Chronik 2008

Januar 2008

Neuaufnahme

Mit Wirkung vom 1. Januar wird als Mitglied 1747 aufgenommen: Herr Roland Meißner, Leiter der Hans-Sachs-Spielgruppe Nürnberg.

Donnerstag, 10 Januar 2008, Wohnung des Präses

Ausschußsitzung

Unter dem Vorsitz von Herrn Alfred Raab gehen neun Teilnehmer sprachlichen Einzelfragen nach, besprechen und würdigen aber vor allen Dingen die Facharbeit der Abiturientin Lisa Kaltwasser über englische Sprachbrocken in der Werbung, wobei auch ihre Kursleiterin Frau Altmann-Leumansik anwesend ist.

Mittwoch, 16. Januar 2008, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Pegnesen lesen Heiteres

17 Teilnehmer sind erschienen, der Raum macht zunächst keinen Eindruck, der Karnevalsstimmung aufkommen ließe. Die Beiträge kommen über diese Nüchternheit allerdings bald hinweg: Günter Stössel schildert den Faschingsabend eines „Mausgescheiters“ und bringt eine Blütenlese aus „Nermberch English spoken“; Pfarrer Kaussler erfreut mit einer freien Erzählung aus seiner Kindheit; Frau Erika Stenglin trägt die Ballade über die Kölner Heinzelmännchen von August Kopisch vor; Frau Juliane Göldner-Kügel verliest aus einem Buch die schlimmsten Zwischenfälle aus dem Leben eines Klavierbegleiters; Günter Körner gibt ein eigenes, alliterierendes Sonett und einen Dialog beim Bäcker zum besten; Werner Kügel liest einen Auszug aus einem Urlaubstagebuch mit einer skurrilen Begebenheit; Frau Köstler schließt den Abend in traditioneller Weise mit der Kurzgeschichte „Undank ist der Welt Lohn“ von Elisabeth Fürst.

Donnerstag, 31. Januar 2008

Vorstandsbesprechung

In der Wohnung des Präses kommen Herr Grieb, Herr Platzer Herr Weingärtner und Herr Körner zusammen. Letzterer berichtet über den Irrhain: seine geplante Hütte und eine Skizze zum Ausbau der Tribüne. Dr. Kügel legt ebenfalls einen Entwurf für die Erweiterung dieses Zuschauerhügels vor.

Montag, 4. Februar 2008

Besprechung mit der Kulturreferentin

Von 10:30 Uhr bis 11 Uhr findet in Frau Prof. Dr. Lehners Büro und unter ihrem Vorsitz ein Gespräch mit Dr. Kügel im Beisein von Herrn Dr. Broda statt. Es geht um das zweite Harsdörfer-Gedenkjahr, das zu seinem 350. Todestag. Frau Lehner stellt einen Zuschuß von 1000 € für eine Harsdörfer-Broschüre als Werbematerial in Aussicht. Außerdem möchte sie eine Pressekonferenz zu diesem Thema halten, an der auch der Blumenorden beteiligt werden kann. Dies könnte im Rahmen der geplanten Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften (ALG) geschehen, die dieses Jahr in Nürnberg stattfindet, vielleicht bei dem oder zeitnah zu dem Empfang, den der Oberbürgermeister der ALG geben will. Weitere Veranstaltungen zu Harsdörfer kann die Kulturreferentin nicht zusagen, denn, wie sie sagt, es könne nur geschehen, was die Förderer interessiere, zum Beispiel eine Ausstellung zu Dürers Graphik „Betende Hände“.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Vorbesprechung zur Harsdörfer-Broschüre

Frau Dr. Doris Gerstl besucht Dr. Kügel und umreißt ihren Beitrag zur geplanten Broschüre auf der Grundlage ihres Vortrags in der vorigjährigen Harsdörfer-Geburtstagsfeier.

Mittwoch, 13. Februar 2008, 19:30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Jahreshauptversammlung

Erschienen sind 13 Personen, den Vorsitz hat Dr. Kügel.

Nach ordnungsgemäßer Erledigung der Formalien verliest Frau Fink den Jahresbericht 2007. Es wird beschlossen, daß der Jahresbericht ins Internet gestellt und von Frau Köstler handschriftlich ins Ordensbuch eingetragen wird.

Herr Direktor Platzer gibt Aufschluß über die finanziellen Verhältnisse des Ordens. Die Buchhaltung ist zuvor außerdem von Frau Köstler und Herrn Wirkner überprüft worden. Bedauert muß werden, daß trotz etlicher Spenden der finanzielle Spielraum des Ordens so gering ist, daß dringend nötige Arbeiten im Irrhain nur unter fast völliger Aufzehrung der Rücklagen möglich werden. Herr Dr. Jäger stellt den Antrag auf Entlastung des Vorstandes. Diese wird bei Enthaltung der anwesenden Vorstandsmitglieder von allen übrigen Anwesenden gewährt.

Eine Vorstandswahl steht auf der Tagesordnung; da Herr Grieb aus Altersgründen nicht mehr kandidiert, ergibt sich eine Änderung im Amt des Vizepräses: Herr Günter Körner wird mit zwölf Stimmen, ohne Gegenstimmen und bei einer Enthaltung (seiner eigenen) gewählt und nimmt die Wahl an.

Samstag, 16. Februar 2008

Irrhainbegehung

Herr Weingärtner, Herr Körner, Dr. Kügel und der Leiter der Baufirma Merl besichtigen die Zuschauertribüne und erörtern deren Ausbau. Herr Merl wird einen Kostenvoranschlag schicken. Das Metallgerüst für Herrn Körners Hütte steht bereits fertig montiert da.

Mittwoch, 27. Februar 2008

Germanisches Nationalmuseum

Herr Körner und Dr. Kügel liefern mithilfe von dessen VW-Bus etliche Schachteln voller Bücher, mit dem Exlibiris des Ordens gestempelt, zu den Beständen des Ordens im GNM, wo sie baldigst elektronisch erfaßt werden sollen.

Mittwoch, 5. März 2008

Irrhainschäden

Dr. Kügel geht mit der Kamera in den Irrhain und dokumentiert die Lage nach dem Sturm „Emma“ vom 1. März. Zwei überkreuz gestürzte Bäume haben die Gesellschaftshütte um wenige Meter verfehlt. Andere, kleinere sind quer über Wege gefallen. Den größten Schaden hat eine Esche angerichtet, die genau auf Herrn Körners Hüttengestell gefallen ist und es zerdrückt hat.

