Chronik 2001

 

Todesfall

Wie wir erst zu Anfang des Jahres erfahren, ist im Herbst 2000 Herr Dr. Georg Prechtel verstorben, Oberstaatsanwalt a.D., Syndikus i.R., im Pegnesischen Blumenorden Mitglied Nr. 1258.

 

Dienstag, 16. Januar 2001, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, 90402 Nürnberg, Königstraße 64,

Pegnesen lesen Heiteres

Unter 24 Teilnehmern des Abends zählen wir immerhin 11 Nichtmitglieder. Reihum lesen mehrere Pegnesen aus eigenen Texten vor, darunter Herr Reiß, Frau Höverkamp ("Das Gerücht" und "Das war einer zuviel!"), Frau Zagel, und Herr Dr. Kügel ("Erinnerungen aus dem Oberseminar" und "Aus der Faschingszeitung des Telemann-Orchesters 1982"). Sonstige heitere Texte haben mitgebracht und verlesen: Herr Ebner, Frau Kreppner und Frau Köstler, die vor allem wieder die beiden Klassiker "Dannheiser" und "Undank ist der Welt Lohn" vorträgt. Am Ende wird der Abend allgemein als gelungen bezeichnet.

 

1. Februar 2001

Neuaufnahme

Als Mitglied Nr. 1702 begrüßen wir Herrn Ewald Arenz.

 

Todesfall

Im Februar 2001 verstirbt nach längerer Krankheit Herr Paul Heinemann, im Pegnesischen Blumenorden Mitglied Nr. 1677.

 

Dienstag, 6. Februar 2001, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, 90402 Nürnberg, Königstraße 64

Hauptversammlung

Erschienen sind 17 Mitglieder. Nach Begrüßung und kurzem Jahresüberblick durch den Präses verliest Frau Fink den Jahresbericht für 2000 in der Weise, daß sie zu den einzelnen Daten die Veranstaltungen angibt und auf Wunsch auch deren Beschreibung vorträgt. Herr Direktor Platzer gibt Aufschluß über die finanziellen Verhältnisse des Ordens. Seine Buchhaltung ist zuvor von Frau Köstler überprüft worden: Sie erklärt, daß alles ordnungsgemäß verzeichnet ist. Der Blumenorden steht finanziell recht gut da und kann für 2000 einen Überschuß der Einnahmen gegenüber den Aufwendungen von 3825 DM verzeichnen. Dr. Kügel stellt den Antrag auf Entlastung des Vorstandes. Diese wird bei Enthaltung der anwesenden Vorstandsmitglieder von allen übrigen Anwesenden gewährt. Unter "Sonstiges" kommen geplante Maßnahmen im Irrhain zur Sprache, so etwa der Gedenkstein für Dr. von Herford, die Errichtung einer Gerätehütte und die Reparatur des nördlichen Haupttors.

 

13. Februar 2001

Besichtigungsgang durch den Irrhain

Herr Förster Schiessl und Dr. Kügel treffen sich am Vormittag auf dem Waldweg zum Irrhain. Wenige Tage zuvor ist ein Learjet etwa 300 Meter südlich vom Irrhain, nicht weit von der Gaststätte "Zum Irrhain", in den Wald geschmettert und hat ein Gelände von fast der halben Irrhain-Fläche in eine versengte Baumstoppelwüste verwandelt. Herr Weingärtner war eine Stunde nach dem Aufprall bereits an Ort und Stelle und überzeugte sich, daß unserem Hain nichts widerfahren ist, stellte dabei aber auch fest, daß die lange vermorschten Pfosten des hölzernen Nordtors umgebrochen sind und die Torflügel, von einem hilfreichen Unbekannten zur Seite geräumt, nun auf dem Boden liegen. Herr Schiessl empfiehlt Herrn Dr. Kügel die Holzbaufirma Besold in Neunhof. (Da schnell etwas geschehen muß, die freundliche Frau Barbara Schmitt, deren Schüler schon einmal im Rahmen eines Qualifikationsprogramms vermorschte Zaunpfosten ersetzt hatten, aber leider erkrankt und so gut wie nie zu erreichen war, kann auf ihr Angebot nicht eingegangen werden und der Vorschlag wird gern angenommen, am selben Tag noch ein mündlicher Auftrag erteilt.) Herr Schiessl führt dann noch vor, wie man die wuchskräftigen Bäumchen aus dem Gewirr der dünnen Stengel freischneidet, um auf die Dauer zwischen den Wegen Baumwuchs statt schneebruchanfälliges Stangenholz zu haben, und macht auf bruchgefährdete Äste alter Eichen am Langen Gang aufmerksam. Leider hat bis jetzt die Waldarbeitsschule Buchenbühl nicht die Möglichkeit gehabt, hier helfend einzugreifen.

