Chronik 1999

 

Mittwoch, 20. Januar 1999, 18.00 Uhr

Im vollbesetzten Auditorium der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät hält Dr. Rusam seine Antrittsvorlesung als Professor ehrenhalber zum Thema "Der städtisch überbaute Ortskern Thon". Dr. Kügel nimmt als Vertreter des Präses teil; weitere Pegnesen sind aufgrund beruflicher Zusammenhänge anwesend, z. B. Herr Dr. Wolf.

 

Donnerstag, 28. Januar, 11.30 Uhr, Rochusfriedhof

Beisetzung von Johannes Geiger unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit. Auch Innenminister Beckstein ist anwesend. Den Orden vertreten Dr. von Herford (der aus gesundheitlichen Gründen eher gehen muß) und Dr. Kügel.

 

Dienstag, 12. Januar 1999, 19.00 Uhr

Rotkreuzhaus, Nunnenbeckstraße 47, 1. Stock

Pegnesen lesen Heiteres

Eigene und fremde Texte: das ist es wieder, was die Pegnesen beitragen. Die Stimmung ist dennoch nicht gerade ausgelassen, da sich eine erneute Erkrankung des Präses abzeichnet. Immerhin kommen durch Frau Köstler die beliebten Klassiker "Dannhaiser" und "Undank" zur Verlesung. Unser Wechsel vom Grand Hotel zum Rotkreuzhaus hat wohl die mehreren abgeschreckt, das Wetter (naßkalt, später eisglatt) tut ein übriges, und der Kreis ist auf zwei Handvoll Besucher zusammengeschmolzen.

 

Dienstag, 9. Februar 1999, 19.00 Uhr

Rotkreuzhaus, Nunnenbeckstraße 47, 1. Stock

Hauptversammlung

Nach Begrüßung und Feststellung, daß ordnungsgemäß eingeladen worden ist, gedenkt der Präses des unlängst verstorbenen 3. Ordensrates StD Johannes Geiger. Dr. Kügel verliest den Jahresbericht für 1998. Herr Direktor Platzer gibt Aufschluß über die finanziellen Verhältnisse des Ordens. Seine Buchhaltung ist zuvor von Frau Köstler überprüft worden: Sie erklärt, daß alles ordnungsgemäß verzeichnet ist. Der Präses stellt den Antrag auf Entlastung des Vorstandes. Diese wird bei Enthaltung der anwesenden Vorstandsmitglieder von allen übrigen Anwesenden gewährt. Nach kurzer Aussprache einigen sich die Anwesenden einstimmig darauf, den Jahresbeitrag für alle Mitglieder, deren Anschrift Postleitzahlen zwischen 90000 und 90800 trägt, auf DM 100,- heraufzusetzen. Berichte werden abgestattet über die Pflege des Irrhains, die Versuche, an der 950-Jahr-Feier der Stadt Nürnberg teilzunehmen, sowie die Aussichten auf eine Gedenkstätte für das "Poetenwäldchen" an der Pegnitz. Frau Fink wird unter formloser Beipflichtung der Anwesenden zur kommissarischen Schriftführerin bis zu den nächsten Vorstandswahlen ernannt; desgleichen übernimmt Frau Dr. Korten einstweilen die Ämter des verstorbenen Herrn Geiger.

 

Mittwoch, 24. Februar 1999, 19.00 Uhr, Maritim-Hotel

Dr. von Herford und Dr. Kügel sind zu Gast bei einer Sitzung des Lyons-Club. Beide referieren je etwa 20 Minuten über den Blumenorden und treffen auf einen aufgeschlossenen Zuhörerkreis.

 

1. März 1999:

Als Mitglieder Nr. 1694 bis 1696 begrüßen wir Herrn Dr. Reinhard Knodt, Frau Evelyne Traugott und Frau Liselotte Zolles.

