Christa Schaedel

Der lustige Ordensrat

Friedrich Knapps Beiträge zu einer überaus lebendigen Periode des Blumenordens


Friedrich Knapp wurde am 18. Juni 1828 geboren. Das Sebalder Kirchenbuch aus diesen Jahren nennt ihn auf Seite 532 als Sohn des Lorenz Knapp, "Warensensal". (Wir würden heute wohl "Effektenmakler" sagen.) Auch er erlernte allem Anschein nach einen kaufmännischen Beruf, denn er wird 1848 bei seinem Eintritt in den Literarischen Verein als "Kaufmann Knapp" bezeichnet. Dieser Verein hatte sich 1840 vom Blumenorden abgespalten, und mehrere Pegnesen gehörten zeitweise beiden Gesellschaften an; Knapp war eines der Neumitglieder, die nicht vom Blumenorden, sondern von außen hinzukamen.

Zunächst wagte er sich ganz schön weit in die Welt hinaus. Was in dieser Epoche der Handelsgehilfe und Dichter Ferdinand Freiliggrath mit seiner "Wüsten- und Löwenpoesie" in der Phantasie unternahm, führte -- von einem wirtschaftlich wieder aufstrebenden Nürnberg aus -- der junge Friedrich Knapp im wirklichen Leben durch, indem er bis nach Kuba reiste und längere Zeit dort lebte. (So berichtet Wilhelm Schmidt in seiner ungedruckten Festschrift auf den Seiten 47 ff.) Um 1858 muß er auf Dauer nach Nürnberg zurückgekehrt und seßhaft geworden sein. Das Kirchenbuch von St. Egidien aus dieser Zeit verzeichnet auf S. 431 seine Eheschließung mit Luise Wiß (11. 11. 1859). Die Wohnung ist angegeben als "An den Fleischbrücken 2". (Heute Sitz der Ordenskanzlei!) Dem Paar wurden in der Folge drei Kinder geboren.

Im Vorstand des Literarischen Vereins spielte ein Gymnasiallehrer namens Johann Leonhard Hoffmann eine maßgebliche Rolle. Als dieser im August 1865 mit seiner Frau eine Reise nach Spanien unternahm, verstarben beide plötzlich an der Cholera. Dies herauszufinden, nachdem über ihren Verbleib lange nichts bekannt war, blieb dem Artillerieleutnant Hermann Frey vorbehalten, der das Grab des Ehepaars in Albacete auffand. Dieser Leutnant führte später seinen Dichternamen Martin Greif auch als bürgerlichen und zählte zu Knapps Freunden. Knapp selber rückte infolge dieses Unglücks in den Vorstand des Literarischen Vereins auf (1868).

Seine Neigungen gingen mehr in naturhistorische und literarische Richtung, und das gesellige Leben des Vereins (Bälle, Ausflüge) wurde durch seinen Einfluß etwas eingeschränkt, nicht jedoch die Vorträge. Knapp hielt mehrmals selbst Vorträge: über Kuba. Später wurden zum Teil Aufsätze daraus, die in verschiedenen Schriftenreihen herauskamen, z.B.: Invasionen auf Cuba in der Vierteljahresschrift für Volkswirtschaft, Berlin, bei Herbig, 1880; oder: Mitteilungen aus der cubanischen Thier- und Pflanzenwelt, in den Abhandlungen der Naturhistorischen Gesellschaft in Nürnberg, 1877, Band 6. Der Schuber LXXV im Pegnesenarchiv enthält auch Blätter, die er zu so unterschiedlichen Themen wie Bernstein, Eine westindische Nacht, Über Kalifornien und dessen Produkte und Westindische Pflanzen, aber auch zu historischen und tagespolitischen Gegenständen verfaßt hat. Das meiste davon dürfte zuerst mündlich in Vereinssitzungen mitgeteilt worden sein.