 

Dienstag, 13. März 2001, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, 90402 Nürnberg, Königstraße 64

Vortrag

Prof. Dr. Hartmut Laufhütte, Universität Passau, spricht über "Weltstädtische Repräsentation. Die Beteiligung des Pegnesischen Blumenordens an den Friedensfeiern von 1649/50". 27 Personen sind anwesend, darunter 16 Nichtmitglieder. Besonders erfreulich ist die Anwesenheit mehrerer Angehöriger des Germanischen Nationalmuseums, der Universität Erlangen und des Herrn Hermann von Tucher. Gut ausgestattet mit anschaulichen Geheften, die Herr Prof. Laufhütte ausgeteilt hat, verfolgt die Zuhörerschaft aufmerksam und mit zunehmendem Staunen den Bericht über die erste großartige Öffentlichkeitswirkung des Ordens. Über die am Ende zum Dank überreichte Schaumünze von 1994 freut sich der Referent besonders, weil er unlängst eine sehr ähnliche Medaille aus dem Nachlaß eines ehemaligen Mitglieds zu sehen bekommen hat. Herr von Tucher lädt hinterher noch Prof. Laufhütte und Dr. Kügel zu einem Gespräch beim Essen im Herrenbräu am Hauptmarkt ein.

 

Samstag, 17. März 2001, 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Frühjahrsputz im Irrhain

Ein Dutzend Mitglieder des Pfadfinderbundes "Weltenbummler", darunter die Hälfte noch Wölflinge, stellen sich um zehn Uhr zum Frühjahrsputz ein. Dazu stoßen nach und nach Herr Weingärtner, Herr Ebner, Herr Grieb mit einem Handwerker und Frau Köstler, die zu allgemeiner und dankbarer Freude wieder Brezen für die Zwischenmahlzeit mitbringt. Trotz anhaltender Regenfälle der letzten Tage ist der Boden nur an wenigen Stellen überschwemmt, und an diesem Tag tröpfelt es nur ein paar Minuten lang. Wo die Reste des Holztors gelegen waren, ist eine rot-weiße Absperrleine gezogen, aber von irgendjemandem wieder durchgeschnitten worden. Im Vorraum der Hütte liegt Abfall und war ein Feuerchen geschürt worden. Zum Glück hatte es die Bodenbretter nur auf einer tellergroßen Fläche angekohlt. Während nun die einen Abfall aufsammeln, die andern eine kleine Gerätehütte zu errichten anfangen (damit man sich beim Aufenthalt in der Gesellschaftshütte nicht von alten Sensen, Sicheln und Rechen umstellt fühlt), bringt Herr Weingärtner die Gedenktafel für Frau Elisabeth Fürst, deren Inschrift von Herrn Franz Kügel unlängst fertiggestellt worden ist, an einem geeigneten Baum an. Dr. Kügel filmt. Herr Walter Wachter lichtet nach Herrn Schiessls Vorbild an manchen Stellen das Gestrüpp aus; das Material dient zur Fortführung des Flechtzauns an der Westseite. Gegen zwei Uhr nachmittags müssen uns einige Helfer verlassen; der Rest zieht sich auf die Erstellung der Gerätehütte zurück, die endlich um viertel nach fünf Uhr abgeschlossen ist. Wir haben nicht nur gegen die Uhr gearbeitet, sondern auch gegen die vordringende Versumpfung des Untergrundes.

 

Todesfall

An eben diesem Tag verstirbt in München Herr Dipl.-Ing. Burkhard von Praun, ein Förderer des Blumenordens auf dem Gebiet der Preisverleihung für herausragende mittelfränkische Deutsch-Facharbeiten.

 

Dienstag, 20. März 2001, "Goldener Geier", 19.50 Uhr bis 21.30 Uhr

Satzungsausschuß

Nachdem in der Hauptversammlung am 6. Februar angekündigt worden ist, daß ein Ausschuß zur Überarbeitung der Satzung eingerichtet werde, und mehrere Anwesende sich zur Teilnahme gemeldet haben, tritt dieser Satzungsausschuß, bestehend Herr Dumont du Voitel, Herr Dr. Jäger, Herr Dr. Kügel, Herr Zagel, in der Gaststätte zum "Goldenen Geier" zum ersten Mal zusammen. Herr Zagel hat ein Exemplar der Satzung mitgebracht, die derzeit gilt; Dr. Kügel hat Exemplare aller Satzungen von 1716 bis 1992 dabei, die aus den Akten Dr. von Herfords auf ihn gekommen sind. Er verliest daraus die unterschiedlichen Aussagen zur Zielsetzung des Ordens und zu den Wegen, diese Ziele zu erreichen. In eingehender Aussprache erarbeiten die Teilnehmer den Wortlaut der ersten Paragraphen der neuen Satzung.