Das Ehrenkreuz des Pegnesischen Blumenordens erhält aus Anlaß seines 90. Geburtstags unser langjähriges und verdientes Mitglied Herr Landesarbeitsamtspräsident i.R. Walter Buckan. In seiner Freude darüber läßt er dem Orden eine Spende in vierstelliger Höhe zukommen.

 

Dienstag, 9. März 1999, 19.00 Uhr, Rotkreuzhaus, Nunnenbeckstraße 47, 1. Stock

Ewald Arenz, Literaturpreisträger der IHK 1998, liest aus eigenen Werken und führt einen Film vor, den er an Schauplätzen in Fürth und im Irrhain mit Schauspielern gedreht hat. Es sind leider nur 11 Pegnesen anwesend, diese aber geben ihrer Freude und Dankbarkeit für den gelungenen Abend regen Ausdruck und schaffen sich einige der mitgebrachten Bücher des Autors an.

 

Samstag, 13. März 1999, 10.00 Uhr, Irrhain

Unsere langjährigen Helfer, die Pfadfinder des Bundes "Weltenbummler", fällen einen morschen Baum, beseitigen Bruchholz, räumen Wege frei und sammeln Abfall. Vom Blumenorden sind außer Dr. Kügel vertreten: Frau Köstler, die den Pfadfindern wieder Laugenbrezen mitgebracht hat und mit Butter bestreicht, sowie Herr Ebner, der riesige Haufen Blätter zusammenrecht. Auch eine freiwillige Helferin aus der Zahl unserer Gäste, Frau Jeanette Stein, nimmt sich mancher Dinge an, unter anderem des Hüttenvorraums.

 

Mittwoch, 17. März, 14.00 Uhr, Theaterkantine

Dr. Kügel hat eine Unterredung mit dem künstlerischen Leiter des geplanten Friedensmahls im Rathaussaal zum Beginn der 950-Jahr-Feiern der Stadt Nürnberg, einem Schauspieler und Regisseur namens Kiemle. Trotz scheinbaren Eingehens auf die Vorschläge bezüglich einer Einbeziehung des Ordens und seiner Pokale in irgendeiner Form und eines Text-Auftrags an Godehard Schramm wird später nichts davon verwirklicht.

 

22. März 1999

Eine langjährige treue Besucherin unserer Veranstaltungen, Ilse Freifrau Volckamer von Kirchensittenbach, verstirbt im 89. Lebensjahr. Sie hinterläßt dem Blumenorden dankenswerterweise ein Legat von 2000 DM.

 

Dienstag, 30. März, bis Donnerstag, 1. April 1999, Irrhain

Wegebau durch Herrn StD Franz Ippisch aus Weiden und Dr. Kügel unter Verwendung von 14 Tonnen Kies, die durch Vermittlung von Herrn Kolb, dem Leiter des Hochbauamts, unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden sind. Die Möglichkeiten, neue Wege anzulegen, werden bis auf kurze Verbindungsstücke völlig ausgeschöpft.

 

Montag, 12. April 1999, 19.00 Uhr, Hinterzimmer des Künstlerhauses

Dr. Alfred Rottler stellt seinen zu baldiger Veröffentlichung vorgesehenen neuen Roman "Götter" vor, eine Auseinandersetzung mit den drei großen Weltreligionen. Das gute Dutzend Zuhörer treten in eine angeregte Debatte mit dem Autor ein. Der Versammlungsraum wird allgemein als günstig und würdig empfunden, wenn auch die umliegenden Räume und Zugänge noch einen sehr vernachlässigten und sogar verunstalteten Eindruck machen.

 

30. April 1999

Herr Präsident a. D. Walter Buckan, Mitglied Nr. 1602, verstirbt im Alter von 90 Jahren.