Montag, 10. März 2008, Schloß Ehrenburg, Coburg

Buchvorstellung

Das Mitglied des Blumenordens Edmund Frey stellt ein gemeinschaftlich mit mehreren Koautoren verfaßtes Buch über Frauen in Coburg vor: „Seien Sie doch vernünftig“. Dr. Kügel ist angereist und nimmt das opulent ausgestattete Werk in Augenschein und ein Exemplar für die Ordensbibliothek mit.

Mittwoch, 12. März 2008, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Vortrag

Erschienen sind 21 Personen. Carl Heinz Demuß liest unter dem Titel „Goethe lebt“ eigene Texte aus seiner Auseinandersetzung mit Goethe, darunter ein geistvolles Jugendbuch, in dem über die Reinkarnation Goethes in einem musikbegeisterten Schüler spekuliert wird. Die Lesung wird sehr freundlich aufgenommen.

Donnerstag, 13. März 2008, 11 Uhr

Irrhainführung

Eine Reisegruppe aus Bremerhaven, die sich vor geraumer Zeit brieflich angemeldet hat, erhält von Dr. Kügel eine literarische Führung im wüsten Irrhain. Danach begibt sie sich auf Besichtigung des Rechenbergdenkmals für Ludwig Feuerbach und auf den Johannisfriedhof zu dessen Grab, geführt von zwei Vertretern des Humanistischen Verbandes und dem Schriftsteller Gasseleder. Trotz einer Zusage, dem Blumenorden eine Spende zukommen zu lassen, ist bisher nichts eingetroffen. Wahrscheinlich hat der Veranstalter den ‹berblick verloren.

Mittwoch, 19. März

Irrhainbegehung

Herr Ippisch und Dr. Kügel sehen sich im Irrhain um und finden ihn teilweise von Forstleuten gangbar gemacht. Der Durchgang am Totholzplatz ist wieder vom Gestrüpp der Krone jener zerstörerischen Esche geräumt, der dicke Stamm eines der überkreuz gefallenen Bäume, welcher den Weg von der Hütte zur Bühne verlegte, ist wenigstens so durchschnitten, daß man hindurchgehen kann, und der gefährlich schräg lehnende Baum am Langen Gang, welcher den Zaun des Nachbarn bedrohte, ist herausgenommen.

Mittwoch, 2. April, Wohnung des Präses

Ausschußsitzung

Leider sind nur sechs Personen anwesend, als Herr Thomas Paulwitz, der Politikwissenschaft studiert hat, die Abkürzung BRD auf der Grundlage eines Wikipedia-Artikels einer sprachkritischen und gesellschaftsgeschichtlichen Analyse unterzieht.

Mittwoch, 9. April 2008

Irrhainbegehung

Um 15:30 Uhr treffen im Irrhain Herr Grieb, Herr Baumann, Besitzer einer Steinmetzfirma, und Dr. Kügel zusammen, um über die Erstellung eines neuen Gedenksteines zu beraten, den Herr Grieb zur Eingravierung von Namen verstorbener Mitglieder stiften will, und das ins Wackeln gekommene Denkmal für Dr. von Herford auf eine Möglichkeit zur Abhilfe zu untersuchen. Das von einem besorgten Spaziergänger informierte Bauamt der Stadt Nürnberg hat eine weiß-rote Schranke darum errichtet und um baldige Reparatur ersucht.

 

Mittwoch, 9. April 2008, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Vortrag

Dr. Kügel berichtet über die Tätigkeit des Blumenordens im Biedermeier auf der Grundlage seines neu erschienenen Buches. Es sind 18 Zuhörer anwesend.

Donnerstag, 10. April 2008

Irrhain

Herr Grieb besichtigt den Irrhain mit einem Architekten aus seiner Bekanntschaft wegen der Erweiterung der Tribüne.

Mittwoch, 16. April

Gedenktafel für Longfellow

Herr Körner ist anwesend, als am Haus Karolinenstraße 43/45 eine metallene Tafel zum Gedenken an den amerikanischen Dichter Longfellow angebracht wird, die von dem deutsch-amerikanischen Frauenclub und den Altstadtfreunden in Auftrag gegeben worden ist. Die Inschrift erwähnt auch seine Mitgliedschaft im Blumenorden.

Samstag, 19. April 2008, 10 Uhr, Irrhain

Irrhainaktion

Etwa 20 Pfadfinder kehren von den kleineren Wegen alles Laub zur Seite, am Denkmalplatz tun dies Herr Meißner und Gemahlin. Günter Körner schneidet zu dünn aufgeschossene Bäumchen auf eine Art, die sie wie geknickt aussehen läßt; auf diese Weise sollen auf die Dauer dichtere Hecken entstehen. Eine besondere Einsatzgruppe widmet sich dem Abräumen von Bruchholz, soweit es nicht unter gefährlicher Spannung steht, darunter Herr Thilo Witkowski, ein Kollege vom Scharrer-Gymnasium. Die blumenordenseigene Kettensäge ist nach etwa zehn Jahren Einsatz am Ende, trotz neuer Kette, deswegen sind die Geräte dieser Helfer willkommen. Gegen 14 Uhr sieht der Irrhain wieder betretbar aus. Die meisten Helfer fahren nach Hause. Es hat unablässig geregnet, die Temperatur ist nicht über 8ßC gestiegen. Die verbliebenen Pfadfinder errichten eine Jurte, um eine Stammesbesprechung abzuhalten. Gegen 18 Uhr löst sich die Veranstaltung mit Gesang im Schlußkreis auf.

Mittwoch, 30. April 2008

Altenakademie

Dr. Kügel hält im Rahmen der Altenakademie im Gewerbemuseumsbau einen schlecht besuchten Vortrag über den Ertrag seiner Forschungen zu dem Buch „Geschichte und Gedichte des Pegnesischen Blumenordens, Zweites Buch: 1794 bis 1844“, das unlängst im Shaker-Verlag Aachen erschienen ist.

Mai 2008

Neuaufnahmen

Als Mitglieder Nr. 1748 bis 1750 begrüßen wir Herrn Prof. Dr. Georgi Diakonov, Frau Dr. Ljudmila Pastuschenko und Herrn Dr. Konrad Wieland.

Donnerstag, 1. Mai 2008, 14.00 Uhr, Irrhain

Frühjahrsspaziergang im Irrhain

Wieder gestalten Pfadfinder und ihre Eltern vom Förderkreis des Pfadfinderbundes "Weltenbummler einen Nachmittag mit Lagerleben und Vorführungen, darunter einer Trunkenheitssimulation mit sogenannten „Rauschbrillen“ vom BRK, um vor den Gefahren der Promille im Verkehr anschaulich zu warnen. Die Stimmung ist prächtig trotz dreier Regenschauer, die aber zuletzt von der siegenden Sonne abgelöst werden. Kuchen, Würstchen und Halssteaks gehen gut weg.

