Chronik 2010

Neuaufnahmen

Als Mitglieder Nr. 1757 und 1758 mit Wirkung vom 1. Januar 2010 begrüßen wir: Frau Angelika Hergesell und Frau Rominte van Thiel.

Mittwoch, 20. Januar 2010, 19:00 Uhr, Bürgermeisterturm

Pegnesen lesen Heiteres

Mit 15 Personen, die zum Verlesen heiterer Texte zusammenkommen, ist der Raum im Bürgermeisterturm schon sehr ansehnlich besetzt. Davon sind acht Personen, also etwas über die Hälfte, keine Mitglieder, und drei sind sogar zum ersten Mal dabei. Eine weitere Besonderheit besteht in einem „Textbogen zur Erlangung der fränkischen Staatsangehörigkeit“, den Frau Kreppner mitgebracht hat. Nicht nur dessen Ausfüllen, sondern auch die Darbietungen bisher ungehörter, zum Teil selbstverfaßter Texte von Günter Körner, Petra Schneider, Margaret Mead und Wolfgang Dahms bereiten großes Vergnügen.

Mittwoch, 27. Januar 2010, 19:00 Uhr, Turm

Sprachausschuß

Lediglich sieben Teilnehmer umfaßt der Ausschuß, darunter ist allerdings Herr Prof. Dr. Axel Flessner, emeritierter Rechtswissenschaftler, der von Herrn Paulwitz eingeladen worden ist, über die „Stiftung Deutsche Sprache“ zu berichten.

30. Januar 2010

Trauerfall

Am 30. Januar 2010 verstarb Herr Ottmar Zagel, im Blumenorden Nr. 1629, im Alter von 92 Jahren. Er studierte Rechtswissenschaft in München und war 1949 bis 1960 Direktionsassistent und juristischer Mitarbeiter, später Personalleiter in einem Großbetrieb der Kraftfahrzeugindustrie in Ulm. 1960 bis zur Pensionierung 1981 war er als Personalleiter in einem Unternehmen der Nachrichtentechnik in Frankfurt tätig. Seit 1987 nach Nürnberg übersiedelt, befaßte er sich mit Familienforschung, Briefmarken, Kunst- und Kulturgeschichte. Nachdem seine Frau Mitglied des Pegnesischen Blumenordens geworden war, wurde auch er 1989 aufgenommen. Er organisierte von 1991 bis 1997 die Herbstfahrten und schrieb einen Beitrag für die Festschrift 1994. Das Ehrenkreuz des Ordens erhielt er am 18. 8. 1994. Seine wertvolle Mitarbeit im Satzungsausschuß, der die Neufassung der Satzung 2002 zur Folge hatte, führte zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft im Jahre 2006. Er hat sich als ein angesehener Mann des Ausgleichs in einer Übergangszeit des Ordens verdient gemacht, und das soll nicht vergessen werden.

Mittwoch, 3. Februar 2010, 19 Uhr, Turm

Lesung

Ulrike Rauh, Mitglied im Autorenverband Franken, liest vor leider nur sieben Zuhörern aus ihren beliebten Reisebüchern: Spaziergänge in italienischen Städten (Venedig, Florenz, Neapel)

Mittwoch, 10. Februar 2010

Archivierung

Zehn Leitzordner Akten und etwa 20 Bücher werden ins Germanische Nationalmuseum verbracht.

Mittwoch, 17. Februar 2010, 19:30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Jahreshauptversammlung

Erschienen sind die 4 Personen des Vorstandes und Herr Dumont du Voitel, den Vorsitz hat Dr. Kügel.

Der Präses gibt eine kurze Standortbestimmung des Ordens, in der er auf die Entwicklung des Mitgliederbestandes (115 im Januar 2010), des Ausschusses und das Bild des Ordens nach außen eingeht.

Frau Fink verliest aus dem Jahresbericht 2009, welcher den Teilnehmern vorliegt, die Texte zum Gedenken an verstorbene Mitglieder. Es wird beschlossen, daß der Jahresbericht ins Internet gestellt wird.

Herr Direktor Platzer gibt Aufschluß über die finanziellen Verhältnisse des Ordens. Die Buchhaltung ist zuvor außerdem von Herrn Thomas Wirkner und Frau Köstler überprüft worden. Die Buchprüfer haben erklärt, daß alles ordnungsgemäß verzeichnet ist.

Infolge von unerwarteter Wertsteigerung eines Depots schließt die Jahresabrechnung 2009 mit einem leichten Überschuß ab. Etliche namhafte Spenden sind eingegangen, die höchste davon als Gegenleistung für Nachforschungen im Archiv im Zusammenhang mit der Erstellung eines Parkpflegegutachtens; dadurch sind die Einkünfte des Ordens aus Spenden nominell höher als diejenigen aus Mitgliedsbeiträgen.

Herr Platzer stellt den Antrag auf Einzelentlastung der Vorstandsmitglieder. Diese wird bei Enthaltung des jeweiligen Vorstandsmitgliedes für jedes einzeln von allen übrigen Anwesenden gewährt. Herr Dumont du Voitel spricht im Namen des Ordens den Dank für die geleistete Arbeit aus.

Samstag, 27. Februar 2010

Pflege der Beziehungen zum Wieland-Museum

Die historisch-kritische Ausgabe der Werke unseres Mitglieds Christoph Martin Wieland schreitet fort. Einige neue Bände werden in Biberach vorgestellt. Dr. Kügel reist zur Feier an, die mit Vorträgen beginnt und mit einer gelungenen szenischen Lesung schließt, und bringt den Blumenorden bei den Herausgebern, bei der neuen Museumsdirektorin, Frau Yvonne Häfner,  und beim Kulturreferenten der Stadt in Erinnerung.

Mittwoch, 3. März 2010, 19 Uhr, Turm

Lesung

Margaret Ruth Mead liest aus ihren Aufzeichnungen über Neuseeland und führt Bilder vor. Leider sitzen ihr nur vier Teilnehmer gegenüber, von denen immerhin zwei neu in diesem Kreis sind.