Man darf nicht glauben, Knapp sei der Geselligkeit abgeneigt gewesen, auch wenn ihm der Sinn weniger nach Belustigungen stand, die ohne viel sprachliche Mitteilung vor sich gehen. Als nach Hoffmanns Tod das Leben im Verein stocken wollte, begann Knapp eine Reimchronik, die jeden Freitag von ihm vorgetragen wurde und die neuesten Ereignisse aus dem Verein, aber auch aus dem Zeitgeschehen unter die Lupe nahm.

1874 regte Pfarrer Petzet, der sowohl im Literarischen Verein als auch im Blumenorden Mitglied war (wie zu dieser Zeit mindestens noch drei weitere), die Wiedervereinigung der beiden Gesellschaften an. Am 26. Juni hielt der Literarische Verein seine letzte Sitzung. "Zuletzt las Knapp das neueste Stück seiner Reimchronik, die in wehmutvollem Humor das Schwanenlied des Literarischen Vereins sang. [...]" (Schmidt, S. 51).

Der Lesekreis des Literarischen Vereins wurde erweitert im Blumenorden fortgeführt. Bei der Vereinigung wurde zum Präses Dr. Heerwagen gewählt, Zweiter Vorstand (mit der Mitgliedsnummer 636) wurde Knapp.

Von den Mitgliedern, die durch den Literarischen Verein in den Orden gekommen waren, trat ein Teil in den nächsten Jahren wieder aus, der sein Unterhaltungsbedürfnis in der Literarischen Gesellschaft nicht mehr befriedigt sah. 1878 wurde Heerwagen aus Anlaß seines 40jährigen Dienstjubiläums zum Ehrenbürger der Stadt Nürnberg ernannt. Allein, oft mußte er sich durch Knapp vertreten lassen. Wegen seiner wechselnden Gesundheit wollte er aus dem Vorstand austreten. (Schmidt. S. 53.) Es sah beinahe danach aus, als werde Knapp der nächste Präses.

Knapp wurde auch zu einem Mitglied der sogenannten "Tafelrunde" des Ordens und setzte darin, wohl von der Neugierde der bisherigen Mitglieder angespornt, seine Berichte über Kuba, aber auch seine Reimchronik fort. Wilhelm Schmidt urteilt darüber: "Die kühnsten Vorstellungen überpurzelten sich in dieser Chronik in noch kühneren Reimen." Als Beispiel führe ich einige Zeilen vom 3. September 1875 an (84. Stück, im Pegnesenarchiv Schuber XXXVIII):

Was war das eine Hitze, die wir aushalten mußten,
In diesen letzten Wochen so tragisch, so augusten!
Wie war Gebein und Flechse und Muskel so zerschroten,
Mein Kiel, mein Lied, mein Odem so dürr wie Bohnenschoten,
Mein Kiel so klapperdürre, die Seele ihm geschwunden
Wie eine Heeringsseele, verschmäht von Katz' und Hunden,
Mein Lied, so kleienstaubig, verkrümmt und ausgemergelt
Schwundrissig, zaunpfahlschrundig verwutzelt und zerwergelt.
Mein Odem wie ein Samum, ein Chamsin, föhnverschwistert
Der.flammenüberzucket durch Gluth und Asche nüstert.
Von Regen, Thau zu reden, war lächerlich erhaben.
Die Pegnitz staubte weidlich, wenn drüberliefen Knaben.
An allertiefster Stelle sah Katzen man sich wälzen,
Heuschrecken, Habergeißen, selbst Flöhe drüber stelzen.
Das waren Trauertage, man ward der Stunden bange,
Die man durchschwitzen mußte; des Durstes glüh'nde Zange
Griff grausam an die Kehle und röstete die Zunge
Und sengte Schlund und Gaumen und Leber, Milz und Lunge!
Was Wunder wenn wir weidlich uns Bier- & Weinwund tranken
Und nur auf Durstbrandlöschung gerichtet die Gedanken
Statt Chroniken zu schreiben im Becher schier versanken?