 

Samstag, 1. Mai 1999, 14.00 Uhr, Irrhain

Pfadfinderfest im Irrhain: Zum Dank für Aufräumarbeiten ist dem Förderkreis des Pfadfinderbundes "Weltenbummler" in Mittelfranken wieder gestattet, den Irrhain für eine Vorstellung der Pfadfinderarbeit zu nutzen. Um 14 Uhr spricht Herr Ebner als würdiger Vertreter des Blumenordens einige würdige Worte zur Begrüßung. (Der "Vize" kämpft derzeit mit einem rauchenden Hinterrad.) Dann läuft die Feier an, von wenigen Regentröpfchen ganz ungestört, als lockeres Hin- und Herstreichen zwischen den Stationen, den Kochstellen, Kuchentellern, den Spielangeboten. Von den hier noch nicht erwähnten Mitgliedern des Blumenordens und seinem nahen Umfeld erscheinen nach und nach Herr Matthaei, Frau Winkler, Frau und Herr Zagel, Herr Dr. Rottler, die Großeltern Kügel. Insgesamt sind wohl außer den etwa 50 aktiven Wölflingen und Pfadfindern noch die gleiche Anzahl von Erwachsenen anwesend. Gegen 18 Uhr ist alles wieder abgeräumt.

 

Samstag, 8. Mai 1999, 20.00 Uhr, Aufseßsaal im Germanischen Nationalmuseum

Herbert Rosendorfer liest aus seinem neuen Buch "Die Schönschreibübungen des Gilbert Hasdrubal Koch"; dazu spielt das Telemann-Orchester Nürnberg u.a. drei Ländler, "Telemann auf der Alm", von Herbert Rosendorfer komponiert und dem Orchester gewidmet. Die handschriftlichen Noten mithilfe des Rechners lesbar gesetzt hat Dr. Kügel, der auch im Orchester mitspielt. Veranstalter ist die Buchhandlung Edelmann (Heiko Kistner); Eintritt: DM 28. Etwa 350 Personen sind erschienen, darunter etwa 20 vom Blumenorden und seinem Umfeld. Am Ende der Veranstaltung erhält der Autor aus der Hand des Vizepräses das Ehrenkreuz des Pegnesischen Blumenordens.

 

Mittwoch, 19. Mai 1999, 18.30 Uhr

Dr. von Herford und Dr. Kügel nehmen an einer Sitzung der "Freunde der Kunstakademie" teil und geben bekannt, daß der Orden den Irrhain gegebenenfalls für eine vorübergehende Ausstellung von Skulpturen und anderen geeigneten Objekten zur Verfügung stellen würde.

 

Montag, 31. Mai 1999, 19.00 Uhr, Hinterzimmer des Künstlerhauses

Herr Friedrich Dauscher, Regisseur, Schauspieler, Rezitator, trägt aus Anlaß des Goethe-Jahres sein Goethe-Programm vor: Vorspiel auf dem Theater – Prolog im Himmel — Osterspaziergang — Zauberlehrling — Totentanz — Der Sänger— Der Fischer — Hochzeitslied. Es sind an die 20 Zuhörer erschienen, die der ausdrucksvollen und allermeistens sinngerechten Vortragensweise des betagten Mimen gerne lauschen. Er wird anschließend mit seiner Tochter, die ihn von Forchheim hergefahren hat, von Dr. Kügel zum Abendessen auf den Marientorzwinger eingeladen.

 

1. Juni 1999

Als Mitglied Nr. 1698 begrüßen wir Herrn Roland Cantzler.

 

Dienstag, 29. Juni 1999, "Heilig-Geist-Spital", Nebenraum

Sitzung des neuen Sprachpflegeausschusses unter dem Vorsitz von Frau Dr. Korten. Anwesend sind Herr Dumont du Voitel, Frau Dr. Fuchshuber-Weiß, Herr Dipl.-Ing. Grasser, Herr Dr. Jäger und Gemahlin, Herr Dr. Kügel, Herr Matthaei, Frau Schaedel.