Mittwoch, 7. Mai 2008, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Vortrag

Herr Ernst-Friedrich Schultheiß referiert vor 15 Anwesenden über den Zusammenhang von deutschem Nationalgefühl und Griechenbegeisterung anhand zweier Texte, die an der Universität Altdorf 1669 bzw. in Nürnberg 1822 erschienen sind. Der zweite nimmt vorgeblich in historischer Weise Bezug auf den ersten, gibt aber vor dem Hintergrund des griechischen Unabhängigkeitskampfes und in der Phase nationalliberaler Hoffnungen nach den napoleonischen Kriegen eine Stellungnahme zur unbefriedigenden politischen Lage ab, die unumwunden nicht möglich gewesen wäre. Die Ausführungen interessieren und überzeugen.

Freitag, 9. Mai 2008

Die Irrhain-Katastrophe

Ein Brief von Herrn Forstdirektor Blank, dem Leiter der Nürnberger Forstbetriebe, trifft ein. Darin wird wegen der Bruchgefahren im Irrhain entschieden widerraten, Feste und Versammlungen im Irrhain abzuhalten, also auch das Irrhainfest. Es sieht so aus, als könne wegen einer europäischen Richtlinie zum Schutze seltener Käfer, von denen im Irrhain vor allem der Eremitenkäfer eine Rolle spielt, künftig keine Schneide- oder Fällmaßnahme zur Verkehrssicherheit mehr getroffen werden.

Mittwoch, 14. Mai 2008, Logenhaus

Präsentation

Dr. Kügel hält mithilfe von Rechner und Videoprojektor einen Vortrag über den Blumenorden vor Mitgliedern der Loge „Zu den drei Pfeilen“ und geht dabei auch auf die neue Situation im Irrhain ein.

Donnerstag, 22. Mai 2008, Irrhain

Irrhainführung

Dr. Kügel bietet Mitgliedern der Freimauererlogen von Erlangen und Nürnberg eine Irrhainführung und erhält von Herrn Ross, dem ehemaligen Meister vom Stuhle, eine Heckenpflegegarnitur zum Geschenk für den Orden.

Donnerstag, 29. Mai 2008, 19 Uhr, im Haus des Schatzmeisters

Vorstandsbesprechung

Angesichts der hohen Risiken gesundheitlicher, wirtschaftlicher und strafrechtlicher Art für alle direkt und indirekt Beteiligten beschließen Dr. Kügel, Herr Körner, Herr Platzer und Herr Grieb, das Irrhainfest 2008 nicht in der geplanten Weise durchzuführen. Es soll durch Rundschreiben bekanntgemacht werden, daß höchstens der Umgang abgehalten werden kann. Baumaßnahmen an der Zuschauertribüne, die zum Zweck einer Erweiterung der Zuschauerfläche und eines Aufbewahrungsortes für Sitzgelegenheiten und Pavillonzelte angedacht worden waren, sind hiermit gegenstandslos und werden gestrichen. Außerdem sollen die Presse und die am Irrhain interessierten Politiker und anderen Amtsträger von dem Dilemma in Kenntnis gesetzt werden.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Irrhainbegehung

Präses und Vizepräses führen mit den Förstern Blank und Sanguinette am 5. 6. ab 16 Uhr noch einmal eine Begehung durch und lassen sich auf die Gefahrenquellen genau hinweisen. Dr. Kügel dokumentiert diese mit der Kamera. Es gibt praktisch keine ungefährliche Zone, auch nicht im Bereich der Naturbühne.

Mittwoch, 11. Juni 2008, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Vortrag

12 Zuhörer, darunter mehrere Fachleute aus den Gebieten der Sprachwissenschaft und Archäologie (auch Ordensmitglied Klaus Dornisch) sind von Prof. Norbert Oettingers Thema „Der Trojanische Krieg fand eben doch statt! Beweis mit den Mitteln der Indogermanistik“ angezogen worden, doch leider kann er den Vortrag wegen einer Erkrankung nicht persönlich halten, sodaß Dr. Kügel ihn anhand seines Redemanuskriptes vertreten muß. Seine Thesen finden nichtsdestoweniger Anklang.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Besuch einer Vortragsveranstaltung

In der Buchhandlung Hugendubel spricht von 16 bis 18 Uhr Frau Mechthild von Scheurl, Tochter des langjährigen Vizepräses, über die Kraft unverschnörkelter Ausdrucksweise. Herr Marten vom Verein International Christian Leadership hat Dr. Kügel darauf aufmerksam gemacht, und dieser spielt mit Bemerkungen zur Notwendigkeit rhetorischer Effekte den Hecht im Karpfenteich.

Samstag, 14. Juni 2008, Stadtverführungen

Zweierlei Angebote des Blumenordens

Vom Hans-Sachs-Denkmal aus führt Dr. Kügel ab 10 Uhr eine Gruppe von ausnehmend wißbegierigen 16 oder 18 Teilnehmern auf einen literarischen Spaziergang, der neben dem Jubilar Harsdörfer auch andere wesentliche Gestalten der Nürnberger Literaturgeschichte berücksichtigt und die Orte ihrer Tätigkeit und Aufenthalte berührt, bis zum Johannisfriedhof und darüber hinaus zum Poetenwäldchen. Am Abend veranstaltet Herr Körner nach gebräuchlicher Art eine gut besuchte Nachtführung unter Mithilfe fackeltragender Pfadfinder. Die Gefahren durch Bäume, hat es geheißen, sind unwahrscheinlicher, wenn man nicht mit einer Gruppe an einem Ort innerhalb des Haines länger verweilt.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Ausschußsitzung

Bevor die Sitzung beginnt, ruft gegen 18:15 Uhr Herr Forstdirektor Dr. Pröbstle aus seinem Dienstsitz Erlangen an und schlägt ein Treffen vor. Er beschwert sich, daß der Blumenorden in seinen Stellungnahmen, die von der Presse verbreitet worden waren, den Eindruck hervorgerufen hat, als müsse er sich gegen überzogene Naturschutzideologie und Behördenwillkür zur Wehr setzen, und versichert den kulturellen Belangen, die sich an den Irrhain knüpfen, seines Wohlwollens und Verständnisses.

Immerhin sieben Personen sind anwesend bei den anschließenden Erörterungen über das Verhältnis gewisser deutscher Wörter zu nicht genau entsprechenden Wörtern in anderen europäischen Sprachen.