Wer kann sich wohl bei solcher Hitze fassen?
Wer rafft sich nur zum kleinsten Liedchen auf?
Und stünd eine Lorbeerkrone drauf:
Wir würden uns beim Fasse niederlassen.
Wer schiert um Arethusen und Parnassen
Sich bei Herrn Föbus' mörderischem Lauf,
Tauscht nicht der Leier mit des Bierkrugs Knauf,
Um nicht im Jugendmai schon zu erblassen:

Zu langer Rede, weitgeschweiften Reimen
Fehlt selbst das Wasser, um sie baß zu leimen
Weshalb man ungerügt sich sputen darf:
Es ist der Durst im Sinne des Gesetzes
Ein Attentat, ein Mörder, der des Netzes
Gluthmaschen über unsern Scheitel warf!

Irren wir in dem Bericht, den wir kurz und bündig geben,
Ei, so klagt die Backhauswärme an, die uns pfleget zu umschweben:
[...]
Homann brachte bei die Hitze, viel zu schwül für Referate
Lasalles Säckingen zur Sprache, ließ ergehen recht für Gnade
Und ließ spielen in des Referates geist'gem Sprühlichtschein
manche reizende Facette am dramat'schem Edelstein.
Nemesis mag jene strafen, die so lang uns lassen schmachten
So im rechten Klima, um die Gurkenzeit uns zu betrachten
In der Noris schwülen Gassen, halbgebrannt und halbgedämpft,
Während unser literarisch Lämpchen flackernd müd sich kämpft
Haben wir am siebenundzwanzigsten begnügen uns doch müssen
An den eisernen jungfräulichen juristischen Ergüssen,
Die das Festblatt gleichen Namens dem Juristentag geweiht,
Der so manchen stolzen Namen in der Gäste Kreis gereiht.
Schwüle, Leere, Scheiden, Meiden, Fahnenflücht'ge ohne Gleichen,
Die mit Dampf auf Schusters Rappen unsrer durst'gen Rund entweichen.
Während wir zum Banner stehen, das nur träg' am Maste schlappt
Und wie wir nach einem Hauche frischen geist'gen Regens schnappt.
Doch Geduld! Der Tag wird kommen, wo die Brise als Befreier
Wellen kräuselt, Wogen schwellet, wo sich stolzer hebt das Steuer
Planken stöhnen, Raaen ächzen und der Wind das Segelfüllt
Und in frischer Bö die Flagge unsres Blumenordens schwillt.

Man kann sich vorstellen, wie sie mit gelockerten Stehkrägen beieinandersitzen, die Herren, und über Knapps Reimereien schmunzeln, gelegentlich auch behäbig lachen, wenn er gar so lebhaft deklamiert oder listig blinzelt. Es schwebt ein Zigarrenrauch-Aroma wie von Alten Herren einer Studentenverbindung um diese Zeilen.