Am Vormittag wurde damit angefangen, Laub von den Wegen im Irrhain zu kehren.

Mittwoch, 10. März 2010, 19:30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Videoabend

Werner Kügel projiziert unter dem Titel „Hans Sachs im Irrhain“ die spannendsten Ausschnitte aus Fastnachtsspielen, die zwischen 1998 und 2009 bei Irrhainfesten aufgeführt wurden. 11 Zuschauer sind anwesend, darunter vier Vertreter der Hans-Sachs-Spielgruppe. Herr Meißner ist verhindert, aber seine Gemahlin kann die Beobachtungen über den Inszenierungsstil ergänzen. Sie erhält zur Verteilung unter den anderen Mitspielern der Gruppe einige Kopien der DVD.

Mittwoch, 17. März 2010

Irrhainpflege

Um 11:30 Uhr werden wieder einmal von der Firma Deuerlein 13,5 Tonnen Kalksplitt der Korngröße 8/11 zum Irrhain geliefert und diesmal am südöstlichen Eck abgeladen.

Mittwoch, 24. März 2010

Irrhainpflege

Erneutes Laubkehren zur Vorbereitung der Verteilung von Kalksplitt auf den Wegen. Herr Wiegel weist den wünschenwerten Verlauf eines Anschlußstückes, das eine ehemalige Blickachse wiederherstellen würde.

Mittwoch, 24. März 2010, 19:00 Uhr, Turm

Vortrag

Günter Körner referiert in Fortführung des mit großem Interesse aufgenommenen Vortrags vom 9. Dezember 2009 vor sieben Zuhörern über „Unsere Böden — Gärten und Irrhain“ und zeigt veranschaulichende Graphiken und Photos.

Dienstag, 30. März 2010, Irrhain, nachmittags

Wegebau

Herr Ippisch und Herr Kügel beginnen mit der Befestigung eingesunkener Wegabschnitte mithilfe des Kalksplitts.

Mittwoch, 31. März 2010, Irrhain

Irrhainpflege

Das von Herrn Wiegel vorgeschlagene gerade Wegstück in der Verlängerung des Weges von der Naturbühne her wird freigekratzt und mit Splitt befestigt. Während der Arbeit kommt Frau Forstoberrätin Färber in Begleitung dreier Jungförster dazu und zeigt sich etwas überrascht, aber nicht prinzipiell ablehnend. Sie betont die weitgehende Vereinbarkeit des Wiegelschen Parkpflegeplanes mit dem FFH-Plan. Dann mühen sich Herr Kügel und Herr Ippisch, zum Glück von dem dazugekommenen Nachbarn, Herrn Böschl, unterstützt, mithilfe zweier Leitern, die morsch gewordene Seidelsche Gedenktafel abzunehmen. Der Haken, an dem sie hängt, muß erst aus der Rinde freigeschnitzt werden. Dann wird sie in der Gesellschaftshütte aufbewahrt, bis sie vielleicht einmal unter Beteiligung des Landesdenkmalamtes restauriert werden kann.

Donnerstag, 1. April 2010

Irrhainpflege

Herr Ippisch und Herr Kügel setzen die Arbeit des Wegebaus fort und verwenden überschüssiges Material, um auch an den Zufahrtsstraßen von Südosten und Westen einige Löcher zu verfüllen. Man möchte auch zu den benachbarten Anliegern ein gutes Verhältnis pflegen.

Mittwoch, 7. April 2010, 19 Uhr, Turm

Sprachausschuß

Die sechs Anwesenden befassen sich unter dem Vorsitz von Herrn Paulwitz mit folgenden Themen: Rückkehr der Deutschen Bahn zu deutschen Bezeichnungen; „Literacy“ als Wunschbegriff des bayerischen Familienministeriums; Schreibungen lateinischer Fremdwörter mit C statt Z; Verfall und Verflachung der Sprache infolge schlechter öffentlicher Beispiele.

Samstag, 10. April 2010, Irrhain, 11 bis 12 Uhr

Vorbereitung einer Fernsehsendung

Herr Kulp vom Studio Nürnberg des Bayerischen Rundfunks hat Interesse daran gezeigt, über den derzeitigen Zustand des Irrhains und die Hindernisse seiner Nutzung durch den Blumenorden eine kurze Dokumentation zu drehen und trifft sich daher mit Dr. Kügel an Ort und Stelle. Anlaß ist möglicherweise ein nicht vom Orden angeregter oder beeinflußter Artikel in der Beilage „Sonntagsblitz“ der Nürnberger Nachrichten, der unbefugterweise die Frage aufgeworfen hat, warum der alte Wiederherstellungsplan des Stadtgartendirektors Friedrich nicht verwirklicht werde. Herr Kügel versucht klarzustellen, daß dies nicht die Bestrebung des Ordens ist und daß man im Hinblick auf ein wünschenswert gutes Verhältnis zu den Denkmal- und Forstbehörden behutsam vorgehen solle.

Mittwoch, 14. April 2010, Caritas-Pirckheimer-Haus, 19:30 Uhr

Lesung

Godehard Schramm liest bei reger Beteiligung (21 Zuhörer) zum Thema „Brückenschlagen mit Sprache in Europa“ aus seinen "Transeuropabüchern" über Polen, Nürnberg, Gardasee. Der Abend darf als einer der Höhepunkte unseres Veranstaltungskalenders betrachtet werden.