Samstag, 21. Juni, und Sonntag, 22. Juni

Tag der deutschen Sprache

Die Neue Fruchtbringende Gesellschaft veranstaltet in Köthen, und zwar in einem eigens als Haus der deutschen Sprache hergerichteten Nebengebäude des Schlosses, eine Vortragsreihe mit Aussprachen zum Thema Sprachpflege. Dr. Kügel und Herr Körner, beide Mitglieder der NFG, sind gemeinsam angereist; ersterer weist in einem Diskussionsbeitrag auf den Jubilar Harsdörfer hin. Die Veranstaltung bringt bemerkenswerte Gesichtspunkte zutage, allerdings kaum solche, die nicht schon in den letzten zwanzig Jahren irgendwann im Blumenorden, wenn auch in kleinem und kleinsten Kreise, angesprochen worden wären. Abweichend davon bleibt vor allem eine geradezu artistische Schnellsprechleistung in Erinnerung, die von einem Referenten angeblich öfter eingesetzt wird, um Jugendliche in geradezu sportlicher Art an gute Texte, gute Aussprache und Ausdrucksweise heranzuführen.

Dienstag, 1. Juli 2008, Irrhain

Fühlungnahme

Um 15 Uhr treffen der Irrhainpfleger, Helge Weingärtner, und Dr. Kügel an der Hütte zusammen, um wegen der Absperrung um den wacklig gewordenen Gedenkstein Abrede zu treffen und etwas zu unternehmen. Man kommt überein, gerade Hölzer, die beim Auslichten angefallen waren, mit Schnur um den Stein zusammenzubinden und eine vorbereitete laminierte Warnnotiz anzubringen. Außerdem hat sich ein freier Mitarbeiter der NZ, ein Biologe, angesagt, um wegen der Situation im Hinblick auf den Eremitenkäfer Beobachtungen anzustellen und Photos zu aufzunehmen. Nachdem er eine abgewogene Stellungnahme erhalten hat, geht er auf eigene Faust der Sache nach, während sich die beiden anderen zu schaffen machen. Plötzlich erscheint gegen 17 Uhr Herr Forstdirektor Dr. Pröbstle. Es ist ihm ein Anliegen, eine Gesprächskultur ohne Gereiztheit für den vorgesehenen Begehungstermin vorzubereiten, deswegen betont er sein Verständnis für die Nutzung des Irrhains als eines Kulturdenkmals und stellt Abhilfe in Aussicht. Es entsteht der Eindruck, der Blumenorden habe überhaupt nur Freunde.

Samstag, 5. Juli 2008

Irrhainpflege

Günter Körner und Dr. Kügel arbeiten getrennt: ersterer verstärkt den Riegel eines Fensters der Gesellschaftshütte mit einem Messingband, letzterer räumt Laub von den Wegen und baut ein erneut von Unbekannten aus Verschnitt zusammengestelltes Tipi ab.

Sonntag, 6. Juli 2006

Irrhainumgang anstelle des Irrhainfestes

Um 14 Uhr beginnt, was als Protestmarsch beabsichtigt war: ein Umgang mit vorangetragenen Blumenbuschen, wie er zu jedem Irrhainfest gehört, nun aber als alleiniger Programmpunkt. Die Presse ist nicht erschienen, weil auf telephonische Anfrage der Präses wahrheitsgemäß berichtet hat, es gehe nicht gegen den Naturschutz und die Forstverwaltung, sondern sei ein Flaggezeigen des kulturellen Nutzungsrechts des Ordens, das im Grunde niemand bestritten hatte. Also keine sensationellen Auseinandersetzungen. Dennoch ist der Kreis der Beteiligten ein Zeichen für das Zusammenstehen einmütiger Mitglieder und Freunde des Ordens. Gekommen sind außer dem Vorstand noch Herr Schöler, Herr Dumont du Voitel, Herr Marten und Gemahlin, Herr Ebner, Frau Tonk von Lützelburg, Herr Dr. Röhl und Frau Röhl, Herr Reubel, Herr Dr. Godehard Schramm, Frau Volland, Herr Satorius und seine Frau von der Kraftshofer Wohlfühlscheune — sie ist die eine Blumenträgerin, die andere ist Frau Schnabel, deren Mann, Prof. Schnabel aus Erlangen, verhindert ist — sowie ein halbdutzend neuer Gäste. Nachdem alle Wege abgegangen sind, wagt man dennoch, an der Hütte im Halbkreis zu beraten, was geschehen könnte. Herr Marten stärkt der Versammlung den Rücken, indem er aus seiner juristischen Kenntnis berichtet, daß in Bayern, entgegen der Praxis anderer Bundesländer, alte Rechtstitel wie das „ewige Lehen“, die im neuen Rechtswesen nicht mehr vorgesehen sind, dennoch nicht zu wirken aufgehört haben. Wir können also aus dem Irrhain gar nicht hinausgeschützt werden.

Montag, 14. Juli 2008, Kopfbau des Künstlerhauses

Lesungsabend

Nicht im Hinterzimmer, welches renoviert wird, sondern im gläsernen Vorbau des Künstlerhauses am Königstor findet die erste der diesjährigen öffentlichen Lesungen des Blumenordens statt. Frau Dr. Renate Jürgensen, die nach einer von immensem Fleiß gekennzeichneten Laufbahn als Literaturhistorikerin nun auch die Verfasserschaft poetischer Prosa angetreten hat, liest bei guter Akustik aus ihrem Roman „Auf den Hörnern des Stieres“, welcher das Schicksal eines nach Deutschland emigrierten Opfers des Algerienkrieges aus eigenwilliger Perspektive und in feinsinnig abgestimmter Sprache schildert. Herr Dr. Reinhard Knodt liest aus dem Buch, das er in seiner Eigenschaft als Turmschreiber der Stadt Abenberg verfaßt hat. Da Frau Höverkamp etliche Mitglieder ihrer Schreibwerkstatt mitgebracht hat, ist die Veranstaltung mit 26 Teilnehmern außergewöhnlich gut besucht, und Wortmeldungen verraten viel Verständnis. Mit dem Gefühl, erfolgreich weitergekommen zu sein, geht man auseinander.

