und Stilebene: Damit sind nicht die alten genera dicendi gemeint, sondern das, was Gadamer "Register" nennt. Es wäre etwa zu fragen, ob es einen besonderen Internet-Sprachstil gibt und wie er sich auswirkt.

Sprache und Emotionen: Hier ginge es um die Unterschiede zwischen Frauensprache und Männersprache sowie die Beobachtung, daß Beziehungsprobleme nicht durch jegliche Art von offener Aussprache bewältigt werden können.

Sprache der Werbung: Der gelungenen Wirkung im Sinne der Auftraggeber werde die unerwünschte Nebenwirkung einer Aufweichung sprachlicher Normen und Redlichkeit gegenübergestellt.

Rhetorik: "Wie wir mit sprachlichen Mitteln eingewickelt werden" — ein Fachmann aus dem Universitätsbereich sollte gebeten werden, sich als Referent zur Verfügung zu stellen.

Sprecherische Beobachtungen: Wie weit reicht das schlechte Vorbild der Rundfunk- und Fernsehsprecher ohne richtige Ausbildung oder mit verkehrtem Stilwillen, insbesondere in Privatsendern?

Sprache als sozialer Integrationsfaktor: Gibt es noch die Sprachbarriere? Wie helfe ich Ausländerkindern im Unterricht?

Sprachliche Sensibilität von Jugendlichen beim Verfassen schulisch veranlaßter oder individuell-poetischer Texte (etwa im Rahmen der Lyrikwettbewerbe an mittelfränkischen Gymnasien).

Die Einbeziehung von Deutschlehrern verschiedener Schultypen brächte natürlich auch mit sich, den Pegnesischen Blumenorden als eine zeitgemäße Vereinigung in das Gedächtnis interessierter Fachkollegen zurückzurufen.

Für die Zeit nach den ersten öffentlichen Veranstaltungen ist eine Reihe von sprachpflegerischen Veranstaltungen für den ganzen Orden und seine Gäste geplant. Sie soll neben den gewöhnlichen Vortragsabenden herlaufen, möglichst aber auch im CPH, und vorher muß feststehen, welche breitere Öffentlichkeit wir ansprechen wollen und was die Ziele des Blumenordens bei der Sprachpflege insgesamt und im Hinblick auf die Themengebiete insbesondere sein sollen.

 

Mittwoch, 19. April, bis Donnerstag, 20. April 2000, Irrhain

Wegebau durch Herrn StD Franz Ippisch aus Weiden und Dr. Kügel.

 

27. April 2000

Es verstarb unser Mitglied Nr. 1403, Herr Dr. Hermann Hundrisser, Arzt, im 91. Lebensjahr.

 

Montag, 8. Mai 2000, 19.00 Uhr, Hinterzimmer des Künstlerhauses

Ewald Arenz liest aus seinem in Arbeit befindlichen Roman "Santiago in Brasilien". Es entsteht der Eindruck einer wirbligen Bilder- und Szenenfolge im Nürnberger Zoo, auf Großwildjagd, in Kraftshof, mit sprachlichen Tönen unterschiedlichster Stillage und Intensität. Der Besuch der Veranstaltung läßt zu wünschen übrig, aber immerhin erkennt der Vortragende, daß es nicht jedesmal dieselben Damen und Herren sind, die erscheinen.

 

Donnerstag, 11. Mai 2000

11.30 Uhr: Herr Grieb und Dr. Kügel besprechen mit der Graphikerin Barbara Fürstenhöfer die Gestaltung der Gedenkplatte am Poetenwäldchen.

18.30 Uhr: Dr. Kügel besucht als Vertreter des Blumenordens die Auftaktveranstaltung der PEN-Tagung im Kleinen Saal des Rathauses.

 

Dienstag, 6. Juni 2000, 19.00 Uhr, Hinterzimmer des Künstlerhauses

Da Herr Dr. Bernd Flessner aufgrund eines Termin-Mißverständnisses seinen Vortrag nicht halten kann, springt Dr. Kügel ein und informiert über zwei Kriminalfälle um 1800, die Mitglieder des Blumenordens betrafen.

