Chronik 2003

Mittwoch, 8. Januar 2003

Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters

Dr. Maly regt bei der Gratulationscour von sich aus an, ein Gespräch über den Irrhain zu führen. Am Rande kommt Dr. Kügel mit Dr. Schramm überein, für dessen „Dorfroman” eine elektronische Texterfassung aus den Zeitungsabdrucken durchzuführen.

Mittwoch, 15. Januar 2003, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Pegnesen lesen Heiteres

21 Personen sind erschienen, darunter der Mundartdichter Erwin Barth aus Eckental, der aus seinen eigenen Werken vorliest. Außerdem lesen Dr. Kügel („Besser als Fernsehen”, eine Tagebuchnotiz, und „Dannheiser” von Gottlieb Meyer); Ulrike Kreppner („Pelehei'”, eine Glosse zur PISA-Studie); Alfred Raab (Sprachkritisches); Dr. Fink (Klassisches in Mundart); Frau Köstler („Undank ist der Welt Lohn” von Elisabeth Fürst). Die Texte finden Anklang; das Fehlen einer Dekoration wird bedauert.

Freitag, 17. Januar 2003, 12.30 Uhr, Arwena-Hotel Langwasser

Vortrag über den Blumenorden bei einer Gruppe der Rotarier

Dr. Kügel ist von seinem ehemaligen Klassenkameraden Karlheinz Graß, dem Direktor des Altdorfer Leibniz-Gymnasiums, gebeten worden, seine Präsentation des Blumenorden zum besten zu geben. Bei diesem Treffen ist auch der Notar Bensch anwesend, der die neue Satzung des Ordens bezeugt hat. Dr. Kügel entledigt sich dieser Aufgabe selbstverständlich honorarfrei und bekommt am Ende den üblichen Bocksbeutel. Sein dezenter Hinweis, der Rotary-Club könnte einmal etwas für die Erhaltung des Irrhains spenden, verhallt ohne Ergebnis. Dafür bekommt er wenige Tage später die Einladung der Gemahlin eines dieser Rotarier, vor ihrer Gruppe der „Sorores Optimae” denselben Vortrag zu halten.

Mittwoch, 12. Februar 2003, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Jahreshauptversammlung

Erschienen sind 17 Personen, den Vorsitz hat Dr. Kügel als Präses, das Amt der Schriftführerin versieht Frau Fink.

Nach ordnungsgemäßer Erledigung der Formalien verliest Frau Fink den Jahresbericht 2002. Es wird beschlossen, daß der Jahresbericht von Frau Köstler handschriftlich ins Ordensbuch eingetragen wird.

Frau Köstler gibt in Vertretung des erkrankten Herrn Direktors Platzer und in ihrer Eigenschaft als Rechnungsprüferin Aufschluß über die finanziellen Verhältnisse des Ordens. Die Einnahmen haben die Ausgaben geringfügig überschritten; damit ist eine Finanzierung der laufenden Tätigkeiten des Ordens sichergestellt. Herr Thomas Wirkner, der andere Rechnungsprüfer, beantragt Entlastung des Vorstandes. Diese wird bei Enthaltung der anwesenden Vorstandsmitglieder von allen übrigen Anwesenden gewährt.

Eine Änderung des Satzungsentwurfs wird beschlossen. Dann werden zukünftige Aufgaben in den Bereichen der Sprachpflege, der Irrhainpflege, der Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und der Veranstaltungen des laufenden Jahres erörtert und, soweit möglich, beschlossen.

Herr Eugen Schöler schlägt vor, die Auszeichnung von Schülerarbeiten auch auf die Realschulen auszudehnen, und findet damit Zustimmung. Diese vorbereitete Gelegenheit ergreift der Präses, ihm das Ehrenkreuz des Blumenordens zu verleihen.

Freitag, 21. Februar 2003, 17.30 Uhr, Gemeindesaal von St. Martha

Vortrag über den Blumenorden beim Frankenbund

Dr. Kügel fungiert in gleicher Weise wie bei den Rotariern; das Ergebnis ist auch das gleiche, nur handelt es sich diesmal um die Vereinbarung zu einer Irrhainführung.