Die Aussprache ergibt folgende Gesichtspunkte:

Zu jedem Thema kann man sich mit deutschen Wörtern verständlich machen, aber nicht im Sinne einer Übersetzung, sondern weitschweifig erläuternd. Sprachpflege ist unterschiedlich sinnvoll auf verschiedenen Sprachebenen (Alltags- bzw. Umgangssprache, Jugendsprache, Journalismus, Werbesprache, Verkehrs- oder Hochsprache). Unerwünscht ist jedenfalls das Auf-die-Seite-Setzen des Deutschen im Geschäftsleben. Die entstehende ,,Inter-Language" ist der Unverständlichkeit nahe. Wörter, die aus den Fachsprachen in die Umgangssprache sickern, sind auch in zweisprachigen Wörterbüchern nicht mehr in den entstandenen Bedeutungen aufzufinden. Wenn man auf Reichweite achtet, muß man sich mit der Sprache der Medien befassen. Frühere Versuche des Blumenordens, an der Sprache der Werbung ihre Unverständlichkeit zu erweisen (Sprachbude), krankten daran, daß die Zielgruppen der Werbung enger gewählt sind als die Auswahl der befragten Passanten. Darüberhinaus hat die Werbesprache eine rhetorische Komponente, welche sie für eine Betrachtung unwillkürlicher sprachlicher Veränderungen ungeeignet macht. Man könnte meinen, die Sprache als solche verändere sich in Wirklichkeit nicht, nur die Sprecher; Aufgabe sei es eher, wiederzuentdecken als neu zu entdecken. Dieser Gesichtspunkt läuft auf die Unterscheidung von Sprachkompetenz (Beherrschung des Systems) und -performanz (jeweiliges Realisieren dieser Beherrschung) hinaus. Systemgerechter Sprachentwicklung wird die Sprachveränderung in schädlichem Sinne und die Sprachaushöhlung im Sinne eines Verlustes sprachlichen Materials gegenübergestellt.

Als es darum geht, welche Aufgaben sich die Mitglieder dieses Ausschusses stellen sollen, übernimmt Frau Dr. Korten die Anfrage bei Erlanger Professoren, andere die Beobachtung von sprachlichen Erscheinungen in den Medien, Herr Grasser die Beobachtung der Eigenheiten in dem neuen Medium Internet samt seiner geschäftlichen Nutzung. Man möchte sichten, was sich in den Sektoren jeweils abspielt, und die größten Gefahren ermitteln, um sie zu analysieren. Auf die Frage, was man erreichen wolle, schließt Frau Dr. Korten die Sitzung mit dem Hinweis, daß ein höheres Maß an Sprachbewußtsein das Ziel des Blumenordens sein solle.

 

Samstag, 3. Juli 1999, 10.00 Uhr, Irrhain

Ebensowenige Mitglieder wie voriges Jahr folgen der Aufforderung zur Herrichtung des Irrhains. Dennoch wird er in ansehnlichen Zustand gebracht, denn mehrere einzelne Einsätze sind schon vorausgegangen. Frau Barbara Schmitt hat mit einer Gruppe von Schülern im Rahmen eines Sonderprogramms zur Nachqualifizierung von Hauptschülern ohne Abschluß dafür gesorgt, daß morsche Pfähle des Zaunes an der Nordseite rechtzeitig vor dem Irrhainfest ausgewechselt worden sind.

 

Sonntag, 4. Juli 1998

Irrhainfest

11.00 Uhr, letzte Handgriffe vor dem Fest: die Pavillonzelte werden aufgebaut, der Blumenschmuck besorgt. Herr Teschner, Herr Reiß, Herr Mario Reubel und das Ehepaar Schuckert arbeiten mit Dr. Kügel zusammen, und als der Präses eintrifft, bezeugt er sein Vergnügen an den weißen Zelten, dem Anblick des Haines und dem schönen Wetter.

14.00 Uhr: Begrüßung durch den Präses, Herrn Dr. von Herford

Irrhainspiel: "Der Bauer mit dem blauen Tuch" von Hans Sachs; es spielen Mitglieder der Hans-Sachs-Spielgruppe der Stadt Nürnberg unter der Leitung von Adolf Breinbauer.