 

Montag, 26. März 2001, 19.30 Uhr, Buchhandlung Edelmann im "Maximum"

Vortrag außer Hauses

Godehard Schramm liest aus "Fünf Reisen in Franken" (Horst Krüger zum 80. Geburtstag) und aus "Neapolis". Werner Kügel stellt kurz den Blumenorden vor; dann liest wieder Godehard Schramm aus "Feuerwerk für Heimwerker".

 

Dienstag, 3. April 2001, 19.45 Uhr, Gewerbemuseumsplatz 2, Raum 3.11

Noch ein Vortrag außer der Reihe:

Prof. Dr. Hermann Rusam spricht im Rahmen einer Veranstaltung des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg über "Kraftshof mit seiner Wehrkirche St. Georg und der Irrhain des Pegnesischen Blumenordens".

 

9. April 2001

Anlieferung von Material

Anlieferung von 13,9 Tonnen Kalksplitt durch die Firma Deuerlein; Herr Weingärtner nimmt am Irrhain die Fracht ab.

 

10. April 2001

Vorbereitende Arbeiten im Irrhain

StD Ippisch und Dr. Kügel nützen ein paar freie Vormittagsstunden, um den Boden in der Gerätehütte und außerhalb besser zu befestigen.

 

Dienstag, 10. April 2001, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, 90402 Nürnberg, Königstraße 64

Vortragsveranstaltung

Dr. Reinhard Knodt beschenkt uns mit einer Plauderei "Vom Gehen in Gärten". Leider sind nur 12 Personen anwesend, davon 5 Nichtmitglieder. Den Anfang bildet ein Gartengedicht: "Kaiserkron und Päonien rot". Von da schlägt der Referent den Bogen zur christlichen Mythologie: Man verirrt sich im Labyrinth des Lebens, tut Buße im Umkehrpunkt und findet wieder heraus. Unser Irrhain steht in dieser Tradition. Wir sprechen manchmal von der "Nymphe des Irrhains"; die Gartenpriesterin ist die frühere, heidnische Variante der Maria im Rosengarten. Gartenvorstellungen ziehen sich durch die Menschheitsgeschichte und viele menschliche Lebenssituationen. Alles, was man für Festlichkeit anrichtet (auch im Saale), hat Gartencharakter. Die Musik bildet daran das Atmosphäre-Gebende. Rein begrifflich beginnt der Garten mit der Einfriedung. Auch die Nacht gehört zur Gartenvorstellung; romantische Szenen auf dem Theater spielen mit Vorliebe in nächtlichen Gärten. Das Wort "Paradies", das aus dem Persischen kommt, bedeutet ursprünglich "Garten". Gärten sind Sehnsuchtsinseln gegen ihre Epoche, aber durchaus im Stil der Zeit. Comenius forderte als erster einen Schulgarten; auf ihn geht auch das Wort "Kindergarten" zurück. Das Einrichten von Gärten hat den untergründigen Zweck, daß man selber ein Garten werde. Der Mensch ist ein Bündel edelster Stoffe, seine Seele und die Außenwelt stehen in Wechselwirkung. Im barocken Sinn entsteht "Sinnenvergnügen", wenn eine Übereinstimmung von innen und außen festgestellt wird. Im Vergleich zur 56. Sure des Korans hat das Christentum, indem es diese Harmonie hervorhebt, eine wesentlich abstraktere Gartenidee entwickelt. Sie zieht sich noch in die heutige Zeit, wenn auch materialistisch verändert: Die "Mall", der amerikanische Einkaufspalast mit Gartenanlagen, bringt eine ähnliche Stimmung hervor wie die barocke Gartenlust, in der der Fürst allen vorführte, wie gut eingerichtet die Welt sei. Ein Beispiel ist das im Bayreuthischen angelegte Sanspareil, worüber angeblich ein Pegnese ein Gedicht verfaßt hat. (Sein Hirtenname "Floridon" ist aber nicht ohne weiteres zuzuordnen; es kann eine Fehlschreibung sein. Am ehesten kommt noch "Florindo", Losungrat Johann Karl Scheurl von Defersdorf, in Frage.) Erst der englische Philosoph Hutcheson versteht unter Schönheit nicht mehr nur Harmonie, sondern Spannungsverhältnisse, die einen Raum besonderer Art entfalten, und begründet damit die romantische Gartenauffassung. Darin wird ein Einfluß Chinas spürbar: Kultivation des Bizarren. Shaftesbury bringt dann die moralische Seite herein, die über Schiller, Goethe, Rousseau weiterwirkt. Ein Beispiel ist der "gestimmte Raum", der durch Charlotte in den "Wahlverwandtschaften" hergestellt wird. Sie ist die ästhetische Instanz des Romans, verdeutlicht ihre Person im Wechselspiel mit der Umgebung nach dem Goetheschen Prinzip des Ordnens und Vergleichens. Dagegen ist der Betrachter des Barockgartens noch keine ästhetische Person; im englischen Gartentyp wird dagegen durch die menschlichen Eingriffe in die Landschaft nur bestätigt, was der Ästhet an der Landschaft bereits schön gefunden hat.