 

Mittwoch, 21. Juni 2000, Irrhain

Der Irrhainpfleger, Herr Weingärtner, Dr. Kügel und Franz Kügel sen. (der zwei der beschlossenen Gedenktafeln beschriftet hat) treffen sich am "Kirchhof" des Irrhains und bringen nach Beratschlagung, welche Bäume geeignet sind, die Tafeln an. Sie werden bis zur Enthüllung am Irrhainfest mit Papierbögen abgedeckt.

 

Samstag, 24. Juni 2000, Gemeindehaus Kraftshof

Prof. Dr. Rusam hält vor dicht besetztem Saal unter großer Anteilnahme der Kraftshofer und Anwesenheit des Oberbürgermeisters einen Vortrag über Kraftshofer Geschichte und den Pegnesischen Blumenorden.

 

Dienstag, 27. Juni 2000, 19.00 Uhr Goldener Geier

Sitzung des Sprachpflegeausschusses unter dem Vorsitz von Frau Dr. Korten.

 

Samstag, 1. Juli 2000, 10.00 Uhr, Irrhain

Ebensowenige Mitglieder wie voriges Jahr folgen der Aufforderung zur Herrichtung des Irrhains.

 

Sonntag, 2. Juli 2000

Irrhainfest

14.00 Uhr: Begrüßung durch den Präses, Herrn Dr. Kügel. Das Wetter ist ideal: nicht zu heiß und niederschlagsfrei.

Irrhainspiel: "Der Geizkragen kriegt ein Kind" von Hans Sachs; es spielen fünf Mitglieder der Hans-Sachs-Spielgruppe der Stadt Nürnberg:

Adolf Breinbauer (Arzt)

Bernd Kalb (Geiziger)

Josef Schielein (Nachbar)

Peter Woitas (Nachbar)

Irma Görlich (Nachbarin)

Umgang durch den Hain unter Einbeziehung einiger neuerschlossener Gänge.

Imbiß an der Gesellschaftshütte unter fünf Pavilionzelten; die Bierbankgarnituren stammen wieder vom Festwirt: Herrn Bösl von der "Alten Post", Kraftshof

Umtrunk mit dem Pokal: (Da Frau Dr. Jürgensen wegen eines plötzlichen Krankheitsfalles in der Familie verhindert gewesen ist, den Ordenspokal beizubringen, hilft Herr Grieb mit einem Goldpokal aus seinem eigenen Schrank aus). Mitglieder und Gäste verlesen dazu eigene, kurze Texte.

Enthüllung der Gedenktafeln für Herr Dr. Hirschmann und Herrn Geiger an den Bäumen.

Ab 16.00 Uhr spielen die Loonharder Musikanten fränkische Volksmusik.

Das Fest endet mit dem allmählichen Aufbruch der Gäste gegen 17.30 Uhr.

 

Freitag, 14. Juli 2000, 22.00 Uhr, Irrhain

Dr. Kügel hält im Rahmen der "Stadtverführungen" zu den 950-Jahr-Feiern eine Nachtführung mit Lampions, farbigen Teelichtern an den Wegen und Fackeln, unter Mitwirkung der Pfadfinder. 34 Personen sind erschienen und zeigen sich sehr angetan, darunter Freifrau von Ebner-Eschenbach aus München.

 

Samstag, 15. Juli 2000, Irrhain

15.00 Uhr: Herr Prof. Dr. Rusam hält eine weitere Stadt-(Ver)führung mit etwa 30 begeisterten Zuhörern und hat mit dem Wetter Glück.

17.00 Uhr: Herr Bäuerlein führt bei Regen etwa 20 Unentwegte durch den Irrhain.

 

Montag, 11. September 2000, 16.00 Uhr, Schloß Neunhof bei Kraftshof

Empfang der Erbengemeinschaft des Schlosses Neunhof aus Anlaß der Kirchweih. Den Blumenorden vertritt Dr. Kügel, doch zu den regelmäßig Eingeladenen zählen vom Orden auch Herr Pfarrer Dr. Brons sowie Herr Reubel-Ciani und Gemahlin.

 

1. September 2000:

Als Mitglied Nr. 1700 begrüßen wir Herrn Prof. Dr. Ulrich Fülleborn.