Dienstag, 11. März 2003, 10 Uhr

Irrhain-Begehung

Der Irrhainpfleger Helge Weingärtner und Dr. Kügel machen sich ein Bild vom Zustand des Geländes.

Mittwoch, 12. März 2003, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Vortrag

Erschienen sind 24Personen. Ingeborg und Bernhard Forssman lesen aus den Braut- und Ehebriefen von Friedrich und Luise Rückert. Die Lesung wird mit warmem Beifall aufgenommen.

Sonntag, 16. März 2003, 19.00 Uhr, Stadtmuseum Erlangen

Feier zum 80. Geburtstag Dr. Ingeborg Meidinger-Geises

Zu ihrer offiziellen Feier im Stadtmuseum Erlangen ist auch Dr. Kügel als Vertreter des Ordens geladen, überbringt der sichtlich erfreuten Jubilarin in einem Einzelgespräch die besten Wünsche und dankt für ihre langjährige tätige Mitgliedschaft.

Montag, 17. Februar 2003, 14.00 Uhr, Realschule Eibach

Vorbereitendes Gespräch wegen der Auszeichnung von Realschülern

Dr. Kügel sucht Herrn Ministerialbeauftragten Lobenhofer vereinbarungsgemäß in seinem Amtssitz auf und einigt sich mit ihm über das weitere Vorgehen.

Samstag, 29. März 2003, 10 Uhr

Pfadfinderaktion im Irrhain

Mehrere Sippen und Wölflinge des Bundes „Weltenbummler„ aus Nürnberg, Fürth und Eckental samt einigen ihrer Eltern kümmern sich wieder um Laubräumen und Entfernung von Bruchholz.

Mittwoch, 9. April 2003, Rathaus, 10.30 Uhr

Gesprächstermin beim Oberbürgermeister

Herr OB Dr. Maly empfängt Dr. Kügel zu einem Gespräch über den Irrhain. Anwesend ist auch der Rechtsreferent Dr. Frommer. Nach einem Hinweis auf die leeren Kassen der Stadt regt der OB an, einen Antrag bei der Zukunftsstiftung der Stadtsparkasse auf Unterstützung von Erhaltungsmaßnahmen am Irrhain in Höhe von 25 000 € zu stellen. Er werde als Mitglied des Stiftungsrates diesem Antrag von der Seite zuarbeiten. Dr. Frommer hebt hervor, daß dem Antrag ein sauberer Finanzplan hinzugefügt sein müsse.

Mittwoch, 9. April 2003, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Vortrag

Zu dem Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Fülleborn über Heinrich von Kleists Drama „Robert Guiscard„ sind 30 Personen anwesend, darunter fünf Damen und Herren aus dem näheren Hochschulumkreis des Referenten sowie zwei langjährige Mitglieder seines Oberseminars. Ebenfalls erschienen ist auf Anregung Herrn Schölers ein heutiger Vertreter der Familie Kleist, Herr von Kleist-Retzow. Der tiefschürfende und klare, Kleists gedankliche Positionen aufklärende Vortrag kann neuerdings in gedruckter Form nachgelesen werden; er ist im Kleist-Jahrbuch 2003 erschienen.

Donnerstag, 17. April 2003, 14 Uhr

Irrhainführung

Dr. Kügel führt eine Gruppe aus dem „Kulturladen Nord„ im Irrhain und berichtet über die Geschichte des Blumenordens.

Mittwoch, 30. April 2003, Schwabach, 11.30 Uhr

Besuch bei einer Preisverleihung

Wiederum von Herrn Müller-Mateen eingeladen, nimmt Dr. Kügel an der Feier zur Preisverleihung im Rahmen des Lyrikwettbewerbes an Gymnasienteil und gewinnt einzelne sehr gute Eindrücke.