 

11. April 2001

Wegebau

Ab 10 Uhr Wegearbeit durch die obengenannten; überraschend gutes Wetter. Da der Splitt heuer feiner ist (5/11), läßt er sich besser schaufeln und fühlt sich auch, nach Aussage einiger vorbeirennender Freizeitsportler, besser unter den Sohlen an. Gegen Mittag besucht Frau von Eyb den Irrhain, um sich nach einem geeigneten Platz zur Aufstellung eines Gedenksteines für ihren Vater, Dr. von Herford, umzusehen. Um 18.30 Uhr brechen wir ab; es ist nur noch wenig Material übrig.

 

12. April 2001

Wegebau, Torerrichtung, Baumanpflanzung

Da Herr Ippisch nach Augsburg weiterreisen muß, fährt Dr. Kügel mit seinem Sohn Adrian zur Verteilung der restlichen fünf oder sechs Schubkarren Splitt. Sie finden Herrn Besold mit seinen Angestellten beim Einzementieren und Einbauen des neuen Nordtors vor. Sehr prächtiger Anblick. Ein ebenso erfreulicher und gänzlich unerwarteter Anblick im Langen Gang: in den Lücken der Baumkolonnade, in denen ohne Erfolg von den Pfadfindern schon einmal der Versuch einer Anpflanzung junger Eichen unternommen worden war, sind — gleichsam über Nacht — zwei neue Bäumchen samt Haltevorrichtungen fachmännisch angepflanzt worden! Einige Tage später, nachdem Anrufe beim Gartenbauamt Herrn Weidenhammer nicht erreicht haben, stellt eine briefliche Mitteilung klar, daß wir in der Tat dem Gartenbauamt dankbar sein dürfen, daß diese Maßnahme ein freundlich gegebenes Versprechen vom Frühjahr des vorigen Jahres einlöst! Nun bleibt uns, den Bäumchen gutes Anwachsen zu wünschen. (Sie haben bisher überlebt.)

 

Dienstag, 24. April 2001, Gaststätte zum "Goldenen Geier", 19.50 Uhr bis 21.30 Uhr

Satzungsausschuß

Herr Dumont du Voitel, Herr Dr. Jäger, Herr Dr. Kügel, Herr Zagel treffen sich zur Überarbeitung der Präambel und erarbeiten Paragraphen zur Gemeinnützigkeit und Mitgliedschaft.

 

Dienstag, 1. Mai 2001

Neuaufnahmen

Als Mitglieder Nr. 1703 bis 1707 begrüßen wir Herrn Wolf Klaußner, Herrn Hans Recknagel, Frau Karolina Rehmböck, Herrn Georg Schultheiß und Herrn Prof. Dr. Manfred Stosberg.

 

Irrhainführung

Dr. Kügel führt eine Wandergruppe der Nürnberger Loge "Zu den drei Pfeilen" auf Anfrage des Herrn Walter Ross durch den Irrhain. Weitere Auskünfte in Form eines Vortrags im Logenhaus werden vereinbart.

 

Dienstag, 8. Mai 2001, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, 90402 Nürnberg, Königstraße 64

Vortragsveranstaltung

Karl-Heinz Demuß, 1. Vorsitzender des Deutschen Schriftstellerverbands, Regionalgruppe Nürnberg, spricht über "Das Werden der Literatur in Nürnberg", ein Thema, das von ihm bereits vergangenen Oktober bei den 4. Nürnberger Autorengesprächen abgehandelt worden war. Es steht im Zusammenhang mit der Bestrebung Nürnberger Autoren, unsere Stadt als potentielle Literaturstadt wiederaufleben zu lassen. Darum wird zunächst an große Zeiten für Literatur in Nürnberg erinnert. 21 Pesonen sind erschienen, darunter 13 Nichtmitglieder.