Pegnesenarchiv Bündel LXXXIII

Bezeichnend für Knapps Humor sind die Wortneubildungen. Er versetzt Wörter in eine andere Wortklasse, wie etwa den August zu den Adjektiven als "augusten", oder sorgt durch Zusammensetzungen dafür, daß sich Wörter in ungewohnter Umgebung wiederfinden: "kleienstaubig", "zaunpfahlschrundig" . Selbstverständlich gehört zu den beliebten Mitteln, daß er sich in Lautmalereien ergeht: "Schlappt" und "schnappt" sind im Zusammenhang mit dem weiter ausgeführten Bild vom Banner des Ordens schön drastisch und lassen schon an Wagners Beckmesser denken. Aber auch Dialektwörter müssen herhalten: "verwuzelt und "zerwergelt". Absichtliche Tonbeugungen und ein grammatisches Zuviel bringen einen an sich ernsthaften Inhalt zum Stolpern, wenn es von einer Juristenversammlung unter Anspielung auf das Folterinstrument "Eiserne Jungfrau" heißt: "[...] an den eisernen jungfräulichen juristischen Ergüssen". Ein absichtlicher grammatischer Fehler ( "bei die Hitze" statt "bei der Hitze") könnte, falls der Referent Homann Berliner war, eine sinnvolle Anspielung oder Nachahmung seiner Ausdrucksweise gewesen sein. Ironisch auch das Auf-den-Kopf-Stellen ( "Recht für Gnade") einer bekannten Redensart. Ähnlich "weinwund" statt "waidwund". Ob "Säckingen" ein Schreibfehler, ein Übermittlungsfehler, eine Bildungslücke Knapps oder vielmehr bösartiges Herabziehen des "Sickingen" aus der Feder des Edelsozialisten Lasalle zum Scheffelschen "Trompeter von Säckingen" war, läßt sich schwer nachweisen; aber nach allem, was wir von Knapp bisher gesehen haben, wäre ihm das letzte durchaus zuzutrauen. Seine Anspielungen verraten nämlich oft, daß er Bildungslücken, die er als Literaturfreund aus dem Kaufmannstand vielleicht gegenüber Akademikern zu haben glaubte, eifrig, fast zu eifrig gutmachte: "Arethusa" und "Samum" schlägt heute wohl die Mehrzahl im Konversationslexikon nach; daß "Chamsin" die Bezeichnung für einen Wüstensturm in Israel ist, konnte ich nur zufällig von einer Bekannten erfahren. Knapp hätte solchen Prunk wegen des sonstigen Umfangs seines deutschen Wortschatzes eigentlich nicht nötig gehabt, aber er spielte gern damit und handelte dadurch den Zielen des Ordens ein wenig entgegen. Davon später mehr. Als rein spielerische, unterhaltsame Leistung, die sich auch an den vielen verschiedenen Vers- und Strophenformen seiner Chronikstücke zeigt, kann man seine Verse gelten lassen. Mehr noch: Sie sind Zeugnisse eines beachtlichen Niveaus der Freizeitgestaltung zu einer Zeit, als man sich noch nicht auf Knopfdruck von irgendwelchen Profi-Juxbolden unterhalten ließ, sondern selbst zur Unterhaltung mit mehr oder weniger Geschick beitrug. Im Falle Knapps: mit beachtlichem Geschick, auch wenn uns der Trinkerhumor nicht gerade neuartiger vorkommt als derjenige in der Vagantendichtung des Mittelalters und die Einzelbilder wohl weniger auf Beobachtungen der Wirklichkeit zurückgehen als auf rein rhetorische Aufschwemmung des jeweils gegebenen Themas, hier also "Hitze". Knapp war sich natürlich des Ranges seiner literarischen Liebhaberei bewußt. Das zeigt die selbstironische Stelle, wo vom "Leimen" der Verse die Rede ist. Ist aber nicht auch heute derjenige, der flüssig aus dem Stegreif zu reimen versteht, ein gern bestaunter, die Laune anregender Gast? Mehr wollte er höchstens dann sein, wenn er Vorträge hielt oder sich über die Zukunft des Blumenordens Gedanken machte, unser "lustiger Ordensrat".

Infolge Heerwagens Rücktritt und Pfarrer Hallers Tod (9. 12. 1885) wurde zur Hauptversammlung am 15. Januar 1886 Ersatzwahl angesetzt. Knapp, der die Versammlung leitete, trat wegen Überhäufung mit Berufsgeschäften zurück. Knapp erzählte um 1890 im kleinen Kreis einmal, er habe auf Anfragen, ob er die erste Vorstandsstelle annehmen wolle, dies abgelehnt, aber sich bereit erklärt, zweiter Vorstand zu bleiben, wenn der ,Freund Postspezial' erster werde. Es sei dann anders gekommen. Als er dann 1889 an Stelle des verstorbenen Lorsch zum Ordensrat gewählt und hernach wie ein Neuling in der Vorstandschaft als dritter eingereiht wurde, nahm er das zwar nicht übel auf und fühlte sich nicht gekränkt, aber doch unangenehm berührt. Offenbar war Knapp und die Mehrheit der Tafelrunde, d.h., der in den Wochensitzungen Tätigen, bei der Nachwahl 1886 durch das unerwartete Aufgebot bislang und auch weiterhin untätiger Mitglieder übertrumpft worden. Es war ein bisher nie bemerkter Gegensatz zwischen alten Pegnesen einerseits und den vom Literarischen Verein übernommenen samt den neueren Mitgliedern andererseits zutage getreten." (Schmidt, S. 56.) Unter dem "Freund Postspezial" haben wir den Postspezialkassier (später Postamtsdirektor) August Schmidt zu verstehen, den Vater des Chronisten von 1944.