Mittwoch, 21. April 2010, 10 bis 14 Uhr, Gasthof Grüner Baum, Neunhof, und Irrhain

Runder Tisch und Lokaltermin

Eingeladen hat Frau Forstoberrätin Färber in Absprache mit Herrn Dipl.-Landschaftsarchitekten Helmut Wiegel und dem Präses des Blumenordens. Außer Herrn Leitendem Forstdirektor Blank von den Nürnberger Forstbetrieben und Herrn Forstdirektor Dr. Pröbstle von dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erlangen/Fürth sind Regierungsdirektor Claus Rammler als Vertreter der höheren Naturschutzbehörde an der Regierung von Mittelfranken, Forstdirektor Herbert Kolb und  Dr. Sauter (Vertreter des regionalen Natura2000 Kartierteams für Mittelfranken), der neue Förster von Kalchreuth, Hubert Hadwiger, Frau Sylvia Dürnberger vom Landschaftspflegeverband Nürnberg, Frau Boser vom Nürnberger Umweltschutzamt, Frau Dr. Maué und eine weitere Mitarbeiterin vom Nürnberger Bauhof, der Botaniker Prof. Dr. Titze, der für unsere Region zuständige Herr Dr. Walter vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und Vizepräses Körner und weitere Personen anwesend, welche die Anwesenheitsliste auf über 20 Teilnehmer bringen.

Herr Dr. Walter hebt hervor, daß der Irrhain wegen seiner traditionellen Nutzung durch einen in seiner Art einzigartigen Sprach- und Literaturverein einen hohen Rang als Denkmal einnehme und im Rahmen der Möglichkeiten seines Amtes auch gefördert werden solle.

Dr. Kügel versichert, der Orden wünsche sich Wiederherstellung in den Stand vor dem 5. Mai 2008, d.h. Verkehrssicherheit. Nichts weiter.

Frau Färber stellt heraus, es sei sinnvoll, die alten Eichen zu erhalten, teilweise zu besserem Lichteinfall freizustellen, den Spitzahorn am Überhandnehmen zu hindern sowie dem Eremitenkäfer bessere Sonneneinstrahlung zu verschaffen.

Herr Wiegel argumentiert, die Sorge um die Sicherung vor herabfallenden Ästen sei mit dem gleichen Mittel zu beheben wie die Sorge um den Schutz der Flora und Fauna, nämlich gezieltem Ausschneiden von toten Ästen aus den Kronen.

Herr Blank stellt fest, daß Maßnahmen im Rahmen der üblichen Forstpflege von seiner Seite übernommen werden könnten; dazu gehöre das Auslichten zu eng stehender Bäume, welche die Erhaltung der alten Eichen in Frage stellten, oder etwa das Umschneiden von Bäumen, welche erkennbar in unmittelbarer Gefahr des Umstürzens wären. Verkehrssicherungsmaßnahmen, die einem Park angemessen seien, und landschaftspflegerische Maßnahmen könne er nicht auf sich nehmen.

Die Forstdirektoren und weitere Behördenvertreter empfinden die neuerdings wieder auflebende Publizität des Problems samt der bevorstehenden Filmaufnahmen als Mißgriff, da unabhängig von den Medien erst einmal nach pragmatischen Lösungen gesucht werden sollte. Man vereinbart, gegenüber den Medien keinerlei Konflikt merken zu lassen, und gelangt darüber zu der Auffassung, daß man eigentlich auch keinen Konflikt miteinander habe. Insbesondere wird das Konzept, das Herr Wiegel vorgestellt hat, allgemein für sehr gut gehalten.

Die Begehung wird trotz der manchmal mitschneidenden Kameras zu einer völlig sachlichen und freundlichen Aussprache. Herr Wiegel hat sich mit dem Baumsachverständigen, Herrn Grasmeier, verabredet, und dieser macht anhand eingehender Beobachtungen deutlich, welche Art von Bäumen durch Beschnitt oder Freistellung erhalten werden könnten und was man im einzelnen zur Sicherung tun könne. Dies bringt an Ort und Stelle der Naturbühne die Rede wieder auf den ersten Plan einer Verlagerung der Spielfläche. Herr Kügel muß eingestehen, möglicherweise falsch verstanden zu haben, daß die Gelder dafür sofort abrufbar gewesen wären. Er war davon ausgegangen, daß er erst Drittmittel habe einwerben sollen, bevor etwas hätte geschehen können.

Donnerstag, 22. April 2010, Germanisches Nationalmuseum

Aufnahmen von Archivalien

Herr Kulp und sein Aufnahmeteam filmen im Beisein des Präses und mit freundlicher Unterstützung von Dr. Nuding und seinen Mitarbeitern einige Kupferstiche und Buchtitel ab.

Sonntag, 25. April 2010, 18:15 Uhr

Sendezeit der Aufnahmen

Nur das allerwenigste von den aufwendig betriebenen Filmaufnahmen wird überhaupt gesendet.

Mittwoch, 28. April 2010, 19:00 Uhr, Turm

Haiku-Abend

In einem Kreis von dreizehn Gästen und Mitgliedern gehen reihum und Blatt für Blatt Beate Conrads Graphiken von Hand zu Hand, um anschaulich die Stimmungen der Haiku zum jeweiligen Stand des Jahreslaufs zu belegen. Die Texte zu diesen Illustrationen stammen von unserem Mitglied Horst Ludwig aus Minnesota. Ein zweiter Rundlauf mündet in Darbietungen eigener Haiku der Teilnehmer. Viel später als üblich verabschiedet man sich mit dem Gefühl, einen außergewöhnlich intensiven Abend der Dichtungspflege erlebt zu haben.

Mai 2010

Neuaufnahme

Als Mitglied Nr. 1759 begrüßen wir Herrn Werner Eduard Saemann.

Mittwoch, 12. Mai 2010, 19.30 Uhr, Caritas-Pirckheimer-Haus

Gesprächsrunde mit einem Experten

17 Teilnehmer sind erschienen, darunter Dr. Nuding vom GNM, um Dr. Peter Fleischmann zu befragen und Auskünfte zu erhalten über das Thema „Was Sie schon immer über das Nürnberger Patriziat wissen wollten“. Als besonders bemerkenswert schält sich heraus, daß die Reformation der patrizischen Stadtregierung erst richtig die Möglichkeit gab, sich als von Gott eingesetzte Herrschaft zu legitimieren, das Patriziat aber deshalb besonders zur Wachsamkeit in Konfessionsdingen veranlaßte.