 

Donnerstag, 24. Mai 2001, 14.00 Uhr, Irrhain

Frühjahrsspaziergang im Irrhain

Der Förderkreis des Pfadfinderbundes "Weltenbummler", Bezirk Mittelfranken gestaltet einen Nachmittag mit Lagerleben und Vorführungen, Spielen, Geschicklichkeitsübungen, Liedern, Imbiß. Die Schirmherrschaft hat Herr Rechtsreferent Dr. Hartmut Frommer übernommen, der auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins "Naherholungsgebiet Sebalder Reichswald" am Irrhain interessiert ist.

 

Mittwoch, 30. Mai 2001, Gaststätte "Zur Schranke", 19.50 Uhr bis 21.30 Uhr

Satzungsausschuß

Herr Dr. Jäger, Herr Dr. Kügel und Herr Zagel erarbeiten Paragraphen zu den Organen des Vereins.

 

Freitag. 1. Juni 2001, Schwabach

Preisverleihungsfeier des Lyrikwettbewerbs an mittelfränkischen Gymnasien

Dr. Kügel ist auf Einladung von Herrn StD Müller-Mateen als Vertreter des Blumenordens anwesend.

 

Donnerstag, 14. Juni 2001

Vorbereitung für die Errichtung eines Steinmals für Dr. von Herford

Dr. Kügel spricht auf gut Glück an mehreren Bauernhöfen Kraftshofs und Buchs vor, ob ein Traktor mit Frontlader für 50 DM zur Setzung eines Steines im Irrhain zur Verfügung gestellt werden könne, und wird fündig bei Familie Höfler in Buch.

 

Samstag, 16. Juni 2001, Irrhain

Setzen des Sockels für den Gedenkstein

Nach Absprache mit Frau von Eyb finden sich ein von ihr beauftragter Steinmetz, Dr. Kügel, Herr Höfler mit dem Traktor und sie selbst gegen 10 Uhr im Irrhain ein, um die beiden zugehauenen Sockelsteine an vorbereiteter Stelle zu setzen bzw. aufeinanderzustellen. Alle legen Hand an, Herr Höfler bekommt zu seiner Freude noch eine Ordensmedaille zur Erinnerung, dann repariert der Steinmetz noch einen steinernen Pinienzapfen auf dem Irrhainportal, der wackelig geworden war. Der eigentliche Gedenkstein für Dr. von Herford muß noch mit seiner Inschrift versehen werden und steht erst kurz vor dem Irrhainfest an Ort und Stelle.

 

Dienstag, 19. Juni 2001, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, 90402 Nürnberg, Königstraße 64

Vortragsveranstaltung

Ingeborg Höverkamp spricht über Hermann Kesten, der im vergangenen Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Angesichts der lebendigen Schilderung seines turbulenten Lebenslaufes, seiner lockeren und freundschaftlichen Persönlichkeit und des Überblickes über einige seiner wesentlichen Bücher empfinden es die 14 Anwesenden, darunter 3 Nichtmitglieder, als schade, daß die Bemühungen des Blumenordens, zu seinem 350jährigen Jubiläum Hermann Kesten als Ehrenmitglied zu gewinnen, an irgendeiner Stelle vor Kesten abgeblockt worden waren. Dabei hat der Blumenorden, anders, als man es von einzelnen Literaten in bezug auf das Überangebot von Kesten-Ehrungen manchmal schon hören kann, noch keineswegs genug von ihm.

 

Samstag, 30. Juni 2001, 10.00 Uhr, Irrhain

Aufräumen im Irrhain

Es bleibt diesmal nicht allzuviel zu tun, um den Irrhain in feiergerechten Zustand zu versetzen, darum ist es nicht weiter tragisch, daß es wieder nur ein paar Mitglieder sind, die sich bemühen.

 

Sonntag, 1. Juli 2001, Irrhain

Irrhainfest

11.00 Uhr: die Pavillonzelte werden aufgebaut.

14.00 Uhr: Begrüßung durch den Präses

Irrhainspiel: "St. Peter bummelt mit seinen Freunden auf der Erden" von Hans Sachs. Es spielen vier Mitglieder der Hans-Sachs-Spielgruppe: Roland Meißner (GOtt der Herr); Adolf Breinbauer (St. Peter); Josef Schielein (Bauer); Ulla Drechsler (Bäuerin). Viel Beifall für eine temperamentvolle Darstellung.