Mittwoch, 30. April 2003, 16 Uhr

Vorstandsbesprechung

Beim Vizepräses, Herrn Grieb, treffen sich der Schatzmeister, Herr Platzer, und Dr. Kügel, um sich wegen des Förderantrages für den Irrhain abzusprechen. Mögliche Maßnahmen werden erörtert. Herr Grieb übernimmt es, Kostenvoranschläge einzuholen, Herr Kügel wird den Antrag auf deren Grundlage formulieren, und Herr Platzer liefert Auskünfte über mögliche finanzielle Eigenbeteiligung des Ordens.

Mittwoch, 14. Mai 2003, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Vortrag

Günter Stössel bewertet das Werk von Johann Konrad Grübel aus heutiger Sicht und stellt dessen Vorreiter-Rolle auf dem Gebiet schriftlich abgefaßter Mundartdichtung heraus. Er erläutert die Unterschiede des damaligen Nürnberger Dialekts zum heutigen an ausgewählten Beispielen und stellt seine modernisierte Textfassung einzelner Gedichte vor. Die 29 Zuhörer nehmen diese Auskünfte und Lesungen mit großem Beifall auf.

Donnerstag, 29. Mai 2003, 14.00 Uhr, Irrhain

Frühjahrsspaziergang im Irrhain

Der Förderkreis des Pfadfinderbundes "Weltenbummler", Bezirk Mittelfranken gestaltet einen Nachmittag mit Lagerleben und Vorführungen, Spielen, Geschicklichkeitsübungen, Liedern, Imbiß. Die Schirmherrschaft hatte Dr. Uli Glaser übernommen, wurde aber aus familiären Gründen abgehalten. Auch Pegnesen werden zu diesem Anlaß nicht gesehen, mit Ausnahme des Präses, der auch Vorsitzender des Förderkreises ist.

Mittwoch, 4. Juni 2003, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Vortrag

Thomas Paulwitz, Herausgeber der überaus erfolgreichen Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt„, ist aus Erlangen zu einem Vortrag gekommen, dem er den anreizenden Titel gibt: „Ist die deutsche Sprache ein Pflegefall?„ Dementsprechend sind 28 Personen anwesend, darunter einige, die dieses Thema mit besonderem Eifer besprechen, so etwa Herr Manfred Riebe und Herr Wilfried Honig. Der Vortragende gibt zu dieser Gelegenheit zum ersten Mal seine zehn Thesen zur Sprachpflege bekannt, die er bis dahin nicht veröffentlicht hat, und löst damit eine lebhafte Debatte aus.

Samstag, 5. Juli 2003, 10.00 Uhr, Irrhain

Aufräumen im Irrhain

Die Zahl der Helfer, die sich zum Herrichten des Irrhains für das Fest eingefunden haben, ist dieses Jahr besonders gering. Herr Weingärtner und Dr. Kügel besorgen noch ein neues Pavillonzelt anstelle eines unbrauchbar gewordenen.

Sonntag, 6. Juli 2003, Irrhain

Irrhainfest

11.00 Uhr: die Pavillonzelte werden aufgebaut. Das neue lässt sich viel besser handhaben und war derart billig gewesen, daß der Entschluß gefaßt wird, das nächste Jahr lauter neue anzuschaffen.

14.00 Uhr: Ideales Festwetter. Begrüßung an der Naturbühne. Daraufhin bietet die Hans-Sachs-Spielgruppe Nürnberg das Spiel "Der Roßdieb zu Fünsing" von Hans Sachs. Gangl Dötsch wird gespielt von Adolf Breinbauer, Lindl Fritz von Peter Woitas, Steffel Löll von Werner Frenzel und Uhl von Freising, der Roßdieb, von Josef Schielein. Die Zuschauer erfreuen sich an der Dreistigkeit der Handlung und der gekonnten Darstellung. Um 14.45 Uhr schließt sich daran der Umgang, um 15.15 Uhr Imbiß und traditioneller Umtrunk. Einige der Beiträge der zum Umtrunk Aufgerufenen haben wiederum den Charaktereigener Programmpunkte; so referiert der Spielleiter der Hans-Sachs-Gruppe, Herr Roland Meißner, ausführlich über die Entwicklung des Fasnachtsspieles und ruft danach Günter Stössel auf, der zum Gaudium der Zuhörer eine Charakterskizze des „fränkischen Karnevalisten wider Willen„ gibt. Dazu bringen die „Vacher Spielleut„ immer wieder Volksmusik mit Niveau. Nach siebzehn Uhr wandern die etwa 60 Besucher allmählich ab.