Dienstag, 15. Juli 2008, ab 18 Uhr, Irrhain

Offizielle Begehung

Folgende Personen sind beteiligt: Herr Forstbetriebsleiter Roland Blank als Vertreter des eigentlichen Besitzers des Irrhains und Herr Sanguinette als der unmittelbar Zuständige, Herr Forstdirektor Dr. Pröbstle als Vertreter des Amtes für Landwirtschaft und Forsten Fürth und Frau Färber als Sachbearbeiterin des FFH-Management-Plans in Bezug auf den Artenschutz im Irrhain, aus München Frau Eckhardt als Vertreterin des Landesamtes für Denkmalpflege zusammen mit einer Volontärin, als Vertreterin des Umweltamts Nürnberg Frau Boser, als Vertreter des Pegnesischen Blumenordens der Präses Dr. Kügel, Vizepräses Günter Körner, Irrhainpfleger Helge Weingärtner M.A. und Rechtsanwalt Dr. Michael Metzner. Einigkeit wird erzielt darüber: Schwierigkeiten bei der Nutzung des Irrhains durch den Blumenorden bereitet nicht der Schutz des Eremitenkäfers, sondern die ‹beralterung des Waldbestandes im allgemeinen. Wo erkennbare, unmittelbare Gefahr im Verzug ist, kann Totholz trotz der FFH-Richtlinien geschnitten werden, können gefährliche Bäume auch entnommen werden. Doch die Gefahr ist in den meisten Fällen nicht zu erkennen; man weiß nur, daß sie jeden Augenblick eintreten kann. Völlige Verkehrssicherheit wäre nur um den Preis der Abholzung aller alten Bäume herzustellen, aber das kann niemand wollen, weil dadurch das vertraute und auch aus Denkmalschutzgründen erhaltenswerte Erscheinungsbild des Irrhains völlig entstellt würde. Nach der Besichtigung mehrerer Ersatzflächen für Versammlungen entscheiden Herr Körner und Dr. Kügel im Namen des Pegnesischen Blumenordens, daß der Vorschlag Dr. Pröbstles angenommen wird, in einem Junggehölz jenseits der südöstlichen Grenze des Irrhains eine Fläche von der Größe des „Kirchhofes“ innerhalb der nächsten zwei oder drei Jahre für Feiern herrichten zu lassen. Am 11. Juli ist eine Esche dicht am Steintor während eines Gewitters zerborsten, und ihre eine Hälfte hat das Holztor zum Nachbargrundstück zerschlagen. Die andere Hälfte bedroht akut das Steintor. Diese und der Kastanienbaum, welcher sie noch abstützt, werden nach Ablauf einiger Tage unter der Leitung Herrn Sanguinettes entfernt, ebenso wie ein eigentlich FHH-geschützter Baum, der sich genau auf ein Denkmal zuneigt.

Mittwoch, 23. Juli 2008, 17 Uhr, Büro der Kulturreferentin

Lagebesprechung wegen der Irrhainfrage

Zu Frau Prof. Dr. Lehner sind eingeladen Herr Dr. Pröbstle und der Präses, dazu kommen aus der Stadtverwaltung Herr Dr. Pluschke, der Umweltreferent, mit seiner Mitarbeiterin Frau Boser; außerdem nimmt Herr Dr. Broda teil. Dr. Kügel referiert kurz über die Auffassung des Irrhainpflegers, daß laut Artikel 1, Abs.2 (Satz 2) DSchG der Irrhain als Gesamtanlage ein Baudenkmal im Sinne des Gesetzes sei, daß dieses Kulturgut, zu dem auch die traditionelle Nutzung gehöre, in öffentlichem Interesse schützenswert sei und daher die Frage zu stellen sei, inwieweit die Forstbehörden verpflichtet seien, diese Nutzung und den Erhalt der Gesamtanlage als eigentliche Besitzer zu gewährleisten. Daraufhin äußert Dr. Pröbstle, dann könne er ja gleich gehen. Dr. Kügel macht schleunigst einen Rückzieher, um den guten Willen zur ‹bereinkunft auf pragmatischer Ebene nicht zu gefährden. Darin bestärkt ihn später Dr. Metzner, denn die rechtliche Verpflichtung sei nur unter hohen Risiken zum Gegenstand eines Verfahrens zu machen, weil die Zuständigkeiten nicht scharf genug umrissen werden könnten, und daher sei es gescheiter, zu nehmen, was man kriegen kann, anstatt sich auf Maximalforderungen zu versteifen. Herr Dr. Pröbstle macht den wohlvorbereiteten Vorschlag, der Blumenorden solle das, was getan werden müsse, als zwei unterschiedliche Projekte beschreiben und dafür Fördergelder einwerben. Damit auch die Forstbehörden und –betriebe tätig werden könnten, appelliert er auch an das Kulturreferat bzw. andere städtische Stellen, einen Teilbeitrag zu leisten, z.B. den Zaun fertigstellen zu lassen, damit andere Geldgeber um so leichter gewonnen werden könnten. Wie es sich im weiteren Verlauf dieses Jahres zeigt, verhallt dieser Appell trotz schriftlicher Antragstellung ungehört.

Donnerstag, 24. Juli 2008, 16 Uhr, Wohnung von Herrn Grieb

Vorstandsbesprechung

Es geht um die Frage, wie Fördergelder eingeworben werden könnten. Eine erste Möglichkeit eröffnet sich durch das freundliche Angebot des Präsidenten eines der Nürnberger Lions Clubs, des Herrn Dietmar Pfister. Er, der schon 1968 einen Nachdruck des Pegnesischen Schäfergedichtes herausgebracht hat und am Blumenorden interessiert ist, hat angeboten, den kolorierten Irrhainstich, der zur Zeit in der Gartenausstellung im Fembohaus zu sehen ist, in bis zu 100 Exemplaren auf Kosten des Lions Club als Faksimile herstellen zu lassen und dem Blumenorden zu schenken, der wohl für ein Exemplar 100 € verlangen könne. Herr Grieb bezweifelt aufgrund seiner Erfahrung als Sammler stark, daß es einen Markt für einen Nachdruck gebe. Herr Körner schlägt vor, solche Exemplare dann als Geschenk für Spenden über 100 € abzugeben. Der Erfolg scheint abhängig von einer begleitenden Pressekampagne, dem Weihnachtsgeschäft und Frau Lehners moralischer Unterstützung durch eine Pressekonferenz zum Thema Irrhain. Ansonsten wird Dr. Kügel beauftragt, nach und nach Antragsmappen an mögliche Geldgeber aus der Nürnberger Industrie zu versenden.

Montag, 4. August 2008

Drucklegung

Die von Dr. Kügel in QuarkXPress gesetzte Harsdörfer-Broschüre geht bei Plettner in Druck. Das versprochene Vorwort der Kulturreferentin, eigentlich von Dr. Broda verfaßt, ist nicht rechtzeitig eingetroffen, was den Präses zu einem eigenen Vorwort veranlaßt hat. Anschließend tritt er seinen Sommerurlaub an.