Umgang durch den Hain, diesmal auf verschlungeneren Wegen.

Imbiß an der Gesellschaftshütte; Festwirt: Herr Bösl von der "Alten Post", Kraftshof.

Umtrunk mit dem Ordenspokal; Mitglieder und Gäste verlesen eigene, kurze Gedichte.

Ab 16.00 Uhr: Die Loonharder Musikanten spielen fränkische Volksmusik. Ende gegen 17.30 Uhr.

 

Dienstag, 3. Juli 2001, Gaststätte "Goldener Geier", 19.50 Uhr bis 21.00 Uhr

Satzungsausschuß

Herr Dumont du Voitel, Herr Dr. Jäger, Herr Dr. Kügel und Herr Zagel überarbeiten die Paragraphen zur Mitgliedschaft und zu den Organen des Vereins.

 

Freitag, 13. Juli 2000, 22.00 Uhr, Irrhain

Irrhainführung

Da die Stadt-(Ver)führungen im Vorjahr guten Anklang gefunden haben, ist auch der Blumenorden um erneute Mitwirkung angesprochen worden. Wir veranstalten daher zwei Führungen, die eine davon als Nachtführung im Irrhain, mit Fackeln und Petroleumlampen und Lampions, zu der ganz überraschenderweise mehr als 120 Besucher erscheinen. Dr. Kügel werden sehr viele Fragen gestellt, die zeigen, wie ahnungslos, aber auch, wie interessiert unsere guten Nürnberger dem Blumenorden gegenüber sind. Die Pfadfinder, welche die Leute danach wieder mit Fackeln zur nächsten Bushaltestelle zurückgeleiten, berichten, daß es ein voller Erfolg gewesen ist.

 

Samstag, 14. Juli 2001, 15.00 Uhr, Pegnitzaue am Westbad

Lesung am Poetenwäldchen

Erläuterungen am Gedenkstein in der Pegnitzaue gibt Dr. Kügel ab, bevor Herr Recknagel Texte von Pegnesen aus alter Zeit verliest; dann verliest Dr. Kügel Texte von Ordensmitgliedern aus neuer Zeit, darunter Auszüge aus einer Pegnitzschilderung von Godehard Schramm. Leider sind nur etwa ein Dutzend Personen anwesend.

 

Samstag, 15. September 2001, Treffpunkt: 8.45 Uhr, Rathenauplatz

Herbstfahrt

Immerhin zehn Teilnehmer mehr als voriges Jahr, 24, finden sich am Treffpunkt ein. Das Wetter ist trüb. Die Stimmung hellt sich aber sehr bald auf, als Herr Eugen Schöler in seiner liebenswürdig-packenden Art die ersten Erläuterungen zu Kirchensittenbach gibt. Herr von Volckamer ist persönlich anwesend und öffnet uns das Landschloß, in dessen schönem Saal im zweiten Stockwerk wir über die Familie, die Wirtschaftsgeschichte des Ortes und die Baugeschichte des Schlosses anhand schönstens vorbereiteter, bebilderter Handreichungen das Wichtigste in aller Kürze erfahren — und diese Kürze bedeutet eine Stunde. Tief beeindruckt über die frühzeitigen internationalen Geschäfte und politischen Verflechtungen der Volckamer wechseln wir in die Kirche hinüber, wo uns Herr Schöler die Heraldik der reichlich vorhandenen Totenschilde erklärt; dann wird zum besonderen Ereignis, daß die Schutzhaube von der künstlerisch bedeutsamen und hochwertigen Deckplatte der Gruft abgehoben werden darf, damit wir die Reliefs bewundern können. Von da bringt uns der Bus zur Ortschaft Hohenstein. Das Mittagessen im Hohensteiner Hof kann Herr Schöler noch mit uns einnehmen, dann rufen ihn andere Verpflichtungen. Manche der Pegnesen steigen noch in heiterer gewordenem Wetter zur jüngst renovierten Burg empor, dann geht es nach Lauf. Herr Glückert führt uns im Wenzelschloß, erklärt uns den einzigartigen Wappensaal aus der Zeit Kaiser Karls IV., dann machen wir uns auf die Heimfahrt.