Samstag, 12. Juli 2003, 20.00 Uhr, Poetenwäldchen

Lesungen am Gedenkstein

Im Rahmen der „Stadtverführungen„ ist dieses Jahr eine Lesung am Gedenkstein für das Poetenwäldchen beim Westbad angekündigt worden. Zunächst sieht es mit dem Besuch nicht sehr gut aus. Außerdem hat es, vom Orden unverschuldet, Unstimmigkeiten bei der Uhrzeit zwischen dem gemeldeten Termin und dem Ausdruck im offiziellen Veranstaltungskalender gegeben, die dazu führen, daß zunächst eine andere Gruppe erscheint, diejenige der Erzähler unter Leitung von Frau Weidinger, um drei kurzen Texten zuzuhören. Dies stört weniger als eine Gruppe Jugendlicher, die in unmittelbarer Nähe ein Tonbandgerät laufen lassen und sich kaum dazu bereitfinden, die Lautstärke zu dämpfen, und allmählich wieder lauter drehen. Unterdessen ist das Programm der Pegnesen angegangen und hat etwa 40 Zuhörer gefunden. Herr Recknagel liest Texte zum Thema „Pegnitz„ aus der Geschichte des Ordens, und Dr. Fink eine Übersetzung aus den Metamorphosen des Ovid zum Thema „Wasser„ (Latona und die Bauern, die zu Fröschen werden). Einige Pfadfinder beleuchten bei einbrechender Dunkelheit die Szenerie mit Fackeln. Anschließend wandert, wer sich anschließen will, pegnitzaufwärts zum Logenhaus, wo Herr Ross die Grundzüge der Freimaurerei erläutert.

Montag, 14. Juli 2003, 19.30 Uhr, Hinterzimmer des Künstlerhauses

Lesungsabend

Drei Autoren haben sich eingefunden, um den etwa 15 Zuhörern Neues vorzustellen. Zuerst liest Frau Höverkamp den Entwurf einer Kurzgeschichte, „Karlsbader Geständnisse„, in der eine junge Frau eine gespenstische Begegnung mit Goethe hat. Das Handlungsschema erinnert an Rosendorfers Mozart-Erscheinung am Rande der Bayreuther Festspiele, nur ist in diesem Text der Zuhörer schon weit eher eingeweiht als das erzählende Subjekt, um wen es sich bei dem alten Herrn handelt. Es folgt Herr Grieb mit ausgewählten Kuriositäten aus seiner Zusammenstellung von Ratsverlässen zum Nürnberger Buchwesen. Es scheint, daß der Verleger Endter, der auch in enger Beziehung zu Schriftstellern aus dem Blumenorden stand, besondere Disziplinierungsmaßnahmen der städtischen Obrigkeit auf sich zog, nicht zuletzt deswegen, weil er sich den rigorosen Kleiderordnungen nicht immer fügte und auch Werke katholischer Kleriker druckte. Am Rande wurde jedem klar, der es noch nicht wußte, daß sich die auf einen geringen Personenkreis beschränkende Stadtregierung in die kleinsten Angelegenheiten mischte und dadurch ein gewaltiges Aktenmaterial von hohem kulturhistorischem Wert hinterließ. Schließlich referiert Frau Dr. Jürgensen über Nürnberger Bibliothekskataloge, gerade diejenigen der einstmals berühmten Privatbibliotheken. Diese Aufschlüsse sind dazu angetan, Bewunderung über das hohe Niveau der Nürnberger Kultur in der frühen Neuzeit zu wecken, wenn man z.B. erfährt, daß schon im 17.Jahrhundert Bücher über Vietnam und andere abgelegene Weltgegenden vorhanden waren. Besonders aufschlußreich ist der belegbare Wandel der Interessen. Frau von Eyb, die auch wegen der Planung der Herbstfahrt aus Rammersdorf hereingekommen ist, zeigt sich fasziniert und nimmt mit Frau Dr. Jürgensen Verbindung auf wegen gewisser Fragen zum von Eyb'schen Familienarchiv.