Anschließend Umgang durch den Hain, Imbiß an der Gesellschaftshütte (Festwirt: Herr Bösl von der "Alten Post", Kraftshof) und Umtrunk mit dem Ordenspokal. Eine ganze Reihe von Mitgliedern und Gästen werden aufgerufen und sprechen in Reimen oder Prosa vorbereitete oder improvisierte Trinksprüche. Fränkische Volksmusik spielen die Loonharder Musikanten. Die Feier wird allgemein als Erfolg empfunden.

 

Mittwoch, 28. Juli 1999, 12.00 Uhr, St. Martha-Kirche, Königstraße 79

Im Rahmen der Mittagskonzerte findet ein Konzert mit dem Chor "Die Meistersänger von Nürnberg" statt. Chorleiter und Organist ist Bernd Dietrich von der Musikhochschule. In diesem Konzert wird uraufgeführt: "Sieg des Frühlings", ein Gedicht unseres Mitgliedes Annemarie Zagel, in der Vertonung durch Prof. Karl Dietrich, Weimar, der sich von der Qualität der Darbietung sehr beeindruckt zeigt.

 

Samstag, 11. September 1999

Herbstfahrt

Treffpunkt: Omnibus-Bahnhof am Nelson-Mandela-Platz, 8.30 Uhr

Fahrt nach Altdorf, Stadtrundgang und Besuch des Universitätsarchivs, geführt von Herrn StD i. R. Recknagel. Dieser gibt kenntnisreich und unermüdlich Auskünfte zu den meisten sichtbaren Objekten. Einige Pegnesen und Gäste werden ihm darüber müde. Die Zeit zum Mittagessen wird allerdings ziemlich genau eingehalten. Daraufhin Fahrt nach Haimendorf, Besichtigungsgang rund um das Landschloß der Fürer. Herr Grieb hat sich bemüht, die Erlaubnis zum Besuch des Schlosses zu erlangen, wurde aber von Freifrau von Oetingen-Fürer im Hinblick auf den renovierungsbedürftigen Zustand der Baulichkeiten auf ein andermal vertröstet. Auch Herr Mende von den graphischen Sammlungen der Stadt Nürnberg, Anwohner des Schlosses, der sich ursprünglich zur Führung beim Rundgang bereiterklärt hat, ist kurzfristig verhindert worden, doch Herrn Griebs Unterlagen und Erläuterungen reichen allemal hin, den Eindruck zu vertiefen. Statt der Kaffeepause am Rockenbrunn, dessen Wirtsleute dieses Wochenende zu einem ihrer seltenen Urlaube verplant haben, halten wir Einkehr auf dem Moritzberg. Waghalsig und unwahrscheinlicherweise kämpft sich der riesige Bus über den Waldweg von hinten her bis vor die Kapelle und Gastwirtschaft (später womöglich noch waghalsiger, aber immer gekonnt, wieder hinab). Wir genießen in entspannender Gemächlichkeit Kuchen und Getränk, sehen nachher die Kapelle mit ihrem Porträt unsres fünften Präses genauer an und treten gegen 17.00 Uhr die Heimfahrt an. Der Preis je Teilnehmer hat DM 45,- betragen, darin sind Besichtigungsgebühren enthalten. Etwa 30 Pegnesen und Gäste sind mitgefahren. Leider ist der Präses bereits in so schlechter gesundheitlicher Verfassung, daß er zuhause bleiben muß, obwohl man wegen eines seiner beabsichtigten Termine die Fahrt um eine Woche vorverlegt hat.