Donnerstag, 7. August 2008

Trauerfall

Vizepräses Körner vertritt den Orden mit Blumengesteck und Schleife bei der Beerdigung von Dr. Hermann Jäger, Mitglied Nr. 1690, der im Alter von 82 Jahren am 30. Juli verstorben ist. Nach dem Studium der romanischen, englischen und slawischen Philologie in Erlangen und Dijon, das er mit der Promotion zum Dr. phil. abschloß, diente er seit 1955 als Gymnasiallehrer, nahm einen Lehrauftrag an der Universität Erlangen-Nürnberg wahr, wurde Mitglied der Lehrplankommission der KMK und seit 1969 Oberstudiendirektor, zuletzt Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Mittelfranken. Seit 1990 lebte er im Ruhestand; er wurde in den Orden aufgenommen am 1. März 1998. Eine besondere Aufgabe erfüllte er durch seine Mitarbeit im Satzungsausschuß. Mit seiner Gemahlin war er bei fast allen Veranstaltungen anwesend. In den letzten Jahren arbeitete er in ebenso stetiger Weise im Sprachpflegeausschuß mit. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Donnerstag, 4. September 2008

Vortrag beim Lions Club

Dr. Kügel gestaltet seine Präsentation über den Blumenorden vor einem fragelustigen Zuhörerkreis im Carlton Hotel und bittet zum Abschluß um Unterstützung in der Irrhainfrage.

Freitag, 5. September 2008, Irrhain

Wieland-Gedenkfeier

Anläßlich des 275. Geburtstag seines Ehrenmitgliedes, des Dichters Christoph Martin Wieland, veranstaltet der Pegnesische Blumenorden eine kurze Feier im Irrhain. Der Präses verliest aus dem Schlußkapitel des Romans "Agathon" die Summe der Erkenntnisse Agathons, wie sie von Wieland dargestellt wurde. Außerdem wird an dem Obelisken, den der Orden zum Gedächtnis Wielands zu Anfang des 19. Jahrhunderts aufstellen ließ, ein Lorbeerkranz mit Inschriftband befestigt.

Samstag, 13. September, Treffpunkt: 7:45 Uhr, Endhaltestelle Thon

Herbstfahrt

Leider beteiligen sich lediglich neun Personen in drei Autos. Die Fahrt geht nach Kloster Waldsassen, wo Bibliothek und Basilika mit Führungen besucht werden. Besonders eindrucksvoll: die Vorführung der sechs im Kirchenraum verteilten Orgeln von einem Spieltisch aus, an dem der Organist improvisiert. Nach dem Mittagessen folgt ein Besuch der nahegelegenen Wallfahrtskirche Hl. Dreifaltigkeit, besser bekannt als Dientzenhofers „Kappel“. Zur Abrundung führt der Ausflug über Neualbenreuth nach Ernestgrün, wo die sogenannte „Kleine Kappl“ besichtigt wird. Im Hotel am Schloss Ernestgrün stärken sich die Teilnehmer mit einer Kaffeepause für die 125 km-Rückfahrt nach Nürnberg.

Montag, 10. September 2007

Neunhofer Schloßfest

Dr. Kügel vertritt den Orden bei dem Empfang, den die Erbengemeinschaft des Schlosses Neunhof anläßlich des Kirchweihausklangs alljährlich gibt, und erhält die Zusage, daß der Blumenorden sein Irrhainfest im kommenden Sommer besuchsweise im Neunhofer Schloßgarten halten darf.

Mittwoch, 17. September 2008, 18 Uhr, am Poetenwäldchen

Harsdörfer-Gedächtnis-Lesung

An Georg Philipp Harsdörfers, des Ordensgründers, 350. Todestag liest Matthias Kröner, Nürnberger Nachwuchsschriftsteller, in Lübeck lebend, aus seinem Text „Der Trichter und sein Henker“, einer Harsdörfer-Novelle. Ort der Lesung ist das als Lesepult gestaltete Denkmal des Poetenwäldchens an der Pegnitz, wo die Gründungsmitglieder sich zu ergehen pflegten, der Beginn ist 18 Uhr an einem feuchtkühlen Tag, doch es regnet glücklicherweise während der Lesung nicht. Erschienen sind außer dem Autor und dem Ehepaar, in dessen Verlag der Text als Hörbuch erschienen ist, nur drei Pegnesen: Herr Ebner, Herr Körner und Dr. Kügel, obwohl die Lesung in den Medien angekündigt worden war. Herr Kröner läßt sich’s nicht verdrießen, sehr schön zu lesen, und bei einer Brotzeit im Hause Kügel wird die Situation der Dichtung in Nürnberg noch weitläufig, wiewohl ohne Bitterkeit, besprochen.

19. bis 21. September 2008

Jahrestagung der ALG

Der Empfang im Kleinen Rathaussaal am Freitag beginnt mit einer Enttäuschung: OB Dr. Maly ist verhindert und läßt sich durch Herrn Schönfelder vertreten. Diesem rutscht bezeichnenderweise angesichts des Präses des Blumenordens und neben dessen Erwähnung der alte Unsinn heraus, nach dem 30jährigen Krieg sei in Nürnberg eine Durststrecke gekommen. Das stimmt nicht einmal in ökonomischer Hinsicht. Leider paßt das zum überraschenden Ausfallen einer Pressekonferenz zum Harsdörfer-Gedenkjahr, die für 22. 9. angedacht war. In Nürnberg hat man offensichtlich andere Prioritäten.

Am Vormittag des 20. 9. werden die Teilnehmer von Herrn Dr. Kammel im Germanischen Nationalmuseum empfangen und von zwei Mitarbeiterinnen in begeisternder Weise mit Glanzstücken der Bestände vertraut gemacht. Am Nachmittag finden gleichzeitig zwei Stadtführungen statt, von denen die eine der Stadtentwicklung gewidmet ist und von Herrn Prof. Dr. Rusam gehalten wird, die andere ein Spaziergang zu literarisch bedeutsamen Orten ist, den Dr. Kügel führt.

Am Abend trifft man sich in der Vorhalle des Pellerhauses zu drei Vorträgen: Herr Haberkamm von der Grimmelshausen-Gesellschaft stellt seinen Autor mit besonderem Bezug auf dessen “Ewigwährenden Kalender” vor, Dr. Kügel gibt einen Abriß der Ordensgeschichte, Dr. Knüppel zeigt die Fallada-Gedenkstätte.