Dienstag, 29. Juli 2003, Hotel Merkur, 19.30 Uhr

Vortrag über den Blumenorden bei einer Gruppe der Sorores Optimae

Dr. Kügel berichtet über den Blumenorden anhand einer rechnergestützten Präsentation, die er aus dem Kapitel „Auskünfte„ für das Internet entwickelt hat. Die etwa 20 Damen, zum Teil mit ihren Herren, scheinen recht angetan. Unter letzteren entdeckt er Herrn Professor Stosberg, mit dem er wegen der Fortsetzung der Sprachausschußsitzungen noch etwas berät.

Montag, 8. September 2003,Schloß Neunhof, 15.30 Uhr

Neunhofer Schloßfest

Dr. Kügel vertritt den Orden bei dem Empfang, den die Erbengemeinschaft des Schlosses Neunhof anläßlich des Kirchweihausklangs alljährlich gibt.

Freitag, 12. September, 2003, CafŽ Löffler im Künstlerhaus, 12.12 Uhr

…ffentliche Lesung eines Mitglieds

Im Rahmen der Reihe „Eine Stadt liest„ trägt Herr Gottfried Reiß aus eigenen Werken vor und erläutert auf Anfragen des interessierten Publikums die Entstehung einiger dieser Gedichte.

Samstag, 13. September2003, Treffpunkt: 8.15 Uhr, Meistersingerhalle

Herbstfahrt

24 Personen werden auf ein Halbdutzend Autos verteilt, und dann fährt man unabhängig voneinander die erste Station an: Dennenlohe, wo im Ehrenhof des Schlosses Herr Schöler erst einmal Auskunft über die Baugeschichte und die Besitzer gibt. Der Schloßherr, Freiherr von Süßkind, übernimmt selbst die Führung und erläutert das nach Unterschieden der Gartenkultur verschiedener Erdteile ausgerichteten Konzept. Vor der Mittagspause berichtet Herr Schöler noch angesichts des Schlosses zu Sommersdorf über bedeutende Mitglieder der Familie von Eyb, die aus diesem Schloß stammten, besonders Ludwig den Älteren von Eyb, der drei Fürstengenerationen der Hohenzollern als Staatsmann gedient hat, und einen der ersten deutschen Humanisten, Albrecht von Eyb. Den einzigen kurzen Regenfall des Tages übersteht die Gruppe in dem von Herrn Schöler sehrumsichtig herausgesuchten Gasthaus "Krone" in Burgoberbach. Um 15.30Uhr finden wir uns vor Schloß Rammersdorf ein und werden von Baronin von Eyb herzlich begrüßt. Einige weitere Gäste sind schon anwesend, wodurch das Publikum für die nun folgenden zwei Lesungen etwa die Zahl 35 erreicht. Herr Dr. Gerhard Fink macht den Anfang mit Darstellungen des Landlebens, die Horaz und Ovid gegeben haben. Dr. Godehard Schramm stellt seine Lesung unter das Motto "heutige Sprachpflege und Sprachspiele" in der Nachfolge Harsdörfers, wie er sie selbst in Kurztexten durchgestaltet hat. Bevor nun die gastfreundlich angebotene Kaffee- und Imbißtafel der Schloßherrin die Besucher ins Nebenzimmer zieht, schließt sich noch an:

Verleihung des Ehrenkreuzes an Godehard Schramm

Montag, 29. September 2003, 19.30 Uhr, Hinterzimmer des Künstlerhauses

Lesungsabend

Auf Vermittlung von Frau Höverkamp ist Frau Dr. Ingeborg Stein von Weimar-Tiefurt angereist, hat beim Präses Wohnung genommen und liest vor leider nur 5 Zuhörern aus ihrem lyrischen Lebenswerk. Die auf den Punkt gebrachten Aussagen und die drängende, gewissenhafte Auslotung ihrer Empfindungs-und Gedankenwelt machen tiefen Eindruck. Am folgenden Tag hat sie ein großes Publikum in der von Karl-Heinz Demuß veranstalteten Reihe von Mittagslesungen im Café Löffler des Künstlerhauses.