 

Montag, 13. September 1999, 15.30 Uhr, Schloß Neunhof bei Kraftshof

Dr. von Herford ist traditionellerweise zum Kirchweihausklang eingeladen und nimmt Dr. Kügel mit, der ihn fährt. Im Schloß ergeben sich neben der eigentlichen Feierlichkeit, die in einer Preisverleihung für Kirchweihburschen gipfelt, auch Gespräche mit Vertretern des Forstes, des Gartenbauamtes und dem Oberbürgermeister. Danach fährt Dr. Kügel den Präses angesichts des schönen Wetters zu einem kurzen Umschauen in den Irrhain. Dieser ist aber zu erschöpft, um die Wege zu begehen, möchte sich aber auch nicht in die Hütte setzen. Auf der Eingangsstufe sitzend, überblickt er einige Zeit den "Kirchhof", äußert seine Zufriedenheit und erzählt auf dem Rückweg von den Umständen seiner Wahl zum Präses vor 46 Jahren.

 

17. und 18. September 1999

Jahresversammlung der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften in Sulzbach-Rosenberg

Dr. Kügel nimmt als Vertreter des Ordens an der Sitzung und dem Beiprogramm teil; Dr. Rohmer gesellt sich für einen Vortrag über Literatur im Internet am Samstagabend dazu, hört aber im Grunde nichts, was ihm nicht schon bekannt wäre.

 

1. Oktober 1999

Als Mitglied Nr. 1699 begrüßen wir Herrn StD Franz Ippisch, Weiden

 

Samstag, 9. Oktober 1999, 14.00 Uhr

Gut 20 Mitglieder des Kiwanis-Clubs haben sich zu einem Besuch des Irrhains angesagt und werden von Dr. Kügel geführt, der auch anschließend eine kurze Erläuterung der Wehrkirche St. Georg in Kraftshof gibt.

 

Dienstag, 12. Oktober 1999, 19.00 Uhr, Nebenraum des Heilig-Geist-Spitals

Anstatt des angekündigten Vortrags von Herrn Brigadegeneral a. D. Heinz Karst, der wegen Erkrankung des Referenten ausfallen muß, hält Dr. Rottler, kurzfristig um Hilfe gebeten, einen mit großem Interesse und Beifall aufgenommenen Vortrag, der sich ebenfalls mit Goethe befaßt, nämlich über dessen Verhältnis zu den Ärzten und seine Gesundheit. Leider erweist sich der Versammlungsort wegen systematischer Störungen durch eine im Eingangsbereich angebrachte Abrechnungskasse als sehr ungünstig, und es werden Stimmen laut, die auf einen Wechsel des Ortes für die Adventsfeier dringen. In der Folge gelingt es Frau Kreppner, dem Blumenorden wieder den "Fürstenhof" im Grand Hotel zu den alten Bedingungen zu reservieren.

 

Samstag, 23. Oktober 1999, 19.00 Uhr, Gaststätte "Zum Raubritter"

Der Münchener Verein "Schwadron der Pappenheimer", eine kulturpflegende Vereinigung großbürgerlicher Kreise, hält seinen alljährlichen Ausflug mit Damen diesmal in Nürnberg ab und hat Dr. von Herford um Teilnahme zweier Pegnesen mit Damen beim Abendessen gebeten. Der Präses muß sich leider wieder von Dr. Kügel mit Gemahlin vertreten lassen, und als zweites Pegnesenpaar nehmen Herr und Frau Grieb teil. Restbestände des letzten Mitteilungsheftes finden interessierte Abnehmer, und dem Schriftführer der Pappenheimer wird ein Exemplar der Festschrift überreicht.

 

Dienstag, 11. November 1999, 19.00 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus, Königsstraße 64

Vortrag von Herrn Prof. Dr. Hartmut Bobzin über den persischen Dichter Hafiz und die Verdeutschungen seiner Texte, mit besonderer Berücksichtigung der Goetheschen und Rückertschen Übersetzungen. Die sehr aufgeschlossenen und nicht ohne Vorkenntnisse mitdiskutierenden und Fragen stellenden Zuhörer sind leider kein großes Auditorium, sondern lassen sich an zwei Händen abzählen. Prof. Bobzin sieht das dankenswerterweise gelassen und meint, der neue Versammlungsort werde sich mit der Zeit gut einführen. Seiner Fürsprache ist es nämlich zu verdanken, daß Prof. Dr. Heimo Ertl, der in diesem Hause das Kulturprogramm aufstellt, das Entgegenkommen zeigt, die Vortragsabende des Blumenordens künftig in sein Jahresprogramm zu übernehmen.