Mittwoch, 19. Mai 2010, 19 Uhr, Turm

Lesung

Im Gegensatz dazu sind leider nur vier Zuhörer gekommen, als Carl Heinz Demuß in Zusammenarbeit mit dem Thomas Rüger Verlag eigene Texte „Aus dem Musterbuch eines Sprachkünstlers“ liest. Auch der Verleger Thomas Rüger ist nicht gekommen. Es sieht noch nicht gut aus mit der ersten der geplanten „Knurrhahn-Lesungen”, aber Herr Demuß läßt es sich nicht verdrießen und gibt eine sehr schöne Darbietung.

Mittwoch, 26. Mai 2010, 19 Uhr, Turm

Lesung

Die zweite der „Knurrhahn-Lesungen” ist schon etwas besser besucht: Neun Personen hören zu, als Astrid Schwabe unter dem Titel „Kann Schule so mörderisch sein?“ aus ihrem Kriminalroman „Judiths Schal“ vorträgt. Da die Auflösung des Falles auch mit Chemie zu tun hat, führt die Chemielehrerin Schwabe einige Nachweisexperimente mit Lichteffekt bei abgedunkeltem Raum vor — ein seltenes Vergnügen in diesem Kreis.

Freitag, 28. Mai 2010, Kursana-Stift

Vortrag

Günter Körner hält im Kursana-Stift auf Einladung von Frau Bayer vor 12 Zuhörern einen Vortrag über den Blumenorden im allgemeinen, Harsdörffer im besonderen, und verliest einige Episoden aus den jämmerlichen Mordgeschichten. Das Publikum bringt viel Vorwissen mit, stellt gezielte Fragen und hilft ihm mit ergänzenden Auskünften. Man verabschiedetet sich mit dem gegenseitigen Wunsch, die Veranstaltung zu wiederholen.

Mittwoch, 2. Juni 2010, 18 bis 21 Uhr Uhr, Wohnung des Schatzmeisters

Besprechung

Bei Herrn Platzer sind Herr Körner, Herr Weingärtner, Herr Wiegel und der Präses zusammengekommen, um sich wegen der Maßnahmen im Irrhain zu beraten. Vordringlich erscheint, daß der Blumenorden mit der weitgehenden Entfernung junger Ahornpflanzen in Vorleistung geht, als nächstes kann man eine Erweiterung des Zaunes am Nordwesteck in Angriff nehmen.

Donnerstag, 10. Juni 2010, 14 Uhr, Restaurant „Eckstein“

Absprache wegen der Adventsfeier

Dr. Kügel trifft sich mit dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer, Herrn Dirk von Vopelius, um die Möglichkeit zu erörtern, dessen Mitwirkung in der Adventsfeier durch eine Ansprache und die Übergabe der Preise an Gymnasiasten zu gestalten. Leider kann Herr von Vopelius keine Förderung der Preisgelder zusagen, aber er bezeichnet das Gespräch, in dem er sein Hauptanliegen vorstellt, nämlich, das Vertrauen in die Wirtschaft wieder zu verbessern, als sehr angenehm. Seine Ansprache wird also den „ehrsamen Kaufmann“ zum Thema haben.

Dienstag, 15. Juni 2010, 11 Uhr, Irrhain

Übergabe des FFH-Planes

Frau Färber hat nach Fertigstellung des Flora-Fauna-Habitat-Management-Planes ans Irrhainportal eingeladen, um den Betroffenen ein Exemplar zu erreichen. Herr Körner ist als Vertreter des Blumenordens erschienen, und Herr Wiegel, dessen Parkpflegewerk auch kurz vor dem Abschluß steht, nimmt ebenfalls ein Exemplar in Empfang.

Mittwoch, 16. Juni 2010, 19 Uhr, Turm

Vortrag

Günter Körner versammelt wieder zwölf dankbare Zuhörer zum dritten Teil seiner Ausführungen über „Unsere Böden — Gärten und Irrhain“. Das Thema erweist sich als unerschöpflich, weil es von verschiedensten naturwissenschaftlichen Positionen angegangen werden kann.

Samstag, 19. Juni 2010, 10 Uhr bis 10:45 Uhr, Kugel-Apotheke bis Johannisstraße

Führung

Im Rahmen der diesjährigen „Stadtverführungen“, deren Thema mit dem Jubiläum der ersten deutschen Eisenbahn in Verbindung steht, bietet Dr. Kügel eine Führung zu Johannes Scharrer und seinem Umfeld an. Etwa ein Dutzend Teilnehmer können dabei auch nebenbei erfahren, in welchem Umfang Mitglieder des Pegnesischen Blumenordens am wirtschaftlichen und kulturellen Wiederstarken der Stadt Nürnberg nach dem Ende der Reichsstadtzeit beteiligt waren.

Mittwoch, 23. Juni 2010, Irrhain

Fällarbeiten

Herr Kügel mit der Kettensäge und Herr Platzer als Helfer machen schon einmal einen Anfang mit dem Ahorn-Zurückdrängen, indem sie ein halbes Dutzend Bäumchen kappen und zerteilen.

Mittwoch, 23. Juni 2010, 19:00 Uhr, Turm

Lesung

Michael Lösel, Schriftsteller und Chansonnier, trägt Kurzgeschichten und Balladen vor, indem er sich auf der Gitarre zu halb gesungenem, halb gesprochenem Vortrag begleitet. Seine „Gedankenspiele um Traum & Erfahrung“ finden acht erfreute Zuhörer.