Neuaufnahmen

Mit Wirkung vom 1. Oktober werden als Mitglieder 1719 und1720 aufgenommen: Herr Gerd Berghofer und Frau Solveig Willenberg.

Donnerstag, 2. Oktober 2002, 16.00 Uhr, Kunstakademie

Vorbesprechung eines Symposions

Frau Dr. Gerstl von der Hochschule für Bildende Künste empfängt Dr. Kügel zu einer Absprache wegen des von ihr geplanten Symposions über „Harsdörfer und die bildende Kunst„, das im Mai kommenden Jahres unter Beteiligung internationaler Fachleute, von denen einige am Barockforscherkongreß 1994 schon beteiligt waren, stattfinden soll. Vereinbart wird auf alle Fälle eine Irrhainführung.

Mittwoch, 8. Oktober 2003, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Lesungsabend

Gerold Effert ist von Fulda zu einer Lesung aus seinen Werken angereist. Es ist jedoch ein Glück, daß er ohnehin seinen Sohn in Erlangen besuchen wollte und von Dr. Kügel mit dem Auto abgeholt und wieder dorthin gefahren wird, denn der Besuch der Veranstaltung ist blamabel: ganze sieben Zuhörer haben sich eingefunden, um einem vielfach gefeierten und ausgezeichneten Literaturpreisträger zuzuhören, der in Fulda mühelos einen Saal mit 300 Personen füllt. Er liest nichtsdestoweniger konzentriert und eindrucksvoll aus Kurzgeschichten, deren hintersinnige und oft ein wenig unheimliche Lebensweisheit mit einer klangvollen, aber gänzlich unangestrengten Sprache zusammengeht. Danach sitzt man noch ein wenig im Lokal zusammen und vereinbart für einen hoffentlich wiederholten Nürnberg-Besuch eine Stadtführung.

Mittwoch, 22. Oktober 2003, 19.30 Uhr, Hochschulgebäude Findelgasse 9

Sprachausschuß

Obwohl Herr Prof. Dr. Stosberg aus gesundheitlichen Gründen und wegen seiner sonstigen Arbeitslast den Vorsitz des Sprachausschusses lieber nicht übernehmen will, hat er sich dankenswerterweise um die Einladungen und die Bereitstellung eines Raumes im Stammgebäude der Sozialwissenschaftlichen Fakultät gekümmert. Die Debatte knüpft an das Protokoll vom 14. 4. 2000 an und wird dank der von Herrn Stössel und Herrn Paulus gebrachten Beispiele bald sehr lebendig und amüsant. Am Ende steht die Frage, ob und inwieweit man sich dem „Deutschen Sprachrat„ anschließen solle.

Samstag, 1. November 2003, 21.30 Uhr, Eppeleinsaal in der Kaiserstallung

Preisverleihung an Realschüler

Unser Mitglied Dr. Knodt, der die Fünften Nürnberger Autorengespräche ausrichtet und mit unserem weiteren Mitglied Ewald Arenz moderiert, hat dem Orden die Möglichkeit eingeräumt, am Rande der Veranstaltungen des zweiten Tages die Preisverleihung durchzuführen, die von Herrn Schöler angeregt und von Herrn Ministerialbeauftragten Lobenhofer zusammen mit Dr. Kügel organisatorisch vorbereitet worden ist. Ausgezeichnet werden drei Schüler der zehnten Klassen aus Mittelfranken wegen ihrer durchgängig guten Leistungen im Fache Deutsch und eines hervorragenden Erörterungsaufsatzes.