 

Samstag, 13. November 1999, Germanisches Nationalmuseum

Dr. Kügel nimmt als Vertreter des Blumenordens, der ja sein Archiv und seine Bibliothek dort verwahren läßt und der Forschung zur Verfügung gestellt hat, an der alljährlichen Leihgeberversammlung teil.

 

Donnerstag, 25. November 1999, Auditorium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Findelgasse

Überreichung einer Festschrift zum 60. Geburtstag von Prof. Kreutz, dem Gemahl unseres Mitglieds Frau Kreutz, und sein Festvortrag zum Thema "Blick zurück im Zorn auf die 1980er Jahre". Der Blumenorden ist auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht worden, und Dr. Kügel nimmt teil.

 

Sonntag, 5. Dezember 1999, 14.00 Uhr, Fürstenhof im Grand Hotel

Adventsfeier

Begrüßung durch den Vizepräses, Herrn Dr. Kügel

Ludwig van Beethoven: Serenade für Flöte, Violine und Viola, op. 25. D-Dur — Entrata: Allegro

Ansprache des Herrn Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Dr. Bernhard Jagoda

Tempo ordinario d'un Menuetto, Trio I, Trio II

Dr. Bernhard Brons: Adventsgedanken

Allegro vivace e disinvolto

Es spielen: Ingrid Bosselmann (Querflöte), Juliane Göldner-Kügel (Violine), Dr. Dieter Jäpel (Viola)

Entgegen manchen Befürchtungen ist die Feier außerordentlich gut besucht, sogar so gut, daß es am Anfang einen Engpaß bei den Sitzplätzen gibt. Einige Mitglieder äußern schon ihren Unmut darüber, daß für sie trotz Anmeldung keine Tischkarten vergeben worden sind, und wollen gleich wieder gehen. Als aber die Hotelbelegschaft in kurzer Zeit für die nötigen Tische und Stühle gesorgt hat und Dr. Kügel bei seiner Begrüßung erwähnt hat, daß er einander bekannte Mitglieder nicht durch Tischkarten daran habe hindern wollen, ihre Tischnachbarn selber auszusuchen, glätten sich die Gemüter, und am Ende der Veranstaltung wird bei der Verabschiedung der anfängliche Eindruck von allen korrigiert. Das ist wohl zu gleichen Teilen der ermutigenden Rede Herrn Jagodas, der besinnlichen Betrachtung Herrn Pfarrers Dr. Brons und der anspruchsvollen Musikdarbietung zu verdanken. Allgemein ist die Betroffenheit über den Verlauf der Krankheit des Präses; manche hoffen, sie könnten ihn mit guten Wünschen noch erreichen.

 

8. Dezember 1999

Tod des Präses

 

Dienstag, 14. Dezember 1999, Krematorium am Westfriedhof, Halle 1

Feuerbestattung des Herrn Dr. Friedrich von Herford unter großer Teilnahme von Personen der Orden, Verbände und Vereine, denen er angehört hat, sowie eines Teils des fränkischen Adels und politischer Prominenz. Vom Blumenorden und seinem Umkreis haben ihre Anwesenheit möglich machen können (Vollständigkeit der Aufzählung ist angestrebt, aber vielleicht nicht erreicht): Herr Ebner, Frau Friederich, Herr Grieb mit Gemahlin, Herr Dr. Jäger mit Gemahlin, Herr Reiß, Frau Rehmböck, Herr Prof. Dr. Rusam, Herr Eugen Schöler, Herr Dr. Godehard Schramm, Frau Winkler, Frau Dr. Wolf, Frau und Herr Zagel, Herr Dr. Kügel, der auch als Vertreter des Ordens ein paar Worte spricht.