 

Samstag, 16. September 2000

Herbstfahrt

Bei etwas unsicherem Wetter erscheinen leider nur 14 Personen am Treffpunkt, Endhaltestelle Thon, und der Blumenorden hat von Anfang an wegen der Auslagen für den Bus mit einem Defizit zu rechnen. Die Teilnehmer lassen sich das aber nicht anfechten, vor allem, als das Wetter aufklart, und genießen sehr die erstklassige und infirmationsgesättigte Führung und einen Spaziergang im oberfränkischen Fachwerkstädtchen Königsberg. Regiomontanus, aber auch eine ganze Dynastie von Diplomaten aus der Familie von Seckendorff, die Zerstörungen der Stadt in den Religionskriegen nach der Reformation, aber auch die Mithilfe der ehemals feindlichen Nachbarstädte beim Wiederaufbau werden eindrucksvoll nahegebracht in Wort, steinernen Zeugnissen und dem Glockenspiel auf dem Rathaus. Ein besonderer Glücksfall ist, daß zu einer Bundeswehrveranstaltung einige Mitglieder der seit 1848 noch bestehenden Bürgerwehr auf dem Stadtplatz erscheinen, sodaß man deren Uniform, die mehr aussah wie heutige besonders vornehme Gesellschaftskleidung mit weißen Handschuhen, gut bewundern kann. Nach gediegenem Mittagessen führt der Ausflug weiter nach Ebrach, wo seltenerweise auch einmal die ehemaligen Klostergebäude mit prachtvollem Treppenhaus und Kaisersaal besichtigt werden können. Zur abschließenden Besichtigung der in Wiederherstellung begriffenen Abteikirche, nach dem Kaffeetrinken, bietet der Herr Pfarrer nicht nur Aufschluß über das Gebäude, sondern ein selbergespieltes kleines Orgelkonzert mit Stücken aus dem Barock und aus der französischen Romantik, um die Gestaltungsbreite der Orgel zu demonstrieren.

 

Samstag, 7. Oktober 2000, 15.00 Uhr, Pegnitzaue am Westbad

Einweihung des Gedenksteins für das Poetenwäldchen mit Bronzeplatte. Es regnet, dennoch sind etwa zwanzig Personen erschienen. Im Anschluß an die knapp einstündige Feier mit Reden und Lesungen sitzen noch einige Mitglieder im Cafe beim Westfriedhof beisammen, um sich von der Kälte zu erholen.

 

Dienstag, 10. Oktober 2000, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, Königsstraße 64

Frau Dr. Ballreich-Werner hält einen genau recherchierten und einfühlsamen Vortrag über Rachel Varnhagen und die literarischen Salons im Berlin der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Besuch ist ungewöhnlich zahlreich, die Gäste sind tief beeindruckt, auch Herr Prof. Ertl, der diesmal als Vertreter des Hauses hereinhört.

 

Freitag, 13. Oktober, 19.00 Uhr, bis Sonntag, 15. Oktober, 14.00 Uhr:

Vierte Nürnberger Autorengespräche, organisiert und geleitet von Herrn Dr. Knodt. Vom Blumenorden finden sich zu unterschiedlichen Zeiten mehrere Mitglieder im Publikum. Zur AbschlußVeranstaltung in der Kapelle auf dem Moritzberg hält Dr. Kügel einen Vortrag über den Moritzberg als "Norischen Parnaß" Birkens und seiner "Weidgenossen".

 

Samstag, 28. Oktober 2000, 15.00 Uhr, Hans-Sachs-Saal des Grand Hotels

Preisverleihung für besonders gute Facharbeiten aus den mittelfränkischen Deutsch-Leistungskursen. Ausgezeichnet werden vier Damen mit den folgenden Themen:

"Anglizismen im heutigen Deutsch", Carola Kirchmayer, Gymnasium Röthenbach

"Die Zeit als Thema der Literatur", Verena Leimeister, Wilhelm-Löhe-Schule Nürnberg

"Experimente zum kreativen Schreiben in der Schule", Barbara Friedrich, Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg

"Elisabeth Engelhardt, ‘Ein deutsches Dorf in Bayern’", Stephanie Schmitt-Rüth, Maria-Ward-Schule Nürnberg

Ihre Betreuer und Eltern sind ebenfalls erschienen, und diesmal haben auch Vertreter der Nürnbergr Presse den Weg ins Grand Hotel nicht gescheut und berichten sogar mit Bildern darüber. Ministerialbeauftragter Dr. Hanschel hält eine programmatische Rede zur Pflege von Sprache und Dichtung im Zeitalter der Globalisierung, in der er die Parallele zur Pflege seltener werdender Ökosysteme zieht, dann verlesen Dr. Kügel und Frau Dr. Korten die Lobreden, und Herr Grieb überreicht die Urkunden und Geldgeschenke. Der Mäzen, ohne den weder die Saalmiete noch die je 350 DM aufgebracht hätten werden können, Herr Burkhard von Praun, muß leider krankheitshalber fernbleiben.