Philipp Dürler, Neustadt an der Aisch: „Warum sind Computerspiele bei Jugendlichen so beliebt?„

Michaela Bopp, Zirndorf: „Spannungen zwischen Eltern und Kindern„

Marion Jatzlau, Feuchtwangen: „Probleme mit dem Handy„

Ihre Betreuer und Eltern sind ebenfalls erschienen, und ein Vertreter der Nürnberger Presse nimmt ein Photo auf, das später zusammen mit einem Kurzinterview des Präses veröffentlicht wird. (Dieses Photo wird Auslöser von mehr Fragen und Rückmeldungen, als sie der Blumenorden durch seine gesamte sonstige Tätigkeit in zwei oder drei Jahren verursacht.) Frau Lehmann, Dr. Hagen und Dr. Kügel verlesen Lobreden (Dr. Hagens wieder in Reimform), und Herr Grieb überreicht Geldgeschenke in Höhe von je 200 €, die der Blumenordenmangels eines Förderers aus der eigenen Kasse bestreitet.

Mittwoch, 12. November 2003, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Vortrag

Dr. Karl-Bernhard Silber, Tucher-Preisträger, ist von Pfarrkirchen angereist, hat beim Präses Wohnung genommen und hält vor leider nur 13 Zuhörern einen Vortrag über die patrizische Jugend in Birkens Dramen. Daraus geht vor allem hervor, einen wie hohen Anteil die erzieherische Rolle Birkens in mehreren Patrizierfamilien am Zustandekommen bestimmter Dramenstoffe und Ðthemen hatte. Die Erziehungsideale werden kontrastiv und ausweitend hervorgearbeitet und sinnenfällig gemacht. Dr. Silbers Vortragsstil ist selbst von gründlicher methodisch-didaktischer Ausbildung gekennzeichnet und findet regen Beifall. Danach gehen noch vier Pegnesen mit dem Referenten zusammen essen und halten eines der so notwendigen informellen Gespräche über den Blumenorden und seine Möglichkeiten.

Samstag, 16. November 2003, Germanisches Nationalmuseum

Versammlung der Leihgeber des GNM

Der Vizepräses Herr Grieb vertritt den Blumenorden auf der alljährlichen Zusammenkunft der Leihgeber.

Mittwoch, 3. Dezember 2003, 19.30 Uhr, Hochschulgebäude Findelgasse 9

Sprachausschuß

Aufgrund eines Mißverständnisses ist nicht mittels Anschreiben eingeladen worden. Erschienen sind nur vier Personen. Das Protokoll der letzten Sitzung wird überarbeitet. Dabei ergibt sich eine Debatte über „politische Korrektheit„ der Sprachpflege.

Sonntag, 6. Dezember 2003, 14.00 Uhr, Kaiser-Maximilian-Saal im Hotel Maritim, Frauentorgraben 11

Adventsfeier

14.00 Uhr: Begrüßung durch den Präses

Zur musikalischen Umrahmung dient in mehreren Abschnitten W.A. Mozart, VI. "Wiener Sonatine", C-Dur. Es spielt das "Duo Aventurin": Juliane Göldner-Kügel (Violine), Renate Herzog (Klavier).

Dr. Hartmut Frommer, Rechtsreferent Nürnbergs, spricht über die besonderen Vorzüge Nürnbergs, die es zum Aufbewahrungsort der Reichskleinodien gemacht haben, über deren weitere Geschichte und über die romantischen Konzeptionen oder Mißkonzeptionen der Stadt, etwa in den Schriften Wilhelm Raabes oder Conrad Ferdinand Meyers. (Er ist dann doch etwas überrascht zu hören, daß beide Mitglieder, wenn auch auswärtige, des Blumenordens gewesen sind.)

OStD Horst Gloßner läßt seine Adventsgedanken von dem Kirchenlied ausgehen „Seht, die gute Zeit ist nah„ und geht im weiteren auf den Text des Magnificat ein.

Der Besuch hätte besser sein können: etwa 35 Personen. Diejenigen, die anwesend waren, lobten den Versammlungsort und die gute Stimmung.

Ein frohgemuter Ausblick:

Von der Zukunftsstiftung der Stadtsparkasse ist Nachricht gekommen, daß sie Erhaltungsaufwand für den Irrhain mit 10 000 Û bezuschussen wird.