 

Dienstag, 18. September, ab 19 Uhr im "Goldenen Geier"

Satzungsausschuß

Herr Dumont du Voitel, Herr Dr. Jäger, Herr Dr. Kügel und Herr Zagel bearbeiten die Paragraphen über die Unveräußerlichkeit der Archivalien und die bisher behauptete Unauflöslichkeit des Ordens. Damit ist die Arbeit des Ausschusses beendet.

 

1. Oktober 2001

Neuaufnahmen

Als Mitglieder Nr. 1708 bis 1712 begrüßen wir Herrn OStD Pfarrer Horst Gloßner, Herrn Arne Henn, Herrn Prof. Dr. Norbert Oettinger, Herrn Prof. Dr. John Roger Paas und Herrn Michael Schwarz.

 

Dienstag, 9. Oktober 2001, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, 90402 Nürnberg, Königstraße 64

Vortragsveranstaltung

Dr. Bernd Flessner spricht über das Thema "Nach dem Menschen — Das Entstehen einer posthumanen Kultur". Ist der Mensch dabei, sich als Individuum überflüssig zu machen? Leider sind nur 14 Personen anwesend, davon sechs Nichtmitglieder. Der Referent geht von dem uralten Traum von der Vervollkommnung des Menschen aus, der zur Entwicklung der Vorstellung von Göttern mit Unsterblickeit und Schöpferkraft geführt hat. Um 250 nach Christus berichtet Clemens Magnus über den Simon Magus, daß dieser einen Homunculus erschaffen habe. In der Alchemie (die wörtlich mit "Metallveredlung" zu übersetzen wäre) spielte der Gedanke eine Rolle, aus der endlich aufgefundenen prima materia auch einen Menschen zu schaffen. Paracelsus glaubte, der Natur sei es nicht zuwider, Menschen ohne Väter herzustellen. Bei den jüdischen Kabbalisten gab es parallel dazu die Geschichte vom Golem (wörtlich übersetzt "die Kraft des Schöpfers"). Das Aufkommen der heutigen Naturwissenschaft verschiebt lediglich die Akzente. Francis Bacon spricht in "Nova Atlantis" von der Erweiterung der Naturbeherrschung auch in dem Sinne, daß es möglich sein müsse, Menschen und Tiere herzustellen, welche die Perfektion von Automaten hätten. Descartes und La Mettrie betrachten den Körper als nichts anderes als eine Art Uhr. Für die Evolutionstheorien der Science Fiction ist der Mensch noch keineswegs die Krone der Schöpfung. Es konnte nicht ausbleiben, daß ein seelischer Gegenschlag erfolgte: In E.T.A. Hoffmanns Werken und in "Frankenstein" von Mary Shelley wird der Schöpfungstraum zum Albtraum. Dennoch kehren bei Hans Magnus Enzensberger alle Motive des utopischen Denkens wieder: Die "Prothetisierung" des Menschen besiegt Krankheit, Alter, Tod — und Dummheit. Da der Mensch unspezialisiert ist, wird er nicht vom Anpassungsdruck der Evolution determiniert, sondern erhebt sich darüber durch den Bau von Prothesen, Außenorganen. Die Umwelt wird artifizieller Auswuchs des Körpers; die Kulturgeschichte schafft, laut Marshal McLuhan, einen humanisierten Raum. Auch Joseph Weizenbaum am Massachusetts Institute of Technology interpretiert die Maschine als Erweiterung des Körpers. Ein globales Prothesensystem wächst zusammen; die Natur wird zu musealem Rest. Wirtschaftskrisen und politische Krisen sind eigentlich Prothetisierkrisen, welche die Machbarkeit vorübergehend in Frage stellen. Die Moderne entledigt sich der alten Erkenntnisse und natürlichen Prozesse: der Mensch bleibt davon nicht ausgenommen. Er bewirkt seine eigene Entmenschlichung in der scheinbaren Humanisierung. Davon kommt ein Evolutionsdruck zweiter Ordnung. Als Antwort darauf schaffen Turing und Wiener die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz. Den Geist kann man aber nicht ohne Veräußerlichung des Denkens prothetisieren. Man macht sich Gedanken über die dann zu befürchtenden Verluste sowie über den weiteren Verlauf und die Ziele. Stanislaw Lem fragt, ob daraus eine teleologische Struktur ableitbar sei, in Richtung auf einen vollkommenen Nachfolger des Menschen, der postbiologisch sein müßte. Moravetz schätzt, daß etwa um 2040 Roboter der vierten Generation das kulturelle Erbe fortsetzen werden. Das zwingt den übriggebliebenen natürlichen Menschen zur Anpassung an sein Prothesensystem. Statt imitation christi— imitatio machinae. Ethisch betrachtet, läßt sich nicht der Punkt ermitteln, an welchem der nächste Schritt nicht mehr getan werden darf. Die Kultur hat sich in die Maschine verliebt; die Popkultur jedenfalls zelebriert den Triumph der Posthumanität.