Mittwoch, 30. Juni 2010, 19 Uhr, Turm

Sprachausschuß

Ein von Herrn Reiß überschicktes Gedicht über Arten der Sprache bildet den Ausgangspunkt einer Betrachtung über die sprachpflegerischen Auswirkungen, die Gedichten möglich seien. Herr Paulwitz hebt hervor, daß Sprachpflege zwar Thema von Gedichten sein kann, die Ausführung des Gedichtes gleichzeitig aber Modell, und stellt die Frage, wen man damit erreiche. Herr Stössel verweist auf den Hörfunk als Verbreitungsmöglichkeit, gibt aber zu bedenken, daß Gedichte bei unterschiedlichen Menschen eine unterschiedliche Eindringtiefe erreichten. Frau Kaliwoda bemerkt, jede Art von Kunst müsse nicht jeden ansprechen. Daraus folgert Herr Paulwitz, daß man eine sprachliche Beobachtung nicht zu kunstvoll ausdrücken solle, wenn man sie möglichst vielen zugänglich machen wolle. Herr Kügel erinnert an die Form des Lehrgedichts, das, bis auf Merksätzlein für den Schulgebrauch, seit der ästhetischen Neubewertung der Kunst als einer autonomen Geistestätigkeit aus der Mode gekommen ist. Nur die indirekte Wirkung ästhetischer Gegenstände zur Erweiterung und Verfeinerung des Empfindens sei noch lehrhaft. Sprachpflegerische Gebrauchslyrik sei deswegen keine ernstzunehmende Kunstgattung mehr. Frau van Thiel macht geltend, daß man nicht Gebrauchslyrik allein als wirkungsvolle Gattung verwenden könne. Andere Textsorten müßten dabei keineswegs auf künstlerische Gestaltung verzichten. Dann wird das Gedicht von Herrn Reiß zum Abdruck in der Deutschen Sprachwelt empfohlen und Herr Körner teilt ein eigenes Gedicht aus, das er als Antwort darauf verfaßt hat.

Sonntag, 11. Juli 2010

Verlegtes Irrhainfest

Bei heißem Sommerwetter bereiten Herr Kügel, Herr Körner und zwei von dessen Söhnen den einzigen schattigen Platz im Neunhofer Schloßgarten, den Eingangsbereich bei der Scheune, zum Festplatz für den Nachmittag vor. Park- und Schloßbesucher werden freundlich durchgewinkt und auf die bevorstehende Feier hingewiesen; zwei oder drei Personen kehren deswegen später zurück. Das Fest ist gut besucht. Über die fünf Biergarnituren hinaus wird es nötig, noch etliche Parkbänke herbeizutragen, um allen einen Sitzplatz zu bieten. Die Hans-Sachs-Spieltruppe überzeugt mit einer schaurig-schönen Vorstellung des hochmoralischen „Narrenschneidens“ auf der Grundlage einer von Herrn Meißner dem ursprünglichen Sprachduktus von Hans Sachs weitgehend folgenden Neufassung, die gleichwohl gut zu verstehen ist. Das Telemann-Orchester Nürnberg spielt fränkische Melodien in Streicherfassung und wird dafür wieder sehr gelobt. Nach dem Umgang durch den Garten sitzt man noch eine gute Weile beisammen; für Gegrilltes sorgt wieder Herr Wachter unter Mithilfe einiger Pfadfinder, für Getränke Herr Körner in der schattigen Scheune. Herr Marten gibt die allgemeine Stimmung wieder, als er am Ende bemerkt, das Fest habe nichts von einem Provisorium an sich gehabt.

Mittwoch, 14. Juli 2010, 19 Uhr, Turm

Lesung

Wolfgang Wurm liest unter dem Titel „Süden im Sinn — vierzig lyrische Reisebilder“ vor elf Zuhörern eigene Prosatexte, die als überarbeitete Tagebucheintragungen feriengemäße Impressionen erwecken.

Donnerstag, 15. Juli 2010, „Alte Post“, Kraftshof

Vortrag

Günter Körner betreut eine 30-köpfige Gruppe von Altpfarrern aus Erlangen und Umgebung im oberen Saal der "Alten Post" in Kraftshof mit dem gleichen Vortrag wie im Kursana, ergänzt um eine Führung durch den Irrhain. Das Hutgeld in Höhe von 50 Euro kam der Ordenskasse zugute.

Montag, 19. Juli 2010, Irrhain

Begehung

Präses und Vizepräses sind wieder zum Ortstermin in den Irrhain geladen, und zwar stellen Herr Dr. Pröbstle, Herr Forstdirektor Blank und Herr Förster Hadwiger das Projekt vor, gleich östlich neben dem historischen Irrhain in einem ungefährlichen Junggehölz eine Fläche freizuschneiden, auf der mittelfristig Veranstaltungen des Blumenordens stattfinden können. Bedenken, daß wir es mit den Denkmalschutzbehörden verderben würden, wenn wir auf diesen großzügigen Vorschlag eingingen, sind behoben, und so freuen sich die Vertreter des Blumenordens um so mehr über das überaus freundliche Entgegenkommen der verständnisvollen Forstleute, insbesondre, als man erfährt, daß sogar eine neue Irrhainbühne mit Sandsteineinfassung gebaut werde, ohne daß vom Orden irgendeine finanzielle Beteiligung verlangt werde. Dieses Angebot kann nur für das Jahr 2010 Gültigkeit haben, daher ist es höchste Zeit, darauf einzugehen, und wir geben auch unserem Bedauern Ausdruck, nicht eher eingewilligt zu haben.

Mittwoch, 21. Juli 2010, 19 Uhr, Turm

Lesung

Helmut Haberkamm, mehrfach preisgekrönter und weitbekannter Autor, liest aus verschiedenen seiner Werke auswählend, teils Veröffentlichtes, teils in Arbeit Begriffenes, und geht bereitwillig und gerne auf Fragen der leider nur acht Personen zählenden Zuhörerschaft ein. Ein Abend auf der Höhe ernstzunehmender Mundartliteratur.