Es ist zu beobachten, daß eine plötzliche Erweiterung der Mitgliederzahl, so erfreulich sie im Hinblick auf das Weiterleben und die geistige Auffrischung des Ordens immer ist, mit einem einstweiligen Mangel an Zusammenhalt und einem Verlust an Profil einhergeht. Daß sich diese Nachteile im vorliegenden Fall in Grenzen hielten, war zum einen dem nahe bevorstehenden Jubiläum zu danken, nicht zuletzt aber auch der Geselligkeit mit Niveau, wie sie von Knapp und den Tätigen im Orden gepflegt wurde.

Pfeilschmidt stiftete 1886 eine Sammelbüchse, als die Geldmittel knapp wurden. Sie wurde nach seinem Vornamen ,Hansel' genannt, kreiste zu freiwilligen Spenden. Außerdem mußte jeder, der ein entbehrliches Fremdwort gebrauchte, eine Buße nach eigenem Ermessen in den Hansel geben, ebenso jeder, der durch Witze, Kalauer und dergleichen den Ernst der Versammlung störte. Doch schreckte diese Strafe keineswegs ab, im Gegenteil erkaufte man sich durch diese Spende das Recht zum Scherz. In dieser Richtung wurde vor allem Knapp besteuert, der "unerschöpflich war im Erfinden von Wortwitzen, Schüttelreimen und falscher Aussprache von Wörtern, die dadurch einen drolligen Nebensinn erhielten." (Schmidt, S. 78.)

In dieser sehr lebendigen Periode glänzte der Blumenorden allerdings nicht nur mit diesem sprachverliebten Unterhaltungsgenie. Klangvolle Namen seriöser Schriftsteller in den Reihen auswärtiger Ehrenmitglieder fallen jedem auf, der die Archivbestände aus Heerwagens und Beckhs Vorstandschaft nur obenhin übersieht. Es sind heute noch berühmte Dichter darunter, ich nenne nur Theodor Fontane und Friedrich Rückert. Daß aber auch ein Freund Knapps damals hoch geschätzt wurde und im Blumenorden neben ihm seinen Platz einnahm, zeigt den Rang der menschlichen Beziehungen Knapps: Er war nicht bloß in dem Sinne ein "lustiger Rat", wie man an Höfen den Narren zu bezeichnen pflegte. Die Rede ist von seiner Freundschaft mit dem oben bereits erwähnten Martin Greif. Greif war 1874 als Mitglied im Schriftverkehr in den Blumenorden gekommen. 1888 galt er als der bedeutendste Lyriker und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. August Schmidt hielt am öffentlichen Abend 19. 3. 1888 einen ausführlichen Vortrag über ihn und seine Werke und kam dadurch mit ihm in Briefwechsel. "Als Greif am 2. November 1889 unerwartet in Schmidts Wohnung erschien, führte Schmidt ihn in die Sitzung des Blumenordens, weil es Freitag war. So traf Greif auch einige alte Bekannte aus dem Literarischen Verein, vor allem Knapp." (Schmidt, S. 59.)

Zum 250jährigen Bestehen des Ordens, 1894, durften Knapps Beiträge nicht fehlen. In seiner Reimchronik langte er damit beim 250. Stück an, passenderweise. Danach setzte er sie nicht mehr fort. Es scheint, daß er und sein Kreis allmählich an den Rand des Geschehens im Blumenorden rückten. Er verfaßte noch mehrere Aufsätze, die zum Teil als Veröffentlichungen in der Kartei der Stadtbibliothek Nümberg nachgewiesen sind, zum Teil im Pegnesenarchiv lagern. Ab 1870 hatte er in der Wächterstraße 21 gewohnt, die im Kirchenbereich Wöhrd liegt. Das Wöhrder Kirchenbuch wurde im Bombenkrieg 1945 vernichtet. Doch das Standesamt Nümberg nennt als sein Todesdatum den 14. 2. 1905.