 

Samstag, 4. November 2000, Germanisches Nationalmuseum

Dr. Kügel nimmt als Vertreter des Blumenordens an der alljährlichen Leihgeberversammlung teil.

 

Dienstag, 14. November 2000, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, Königsstraße 64

Erinnerungsabend mit Video-Zusammenschnitten von Herrn Mario Reubel. Die ohne die Pausen auf eine knappe Stunde berechneten Filmdokumente finden bei den etwa 15 Besuchern guten Anklang, sodaß mehrere Kopien bei Herrn Reubel in Auftrag gegeben werden.

 

Mittwoch, 15. November 2000, 19.00 Uhr, Goldener Geier

Sprachpflegeausschuß

Zur laufenden Auseinandersetzung über die Rechtschreibreform berichtet Dr. Kügel von dem Brief, den der Orden an Frau Kultusministerin Hohlmeier gerichtet hat, und von dem zweieinhalbseitigen Antwortbrief des Herrn Ministerialrates Krimm. Frau Dr. Korten berichtet über das ZEIT-Dokument Nr. 1 / 99 von Dieter Zimmer, das die hausinterne Rechtschreibregelung der ZEIT begründet. Es stellt ein Gegenbeispiel zu der ministeriellen Abwiegelung dar.

Die Vorsitzende nimmt Stellung zu dem Artikel "Die ganze Welt lacht über uns" von Prof. Krämer in der NZ vom 4. November und zeigt an einigen Zitaten daraus, daß es dieser Stellungnahme an Sachlichkeit fehlt. Um eine Fehleinschätzung handelt es sich beim Hinweis auf die französischen Fachausdrücke im Computerbereich. Dies ist als Argument gegen puristische Haltung in Fachsprachen anzusehen.

Aus einem Gespräch der Vorsitzenden mit Herrn Dr. Hanschel über die Möglichkeit, eine eintägige Fortbildungsveranstaltung für Gymnasiallehrer im Germanischen Nationalmuseum abzuhalten, stammt die Anregung, diejenigen Inhalte, die als Themenvorschläge im vorigen Protokoll enthalten sind, im Zusammenhang mit der Hanns-Seidel-Stiftung aufzuarbeiten. Dabei dachte Dr. Hanschel nicht nur an Sprachpflege, sondern an den Blumenorden als Ganzes.

Die Vorsitzende berichtet über einen zweiten Vorschlag Dr. Hanschels: Der Blumenorden könnte in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung die erwähnten Referenten einladen. Herr Dumont du Voitel, der mit Frau Dr. Schmirber von der Hanns-Seidel-Stiftung im Rahmen seiner Europa-Akademie in München schon zu tun hatte, wird vom Ausschuß gebeten, erste Fühlung in Bezug auf unser Projekt aufzunehmen.

 

Sonntag, 3. Dezember 2000, 14.00 Uhr, Fürstenhof im Grand Hotel

Adventsfeier

Auch die Adventsfeier ist dieses Jahr besonders schwach besucht. Dazu mag eine Grippewelle beigetragen haben; auch der prominente Redner des Tages, Seine Magnifizenz Prof. Dr. Eichele, der Rektor der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule, erscheint vom Fieber geschüttelt und hält dennoch seine Rede zur Situation der fachlichen Hochschulausbildung unter besonderer Berücksichtigung der sprachlichen Horizonterweiterung. Die Adventsbetrachtung wird vorgezogen, da Herr Pfarrer Dr. Brons am 1. Advent wichtige Aufgaben in seiner Kraftshofer Gemeinde hat. Seine Ansprache beruht auf einem Adventslied aus Böhmen, an dem man einen Ernst des Weihnachtserlebens gewahr wird, der dem bürgerlichen Festtrubel fremd geworden ist. Zur musikalischen Umrahmung dient ein Steichquartett von Joseph Haydn, op. 50 Nr. 6, das wieder von der bewährten Gruppe von Mitgliedern unter der Leitung von Frau Göldner-Kügel dargeboten wird.