 

Dienstag, 13. November 2001, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, 90402 Nürnberg, Königstraße 64

Vortragsveranstaltung

Roland Rosenbauer, Koordinator im Funkhaus Nürnberg, spricht über "Utopien und technische Fiktionen", eine Betrachtung jenseits des Unterhaltungswertes oder der technischen Kuriosität. Leider sind, einschließlich des Referenten, lediglich acht Personen zusammengekommen, darunter vier Nichtmitglieder. Um so lebhafter ist der Austausch von Gesichtspunkten und um so länger dauert die Veranstaltung: fast bis 22 Uhr. Herr Rosenbauer geht von einer Wörterbuchdefinition von Science Fiction aus und entrollt dann die Geschichte der Gattung, beginnend mit Lukian von Samosata um 165 nach Christus über die Renaissance-Utopisten bis zu den heutigen Autoren. Bemerkenswert erscheint dabei das Ausstrahlen der naturwissenschaftlich-technischen Utopie in die fiktive Reiseliteratur (etwa Defoe’s Robinson Crusoe) und wiederum das Aufgreifen von Merkmalen anderer Gattungen in der Science Fiction, etwa der Horrorromane der Schwarzen Romantik. Jules Verne und H. G. Wells legen unterschiedliches Gewicht auf das Technische bzw. das Soziologische. Überraschenderweise kann auch Jack Lomndon mit "Die eiserne Ferse" und einigen Kurzgeschichten zu den Vorläufern gerechnet werden. Das goldene Zeitalter der Science Fiction fand zwischen 1936 und 1950 in den USA statt. In Europa, wo das Genre erst allmählich den Ruch der Schundliteratur verlor, begannen etwa gleichzeitig bedeutende Autoren wie George Orwell und Aldous Huxley ähnliche Texte zu verfassen, nur nicht unter dieser Bezeichnung. Vollends aufgefächert präsentiert sich dieser Literaturzweig seit den sechziger Jahren das 20. Jahrhunderts, und Herr Rosenbauer gibt sich Mühe, den typischen Zügen auch in die Phantasieromane Tolkiens und andere Nebenschauplätze zu folgen. Einige hören dabei zum ersten Mal die Namen von Autoren, die als wesentliche heutige Vertreter in unserer Sprache gelten. Anschließend geht der Referent näher auf die typischen Inhalte ein. Er hat einige Kleingeräte mitgebracht, wie sie heute in den Läden erhältlich sind, aber schon vor langer Zeit mit verblüffender Genauigkeit vorausgesagt wurden. Ebenso ausführlich widmet er sich den sozialutopischen Voraussagen positiver und negativer Art, immer unterstützt von Erinnerungen an Leseerlebnise, die aus dem Zuhörerkreis beigetragen werden. In der Pause steht sein Büchertisch bereit, an dem wir erkennen, daß er selbst zu den Science-Fiction-Autoren gehört.

 

Sonntag, 2. Dezember 2000, 14.00 Uhr, Weidenkellersaal im Stadtpark-Restaurant, Berliner Platz 9, 90409 Nürnberg

Adventsfeier

14.00 Uhr: Begrüßung durch den Präses

Zur musikalischen Umrahmung dient in mehreren Abschnitten Georg Friedrich Händels Sonata op. 2, Nr. 3 in B-Dur; es spielen: Juliane Göldner-Kügel (1. Violine), Dr. Werner Kügel (2. Violine), Dr. Hans-Martin Hagen (Violoncello)

StD Horst Gloßner: Adventsgedanken. Er hebt angesichts des heutigen vorweihnachtlichen Rummels besonders das Warten-Können hervor.

Ansprache der designierten Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, Prof. Dr. Julia Lehner. Sie entwickelt ihre Auffassung von Kulturförderung öffentlicher und privater Art aufgrund der These, daß Kultur auch ein Wirtschaftszweig sei, auf dem sich etwas verdienen lassen müsse.

Frau Zagel bietet ein eigenes Weihnachtsgedicht dar, das fast wie ein Kirchenlied wirkt. Dadurch angeregt, singen die Anwesenden, etwa 50 an der Zahl, auf Frau Kreppners spontanen Einfall "Macht hoch die Tür" — ein frohes Ende der Feier und des Pegnesenjahres.