31. Juli 2010

Trauerfälle

Es verstarb ganz plötzlich Herr Georg Schultheiß, im Blumenorden Nr. 1706, im Alter von 64 Jahren. Er studierte in Erlangen Mathematik und Physik. Als Lehrer für diese Fächer wirkte er an der Realschule Hilpoltstein. In seiner Freizeit übernahm er das Ehrenamt des Kreisheimatpflegers im südlichen Teil des Landkreises  Roth, war 1. Vorsitzender des Arbeitskreises der Museen Ostfranken-Oberpfalz, 1. Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatkundliche Sammlung Heideck und dadurch Leiter des dazugehörigen Heidecker Heimatmuseums. Zusammen mit seiner Frau Eva Schultheiß trat er als Autor bzw. Herausgeber mehrerer Veröffentlichungen hervor, besonders im heimatkundlichen und geschichtlichen Bereich; später betreute das Ehepaar Schultheiß auch die Redaktion der Heimatkundlichen Streifzüge, die der Landkreis Roth alljährlich herausgibt, und war maßgeblich beteiligt an der Einrichtung von Wanderwegen zur Frühgeschichte und zum Jakobsweg. Die beiden haben auf der Herbstfahrt 1998 dem Blumenorden eine Führung in der Kirchenburg Kastl geboten; die Familie Schultheiß hat mehrmals bei Arbeiten im Irrhain Hand angelegt und hat das Irrhainfest 1999 und zuletzt noch das diesjährige besucht. Er wurde unter anderem von Herrn Ebner und Frau Höverkamp vorgeschlagen und aufgenommen am 1. Mai 2001. Danach bot er mit seiner Frau Führungen bei der Herbstfahrt 2002. Bei seiner Trauerfeier in Selingstadt bei Heideck war eine solche Menge von Gästen erschienen, daß sie das Kirchlein nicht faßte und manche auf dem Friedhof warteten. Gesehen wurden unter vielen Notablen des Schulwesens und der Museumslandschaft auch Staatsminister a.D. Oscar Schneider, Herr Landrat Eckstein und Herr Bürgermeister Bäuerlein von Abenberg. Wir vermissen den allzufrüh, am Tag vor seiner Pensionierung Verstorbenen schmerzlich.

Am 12. August 2010

verstarb Frau Leonore von Obert, im Blumenorden Nr. 1631, im Alter von 84 Jahren. Sie war am 1. 9. 1989 aufgenommen worden, nachdem sie sich lange als treue Besucherin unserer Veranstaltungen erwiesen hatte, und behielt ihre Anteilnahme bis zu ihrer Erkrankung bei. Unvergeßlich ist die zu Herzen gehende Schilderung ihrer Trauer darüber, daß Schulfreundinnen jüdischer Herkunft auf einmal emigrieren mußten, gegeben aus Anlaß eines Vortrags von Dr. Rusam über Juden in Nürnberg. Wir bewahren dieser gerecht Denkenden ein ehrendes Andenken.

 

Freitag, 10. September, bis Sonntag, 12. September 2010

Jahrestagung der ALG in Weimar

Den Beginn bildet die Enthüllung einer Gedenktafel an den Dichter Paul Ernst, der am Park an der Ilm gewohnt hat. Ein literarischer Stadtrundgang schließt sich an, der wenig Neues zutage fördert, doch das ist in bezug auf Weimar auch kaum zu erwarten. Die weiteren Veranstaltungen finden in in einem Jugendzentrum statt, und auch diesmal ist ein wesentlicher Teil des Beiprogramms auf das Kennenlernen von Schriftstellern der ehemaligen DDR abgestimmt, bezieht aber auch gegenwärtige Schriftsteller der Region ein, indem die Literarische Gesellschaft Thüringen einen Leseabend in der Eckermann-Buchhandlung hält. Bei diesem trifft Dr. Kügel mit unserem Mitglied Dr. Stein zusammen. Er wohnt übrigens zufällig in dem Hotel, in dem Rudolf Steiner einst längere Zeit lebte. Am Rande besprechen Mitglieder bayerischer Literaturgesellschaften, wie sie in Zukunft enger zusammenarbeiten und vielleicht in der bayerischen Vertretung in Berlin einmal einen gemeinsamen Veranstaltungsabend gestalten könnten. Auch die Fühmann-Gesellschaft, vertreten durch Herrn Alfred Kleinert, zeigt sich an einem Austausch mit dem Pegnesischen Blumenorden zum Thema des Sprachspiels interessiert.

Montag, 13. September 2010

Neunhofer Schloßfest

Dr. Kügel vertritt den Orden bei dem Empfang, den die Erbengemeinschaft des Schlosses Neunhof anläßlich des Kirchweihausklangs alljährlich gibt, und ruft den Blumenorden bei den erschienenen Prominenten und Zuständigen in Erinnerung.

Mittwoch, 15. September 2010, Turm

Sitzung des Sprachausschusses

Elf Teilnehmer sind erschienen, darunter der Sprachglossenautor Gerfried Ernst. Seit Januar 2010 schreibt er in der Nürnberger Zeitung. Dr. Stefan Brunn begann damit, jeden Montag „Sprachspaltereien“ zu bringen; dies hat Gerfried Ernst übernommen. Sein Ziel ist, locker, lesbar, nicht abgehoben zu schreiben. Leserreaktonen zeigen, daß er den Nerv getroffen hat. Er ist kein unbedingter Gegner der Anglizismen, aber wenn es um Denglisch geht, schwillt der Strom der zustimmenden Leserbriefe an. Sein Impetus ist zunächst journalistisch, und seine Sprachkritik richtet sich auch an die eigenen Kollegen. Auf die Frage nach der anhaltenden Wirkung von Glossen dieser Art ergibt sich, daß der Sprachteilnehmer, auch wenn er einer Richtigstellung zustimmt, lange noch im eingefahrenen Gleis bleibt, vor allem in mündlichen Äußerungen. Herr Paulwitz hebt aber hervor, daß zumindest das Problembewußtsein wach wird. Herr Stössel zieht den Vergleich mit Bastian Sick: Dieser lasse sich sein Material in zunehmendem Maße von den Lesern liefern und lebe vom Spott über Beispiele von Ungeschick. Herr Paulwitz mahnt, man solle falsche Vorbilder kritisieren, aber nicht einfache Menschen verhöhnen, die keine Breitenwirkung haben.