Die Hauptversammlung am 21. 9. hat u.a. das Ergebnis, daß Mißhelligkeiten im Vorstand einem Verfahren der Einigung zugeführt wurden, das jedem gestattet, das Gesicht zu wahren. Viele Teilnehmer äußern sich sehr angetan vom Tagungsort und den gebotenen Aufschlüssen.

Dienstag, 23. September 2008, Irrhain

Führung

Dr. Kügel führt durch den Irrhain eine aus Worms angereiste Gruppe von 49 Gartenliebhabern und erhält zugunsten des Ordens ein Honorar von 50 €.

Donnerstag, 25. September 2008, Grand Hotel

Lesung

Dr. Godehard Schramm liest vor einer Versammlung des Verbandes Frau und Kultur aus seinem neuerschienenen Polen-Buch und erntet viel Beifall. Ein wenig von dem Glanz fällt auch auf den Blumenorden, dessen Mitglieder sowohl Herr Schramm als auch die Vorsitzende des Verbandes sind — und dies sogar zu erkennen geben.

Dienstag, 30. September 2008

Vorbereitung einer Spendenaktion

Um 16 Uhr erscheint Herr Pfister bei Dr. Kügel und bringt einen kleinerformatigen Andruck der Irrhainstich-Kopie mit. Er erneuert seine Bitte, Dr. Kügel möge sich dafür einsetzen, daß das Original in der Gartenausstellung für einen Tag abgenommen und ihm zur Verfügung gestellt werde, damit er es abscannen kann, denn der Andruck zeigt einen Farbstich. Er ist von einer Bilddatei gefertigt worden, die für die Erstellung des Ausstellungskatalogs verwendet wurde und für Dr. Kügel nach einigen Bittanrufen und einem Gang zu den Graphischen Sammlungen der Stadt Nürnberg auf CD gebrannt worden ist. Vorläufig muß der Andruck als Vorlage für ein Anschauungsexemplar in einer Vitrine des Germanischen Nationalmuseums herhalten, in dem bei der Bibliotheksnacht eine Veranstaltung zu dem Jubilar Harsdörfer geplant ist.

Oktober 2008

Neuaufnahmen

Mit Wirkung vom 1. Oktober wird als Mitglied 1751 aufgenommen: Herr Dr. Klaus Prätor.

Mittwoch, 8. Oktober 2008, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Vortrag

Der Abend war als lockere Aussprache kundiger Mitglieder zum Thema „Christoph Martin Wieland“ geplant, doch immerhin unter Mitwirkung des Experten Dr. Hans Radspieler aus Ulm. Leider hat sich dieser durch einen Sturz verletzt und wenige Tage vorher absagen müssen. Also rafft Dr. Kügel zusammen, was er aus dem Studium, aus Leseerfahrungen, der ersten Wieland-Biographie und Fritz Sengles Monographie über den Gegenstand in Kürze verarbeiten kann und hält ein Impulsreferat, worauf in der Tat sachverständige Fragen und Ergänzungen aus dem Zuhörerkreis erfolgen. Leider umfaßt dieser nur zehn Personen.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Trauerfall

Dr. Detlef Gojowy verstirbt im Alter von 74 Jahren und wird in Unkel bei Bonn beigesetzt. Er war geboren am 7. 10. 1934 bei Dresden, nach humanistischem Abitur an der Kreuzschule hatte er Germanistik, Musik, Musikwissenschaft und Slawistik in Berlin und Göttingen studiert, dort 1966 über „Moderne Musik in der Sowjetunion bis 1930“, promoviert. Zahlreiche musikhistorische Veröffentlichungen über avantgardistische, seit Stalin geächtete Komponisten Rußlands und anderer osteuropäischer Länder brachten ihm aus diesen Ländern vor der Wende wütende Reaktionen ein, denen die hiesige Kulturszene in realitätsverweigernder Entspannungseuphorie sogar noch beipflichtete sowie ihm existenzbedrohende Schwierigkeiten bereitete. Auf dem Gebiet der Belletristik veröffentlichte er u.a.: „Die versunkene Straßenbahn“, „Hildesheim oder die Grenzen des Optimismus, „Das Leibeigenentheater von Ostankino, „Ich kann den Blick nicht von euch wenden“ und „Zum Glück in Europa“. Er war maßgeblich tätig im Freien deutschen Autorenverband. In den Blumenorden aufgenommen wurde er am 1. Mai 2006. Er verfaßte etliche Beiträge für die "Mitteilungen".

Samstag, 18. Oktober 2008, Bacchus-Saal des Schlosses Ludwigsburg

Vorkonferenz „Arkadien nördlich der Alpen“

Vom Blumenorden sind Dr. Prätor und Dr. Kügel anwesend, als die vom Direktor der Staatsgalerie Stuttgart, Dr. Eiermann, nach Ludwigsburg einberufene Vorkonferenz zum Colloquiums- und Ausstellungsprojekt „Arkadien“ zusammentritt. Zu zehnt berät man, wie dieses für die Geistesgeschichte, aber auch für das heutige Freizeitverhalten zentrale Thema zweck- und sinnvoll abgegrenzt und, organisatorisch vorbereitet, bis etwa 2011 oder 2012 für eine Öffentlichkeit von erwünschten 50000 Besuchern einsehbar bzw. sinnenfällig gemacht werden könne. Von den weiteren Teilnehmern sind mit dem Orden bereits Frau Dr. Maisak und Prof. Dr. Garber im Briefwechsel gestanden; mit letzterem ergibt sich ein Gespräch am Rande, das zu Hoffnungen auf seinen Beitritt berechtigt.

Freitag, 24. Oktober 2008, Pellerhaus

Feier zum Wiederherstellungsbeginn

Nachdem erste Widerstände — ausgerechnet von Denkmalschützern — überwunden sind, feiert der Verein der Altstadtfreunde den Beginn der Wiederherstellungsarbeiten am Innenhof des Pellerhauses. Vom Blumenorden sind Herr Ebner und Dr. Kügel anwesend. Mit Bundesminister a.D. Oscar Schneider und Frau Bürgermeisterin a.D. Jungkunz ergibt sich am Rande eine Aussprache über den Irrhain. Sie befürworten entschieden die Projekte zur Aufrechterhaltung seiner Tradition.