Samstag, 18. September 2010, Treffpunkt: 10:00 Uhr, Langwasser-Süd

Herbstfahrt

19 Personen in Privatautos begeben sich auf den Spuren Floridans und seiner Waidgenossen über Himmelgarten nach Haimendorf, auf den Moritzberg (den Nürnbergischen Parnaß) und schließlich in die Gaststätte Rockenbrunn (den Castalischen Quell der ersten Pegnesen). An den verschiedenen Stationen ergeben sich Gelegenheiten zu Lesungen aus heutigen Texten, aber auch aus Materialien zur Ordensgeschichte, von denen ein wesentlicher Teil von Herrn und Frau Recknagel zusammengeschrieben und zur Verfügung gestellt worden ist. Sie können selbst leider nicht teilnehmen, doch Herr Körner und Herr Lösel unterstützen den Präses bei seinen Bemühungen, einem Ausflug, den man als landläufige Erholungsfahrt ansehen könnte, auch etwas ordensgemäßes Profil zu verleihen, ohne daß diesen Beiträgen irgendetwas Gezwungenes anhaftet. Sehr romantisch macht sich die Horneinlage, die Herr Saemann beim Abstieg von Moritzberg durch den Wald bläst.

Mittwoch, 22. September 2010, 19 Uhr, Turm

Lesung

Zur Lesung von Günter Baum sind 10 Personen erschienen. Der Autor stellt lebensnahe Geschichten vor, die sich mit der journalistisch sorgfältigen und gleichwohl dichterischen Aufarbeitung historischer, zeitgeschichtlicher und persönlich schwieriger Konfliktstoffe befassen.

Samstag, 9. Oktober 2010, ab 10 Uhr, Irrhain

Auslichtung

Es traf es sich gut, daß ein Student der Feinwerktechnik und Mechatronik an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule von seinem Englischdozenten, dem Präses, eine Bemerkung über den Irrhain aufgeschnappt hatte und sich erbot, auch einmal mitzuhelfen. An diesem 9. Oktober stellte sich heraus, daß dieser Herr Marquart Ciolek ein geschulter und umsichtiger Handhaber der Kettensäge und ein überaus tatkräftiger Mensch ist. Zusammen mit Helge Weingärtner und Werner Kügel fällte und zerkleinerte er etwa ein Dutzend Ahornbäume mit Durchmessern bis zu Oberschenkeldicke; außerdem entfernte die Gruppe an die 150 Schößlinge.

Mittwoch, 13. Oktober 2010, 19 Uhr, Turm

Lesung

Marga Ruth Mead läßt ihrem landeskundlichen ersten Vortrag einen literaturgeschichtlichen folgen: Neuseeländische Schriftsteller in Wort und Bild; sie bummelt durch die Häuser von Kathrine Mansfield und Ngaio Marsh, außerdem reflektiert sie die Lesungen der preisgekrönten Autoren Keri Hulme und Alan Duff. Neun Zuhörer sind erschienen; leider versagt der Videoprojektor, und daher ist es nicht so schlimm, wenn die wenigen Anwesenden sich mit dem kleinen Bildschrm des Klapprechners begnügen müssen.

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 19 Uhr, Turm

Lesung

Etwas besser sieht es mit dem Besuch bei der nächsten Lesung aus: Elf Anwesende außer dem Mitglied und Schriftsteller Matthias Kröner sind bei seinem „Ritt auf der literarischen Rasierklinge“ dabei und spenden begeistert Beifall.

Mittwoch,  27. Oktober 2010, 19:00 Uhr, Turm

Lesung

Anja Seidel und Günter Stössel interpretieren hochdeutsch und aff fränggisch: Die fromme Helene, Hans Huckebein, Max und Moritz von Wilhelm Busch. Man bleibt beinahe unter sich, denn nur acht Zuhörer haben sich eingefunden. Dies entspricht eigentlich nicht dem Erfolg des Buches von Günter Stössel, in dem er seine Übersetzungen der Busch-Texte vorgelegt hat, doch mag es eben für eine Lesung an so ungewöhnlichem Ort schon zu bekannt sein.

24. Oktober und 11. November 2010

Ehrungen eines Mitglieds

Günter Stössel erhält nacheinander den “Bassd-scho”-Kabarettpreis des Senders Radio Franken und den „Frankenwürfel“.

Mittwoch, 3. November 2010, 19 Uhr, Turm

Rezitation

Juliane Göldner-Kügel, Ehefrau des Präses, wiederholt ihre Auswahllesung aus dem „Kalevala“, dem finnischen Nationalepos, die sie schon im Rudolf-Steiner-Haus gegeben hatte, für den Blumenorden. Die Taten und Schicksale des Zaubersängers Väinämöinen, des Amboßmeisters Ilmarinen und des Leichtfußes Lemminkäinen berichten voller Poesie und Dramatik von einer Urzeit voller Geister und Elementarwesen, als Gesang und Wort noch machtvoll die Welt veränderten. Ausgewählte Episoden, umrahmt vom Klang alter Saiteninstrumente, Kantele, Streichpsalter, Chrotta, werden von 18 Zuhörern mit Beifall aufgenommen.

Mittwoch, 17. November 2010, 19 Uhr, Turm

Sprachausschuß

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat seinen Fünfjahresbericht erstellt. Der Bericht geht der Kultusministerkonferenz zu, wird redigiert und möglichst spät veröffentlicht, um die unerwünschten Diskussionen dazu gering zu halten.

Herr Hartinger berichtet, es seien rund 50.000 Unterschriften, die gemeinsam vom Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland und vom Verein Deutsche Sprache gesammelt worden waren, am 9.11. an Bundestagspräsidenten Lammert überreicht worden, mit der Forderung, Deutsch im Grundgesetz als Landessprache zu verankern. Eine Boulevardzeitung habe sich diesem Handeln angeschlossen und es weitgehend als eigenes Bemühen für sich reklamiert. Seitens der CDU sind einige Allgemeinplätze ergangen. Herr Paulwitz erläutert, die Verankerung von Deutsch im GG widerspreche dem Bestreben, die Gerichtssprache durch Englisch zu ergänzen.

Frau van Thiel befürchtet Albernheiten im Ausdruck. Herr Stössel erinnert an Verfassungen des benachbarten Auslands, das seine jeweilige Landessprache im Grundgesetz bestätigt hat. Herr Paulwitz nennt die Zahl von 17 bis 18 Staaten, die ihrer Landessprache Verfassungsrang einräumen. Herr Hartinger ergänzt, die USA hätten Englisch erst 2007 in ihre Verfassung aufgenommen mit dem Zusatz, es sei die Sprache, die das Volk verbinden soll.

In eigener Sache bittet Herr Reiß um Unterstützung für sein Projekt eines "Deutschkurses als Integrationshilfe für Migranten, wobei bereits Integrierte den Kurs durchführen sollen, denn deren Kenntnisse von den Schwierigkeiten Anderssprachiger setzten sich um in eine bessere Vermittlung des Deutschen, als es Muttersprachliche könnten". Herr Paulwitz nennt den CSU-Abgeordneten Stefan Müller als zuständigen Ansprechpartner. Herr Reiß nennt Einzelheiten seines Programms, das 50 Tagestexte enthält, verwendbar mit dem Gerät "Mann im Ohr". Behörden hätten sich seinen Angeboten gegenüber als unzugänglich erwiesen. Weitere Flaschenhälse seien Finanzierung und Bewerbung.

Mittwoch, 18. November 2009

Trauerfall

Nach langer, schwerer Krankheit verstarb Herr StD i.R. Hans Recknagel, Mitglied des Blumenordens Nr. 1704, im Alter von 72 Jahren. Nach dem Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft in Erlangen wurde er Dramaturg an den Städtischen Bühnen Nürnberg-Fürth und freier Mitarbeiter am Studio Nürnberg des BR. Von 1970 bis 1988 wirkte er als Lehrer für Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Ethik, zuletzt am Leibniz-Gymnasium Altdorf. 1991-2000 arbeitete er als ehrenamtlicher Archivar der Stadt Altdorf; auf ihn geht die Gründung des Universitäts-Museums zurück. Zu seinen Schriften gehören Handreichungen und Textsammlungen zum Fach Ethik, mehrere Veröffentlichungen über Themen der mittelfränkischen Heimatkunde, Literatur- und Geistesgeschichte, besonders Altdorfs, in den einschlägigen, bekannten Zeitschriften und Reihen, aber auch in Buchform, darunter auch eine Ausgabe des "Pegnesischen Schäfergedichts" (1967). Von besonderem Wert für die Geschichtsforschung ist die „Häuserchronik der Altdorfer Altstadt“, die er in langer Bemühung mit seiner Frau Erika zusammenstellte. Er wurde unter anderem von Frau Kreppner und Herrn Reubel-Ciani vorgeschlagen und aufgenommen am 1. Mai 2001. Außerdem war er jahrelang Vorsitzender des Vereins "Altnürnberger Landschaft" seit 2003. Für den Orden erwies er sich als hilfreich mit Lesungen aus seinen historischen Werken, einer Führung bei der Herbstfahrt nach Altdorf und Mitarbeit im Irrhain. Seine Kennerschaft und Tatkraft im Dienste der spezifisch nürnbergischen Kultur bleibt uns Vorbild und Verpflichtung.

Mittwoch, 24. November 2010, 19 Uhr, Turm

Ausgefallene Lesung und Verlust eines Autors

Die angekündigte Lesung Gerd Berghofers aus seiner Merkenschlager-Biographie muß wegen Erkrankung des Referenten leider ausfallen; dieser erklärt gegen Ende Dezember in einem Brief seinen Austritt aus dem Blumenorden mit der Begründung, daß er es für ehrenhafter halte, keiner Organisation anzugehören.

Sonntag, 28. November 2009, Caritas-Pirckheimer-Haus, Großer Speisesaal

Adventsfeier

Mit kurzer Begrüßung durch den Präses und dem ersten Satz aus dem Streichquartett W.A. Mozart, Streichquartett C-Dur, KV 157 beginnt die traditionelle Adventsfeier des Ordens. Es spielen Juliane Göldner-Kügel (1. Violine), Dr. Werner Kügel (2. Violine), Dr. Dieter Jäpel (Viola), Rudolf Grimm (Violoncello).

Die Ansprache des IHK-Präsidenten, Herrn Dirk von Vopelius, ist der Erörterung gewidmet, inwiefern sich in der Arbeit der IHK die Bemühung erkennen läßt, das Vertrauen in die Wirtschaft durch ehrenamtliche Arbeit zurückzugewinnen. Es folgt die

Auszeichnung von herausragenden Leistungen im Fach Deutsch

von Schülern mittelfränkischer Gymnasien. Laudationes halten Prof. Dr. Georg Maag über Alena Fraaß, Leibniz-Gymnasium Altdorf: "Anglizismen — Sprachwandel oder Sprachverfall für die deutsche Gesellschaft", Dr. Bernd Adam über Verena Hammer, Maria-Ward-Gymnasium Nürnberg: "Das Bamberg E. T. A. Hoffmanns — Erstellung eines literaturgeschichtlichen Reiseführers", Dr. Hans-Martin Hagen über Jennifer Müller, Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen: "Siebenbürgisch-Sächsisch im Vergleich zum heutigen Hochdeutsch". Eine Bemerkung über Verena Schütt, Theresien-Gymnasium Ansbach: „Verbale und nicht-verbale Aspekte einer gelungenen Rede“, ist notwendig, weil sie an diesem Tag verhindert ist und erst später ihren Preis entgegennehmen kann. Nach abermaliger Musikeinlage folgt die Ansprache des Herrn Pfarrer Gloßner, welche der Adventszeit ins allgemeine Bewußtsein zu dringen verhilft. Er erhält danach zwei Eintrittskarten-Gutscheine für das Adventskonzert des Telemann-Orchesters (und diesen Termin hat er eine Woche später sehr gern wahrgenommen).

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 19 Uhr, Turm

Lesung

Michael Lösel gibt die Fortsetzung der erfolgreichen Veranstaltung vom 23. Juni, „Traum & Erfahrung — Gedankenspiele“ und erntet von den leider nur sechs Zuhörern aufrichtigen Beifall. Es scheint sich nicht zu bewähren, in der Vorweihnachtszeit noch Veranstaltungen des Blumenordens anzusetzen, doch den Versuch war es wert.