Freitag, 24. Oktober 2008, Germanisches Nationalmuseum, Bibliothek

Bibliotheksnacht

Um 22 Uhr beginnt die Veranstaltung mit einem Vortrag Helge Weingärtners über Harsdörfers Leben und literarhistorische Bedeutung. Es sind etwa 50 Personen anwesend, und der neue Leiter der Bibliothek, Herr Dr. Pommeranz, findet anerkennende und freundliche Worte, gibt auch Dr. Kügel, als dieser von einer Orchesterprobe herbeigeeilt ist, noch Gelegenheit, allgemeine Fragen zum Blumenorden zu beantworten. In der bewußten Vitrine vor dem Eingang zum Saal ist bereits die umgearbeitete Kopie des Irrhainstiches ausgestellt, von dem Andruck gefertigt und elektronisch nachbehandelt innerhalb von zwei Tagen, und zeigt keinen Farbstich.

Mittwoch, 29. Oktober 2008, Irrhain

Erhaltungsarbeit

Wieder ist Herr Franz Ippisch zur Irrhainpflege angereist. Diesmal geht es um das Auslichten von überschlanken und überhohen Bäumchen, welche den kräftigeren Exemplaren des nachwachsenden Baumbestandes zu viel Licht wegnehmen. Es müssen gutgewachsene Bäume übrigbleiben, wenn die alten nach und nach absterben. Daher entfernen Herr Ippisch und Dr. Kügel mit der Kettensäge etwa ein dutzend Ahornstämmchen. Am folgenden Tag wird noch Laub geharkt, damit der Irrhain nicht ungepflegt aussieht wenn demnächst Feiertagsspaziergänger hindurchgehen, sonst wäre bald mit Vandalismus zu rechnen.

Mittwoch, 12. November 2008, Irrhain

Errichtung eines Gedenksteins

Der von Herrn Grieb mit einer Spende von 3000 € ermöglichte Gedenkstein wird von der Firma Baumann angeliefert und mithilfe zweier hydraulischer Kräne aufgestellt. Er trägt bereits die Namen der Mitglieder Alfred Rottler, Hans König und Inge Meidinger-Geise. Auch der Denkmalstein für Dr. von Herford wird nochmals angehoben, neu mit dem Sockel verbunden und festzementiert.

Donnerstag, 18. November 2008

Abbruch eines Spendenprojekts

Herr Pfister kündigt dem Präses die Zusammenarbeit auf und lädt ihn als Rezitator von Klaj-Texten für die Adventsfeier seines Lions Club aus. Vorangegangen ist eine längere Verständigungspause, die das Zeitfenster für erfolgreiches Werben im Weihnachtsgeschäft geschlossen hat. Diese ging wiederum darauf zurück, daß sich Frau Dr. Tschöke von den graphischen Sammlungen Nürnberg mit Hinweis auf die Empfindlichkeit der alten Farben nicht bereden ließ, das Original zum Scannen herzugeben, und Dr. Kügel daher anbot, die Bilddatei, welche auf eine Digitalphotographie von hoher Auflösung zurückgeht, vor Herrn Pfisters Augen mit seinen nicht ungeeigneten Programmen am Rechner zu bearbeiten. Das hat er seither getan und ein sehr ansehnliches Ergebnis erzielt, noch besser als das im Schaukasten des Germanischen Nationalmuseums. Doch grundsätzliche Einwände dagegen, wie der Blumenorden in vielen mühevollen kleinen Schritten aus dem Projekt vielleicht 3000 € erlösen könnte, wohingegen andere Spenden von Lions Clubs in einem Stück ohne Vertrieb von Werbematerial vergeben zu werden pflegen, haben Herrn Pfister wohl verletzt. Man sollte in Betracht ziehen, daß es ihm offenbar auch nicht gelungen war, Frau Dr. Lehner zu einer unterstützenden Pressekonferenz am Anfang der Kampagne zu bewegen.

Samstag, 22. November 2008, Germanisches Nationalmuseum

Leihgeberversammlung

Herr Körner vertritt als Vizepräses den Orden bei der alljährlichen Versammlung der Leihgeber des Germanischen Nationalmuseums.

Sonntag, 30. November 2008, Caritas-Pirckheimer-Haus, Großer Speisesaal

Adventsfeier

Mit kurzer Begrüßung durch den Präses und dem ersten Satz aus dem Streichquartett G-Dur, 1. Satz: Presto von Roman Hofstetter beginnt die traditionelle Adventsfeier des Ordens. Es spielen Juliane Göldner-Kügel (1. Violine), Dr. Werner Kügel (2. Violine), Dr. Dieter Jäpel (Viola), Rudolf Grimm (Violoncello).

Die Ansprache des Ministerialbeauftragten für die Realschulen in Mittelfranken, Herrn Josef Lobenhofer, erweist sich als begeisternder Akademievortrag über arabische Kultur. Es folgt die

Auszeichnung von herausragenden Facharbeiten aus Deutsch-Leistungskursen

aus den mittelfränkischen Gymnasien. Laudationes halten Dr. Hans-Martin Hagen über Tina Grade, Friedrich-Alexander-Gymnasium Neustadt a.d. Aisch, Dr. Dieter Jäpel über Angelika Hergesell, Martin-Behaim-Gymnasium Nürnberg, und Dr. Kügel über Christine Zenker, Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck. Die Preisträger erhalten je eine vom Präses und Herrn Leisgang, dem MB für die Gymnasien Mittelfrankens, unterzeichnete Urkunde und einen Umschlag mit 250 €. Sie werden von einem Pressevertreter photographiert. Mit dem 3. Satz leitet das Streichquartett über zu den Adventsgedanken, die diesmal wieder Herr Pfarrer Gloßner nahebringt. Dann treten noch ein letztes Mal die Musiker in Aktion, um mit dem 4. Satz den offiziellen Teil schwungvoll zu beenden.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Trauerfall

In der St. Johannis-Kirche auf dem gleichnamigen Friedhof findet die Trauerfeier für Herrn Dr. Paul Dreykorn statt, der im Alter von 85 Jahren am 11. Dezember 2008 verstorben ist. Er war lange Jahre der Leiter des Bildungszentrums, auch schon, als es noch Volkshochschule hieß, und hat eine große Zahl von bewundernden und dankbaren Schülern gehabt, von denen ihm viele das letzte Geleit geben. Die Kirche faßt nicht alle Trauergäste. In den Blumenorden war er 1993 aufgenommen worden. Vom Orden sind Dr. Dornisch, Frau Kreppner, Dr. Kügel und Dr. Schramm anwesend. Seine Trauerrede hat er selber einige Tage vor seinem Tod verfaßt, aber mit solcher Heilsgewißheit und solchem Humor, daß man lächelnd die Feier verläßt. An seiner Grabesstätte stammt einer der Kränze auch vom Blumenorden, und er trägt eine grüne Schleife.